Ford SYNC: Kommunikations- und Entertainmentsystem basierend auf Windows Embedded Automotive

Ford_Revealed_SYNC_03 Ford SYNC: Kommunikations- und Entertainmentsystem basierend auf Windows Embedded Automotive Auto und Technik

Diejenigen unter euch, die mir bei Twitter folgen oder Fans von stereopoly.de bei Facebook sind, haben sicherlich mitbekommen, dass ich gestern beim #fordrevealed Event war. Im Rahmen dieser Veranstaltung gewährte Ford seltene und deshalb auch exklusive Einblicke in das europäische Forschungs- und Technologiezentrum von Ford in Aachen. Das ist vor allem vor dem Hintergrund spannend, das es das einzige seiner Art außerhalb der Vereinten Staaten ist. Mit zahlreichen der dort beschäftigten 280 Ingenieure, Techniker und Spezialisten aus 25 Nationen konnte ich mich gestern nun unterhalten und Technologien begutachten, die in dieser Form auf dem deutschen Markt noch nicht verfügbar sind. Eine davon ist Ford SYNC.

Mit Ford SYNC geht der US-Konzern einen anderen Weg, als beispielsweise Audi mit Audi connect, da man – der Name sagt es ja bereits – in vielen Bereichen eine Symbiose mit anderen Geräten, wie etwa dem Smartphone, eingeht. Das hat durchaus seine Vorteile. Diese, sowie das Konzept hinter SYNC, möchte ich euch nachfolgend etwas näher erläutern.

Ford SYNC ist konzipiert als Kommunikations- und Entertainmentsystem und basiert auf dem Betriebssystem Windows Embedded Automotive, das auch von anderen Herstellern verwendet wird – natürlich ohne das Ford-spezifische User Interface und die damit verbundenen Funktionen. In der High-End-Version mit MyFord Touch verfügt SYNC über ein großzügiges Touch-Display in der Mittelkonsole, während die abgespecktere Version auf Sprachsteuerung setzt. Das Schöne an der ganzen Sache ist, dass man ähnlich wie bei Apples Sprachassistent Siri keine speziellen Kommandos lernen muss, damit einem das System versteht. Ich war beeindruckt, wie gut und schnell SYNC die einzelnen Sprachkommandos verstanden und umgesetzt hat. Steuern lässt sich damit vom Radio bis hin zur Klimaanlage fast alles.

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Zu den Standardfeatures zählen unter anderem ein Navigationssystem, ein Mediaplayer und der Notruf-Assistent „Emergency Assistance“, der bei einem Unfall automatisch den Notruf wählt und die jeweilige Position des Autos durchgibt. So richtig spannend wird es aber erst dann, wenn man ein Smartphone oder Tablet mit SYNC verbindet – ob iOS, Android oder Windows Phone spielt dabei erstmal keine Rolle. Die Verbindung kann via Bluetooth oder USB hergestellt werden. Nun könnt ihr SYNC zum Telefonieren nutzen und auf eure Mediathek zugreifen. Nichts wirklich Neues. Ihr könnt aber auch Kurznachrichten empfangen, diese euch vorlesen lassen und via Sprachsteuerung oder mit einer vorgefertigten Nachricht antworten. Da wird es schon interessanter.

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In meinen Augen das wahre Highlight von Ford SYNC ist allerings AppLink, da dieses Feature die Apps eures Smartphones über das SYNC-System eures Autos steuern kann. Allerdings muss an dieser Stelle gleich dazu gesagt werden, dass AppLink nicht jede App eures Smartphones auf das System des Autos spiegelt, sondern nur diejenigen, die von den Entwicklern dementsprechend angepasst wurden. In Anbetracht der Tatsache, dass in den USA bereits vier Millionen Fahrzeuge mit SYNC unterwegs sind, dürfte die Zahl dieser Apps stetig steigen.

Ohnehin geht es nicht darum, jede noch so kleine App während der Fahrt nutzbar zu machen, sondern nur essentielle Anwendungen, wie etwa Internet-Radio-Apps (in den USA ganz populär: Pandora) oder soziale Netzwerke (Facebook, Twitter, etc.). Natürlich kann man darüber streiten, ob man wirklich während der Fahrt seinen Status bei Facebook aktualisieren muss, aber in Anbetracht der Popularität des Dienstes lässt sich das wohl kaum mehr vermeiden. Ein ins Ökosystem des Fahrzeugs integriertes System wie AppLink erachte ich aus diesem Grund auch als extrem wichtig, da die Leute ansonsten einfach ihr Smartphone während der Fahrt benutzen.

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Und sonst so? Wenn das Auto steht kann eine Videokamera mit dem Display von SYNC verbunden werden und über einen USB-Surfstick bei Bedarf auch ein Hotspot erzeugt werden. Das waren jetzt mal nur die wirklich elementaren Funktionen. Man kann davon ausgehen, dass sich der Funktionsumfang des SYNC-Systems in den kommenden Jahren ohnehin noch beträchtlich erweitern wird.

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Das Entscheidende beim Ansatz von Ford ist, dass SYNC de facto auf ein Smartphone oder ein anderes internetfähiges Gerät angewiesen ist, um auf die ganzen (Internet-)Dienste und Apps zuzugreifen. Das unterscheidet das Konzept auch von dem der Konkurrenz, da beispielsweise Audi die SIM-Karte direkt ins Auto integriert und über Audi connect diverse Apps zur Verfügung stehen, die eben kein Smartphone oder Tablet benötigen. Beides hat Vor- und Nachteile. Der Ansatz von Audi setzt eine zusätzliche SIM-Karte voraus und da nicht jeder Vertrag Multi-SIM-Karten erlaubt, wird ein zweiter Vertrag notwendig. Dafür kann Audi connect aber eben autonom genutzt werden. Ford SYNC greift auf die bestehende Infrastruktur des Smartphones zurück und integriert diese ins Auto, was für viele wohl die einfachere und bequemere Lösung sein dürfte.

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So viel für den Moment. Sobald ich die Möglichkeit dazu habe, werde ich euch einen entsprechenden Praxistest nachliefern.

Veröffentlicht von

Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Fords Lösung hat auch den Vorteil größerer Flexibilität, so kann jeder Fahrer ohne Schwierigkeiten seine Apps und Kontakte nutzen, ohne eine zweite SIM-Card zu haben. Das ist ja bei Familien oder Car-sharing [Freundeskreis oder kommerziell] nicht unwichtig. Außerdem verlasse ich mich bei Audi auf deren eigene Entwicklerabteilung, während Fords Modell – soweit ich dich richtig verstehe – vor allem die API für andere Entwickler zur Verfügung stellt.

    • Das stimmt so schon, also Ford arbeitet mit den Entwicklern zusammen, aber nicht jede App kommt eben dann auch für das System. Das plant Audi meines Wissens nach auch, aber wie du bereits sagtest, gerade hinsichtlich Car-Sharing und sonstigen Dingen, eignet sich der Ansatz von Ford sehr gut.

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