Gerichtsurteil: Apple muss das FBI bei der Aufklärung eines Terroranschlags unterstützen – will aber nicht

Bei einem Terroranschlag in San Bernardino (Kalifornien) kamen am 2. Dezember 2015 14 Menschen tragisch ums Leben und 21 weitere wurden schwer verletzt. Diese furchtbare Tat wurde von zwei Attentätern (Syed Farook und Tashfeen Malik) in einer gemeinnützigen Einrichtung für Menschen mit Beeinträchtigungen verübt. Dort fand gerade eine Weihnachtsfeier statt. Der Anschlag gilt bis dato als die schwerste islamistische Terroraktion seit dem 11. September 2001. Einer der Attentäter nutzte ein iPhone 5c. Ein amerikanisches Gericht beschloss nun, dass Apple dem FBI helfen muss an die Daten auf dem besagten Apple Smartphone heranzukommen.

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Apple hatte sich bisher geweigert, da man sich firmenweit dazu entschieden hat und den Kunden auch verspricht nicht in das iPhone einzudringen. Weiterhin liegen die privaten Daten auch verschlüsselt auf dem Gerät, sodass es nicht so einfach möglich ist an diese heranzukommen. Dennoch verdonnert das Gericht Apple nun das FBI bei der Aufklärung des Anschlags zu unterstützen, damit man alles mögliche über diesen Gewaltakt und seine Entstehung herausfinden kann.

The judge ruled Tuesday that the Cupertino-based company had to provide “reasonable technical assistance” to the government in recovering data from the iPhone 5c, including bypassing the auto-erase function and allowing investigators to submit an unlimited number of passwords in their attempts to unlock the phone. Apple has five days to respond to the court if it believes that compliance would be “unreasonably burdensome.”

Einer der Attentäter hatte einem Monat vor der Tat noch ein iCloud Backup erstellt, indem das FBI Hinweise auf eine Kommunikation mit seinen Opfern und seiner Frau fand, die ihm bei dem Vorhaben unterstützte. Danach gibt es keine Aufzeichnung mehr, damit wahrscheinlich keine Beweise mehr gefunden werden können. Apple behauptet, dass es unmöglich sei an die verschlüsselten Daten auf Geräten zu kommen, die iOS 8 oder neuer verwenden und hatte sich in den letzten Jahren auch immer wieder dafür vor Gerichten rechtfertigen müssen. Der Hersteller soll aber eine Funktion abschalten, die das automatische Löschen der Daten nach mehrfacher Eingabe von falschen Passwörtern triggert. Es ist aber nicht bekannt ob Apple dazu überhaupt in der Lage ist.

iOS 8 oder neuer speichert keine Schlüssel mehr, die zur Verschlüsselung der Daten verwendet werden, wodurch es auch nicht mehr möglich ist an Passwörter heranzukommen. Wenn Apple hier eine Hintertür für die Regierung einbauen würde, würde das auch wieder Türchen für Schadcode etc. öffnen. Tim Cook hat daraufhin einen Brief an die Kunden von Apple veröffentlicht, indem er sich weigert eine derartige Methodik in iOS einzubauen:

We have great respect for the professionals at the FBI, and we believe their intentions are good. Up to this point, we have done everything that is both within our power and within the law to help them. But now the U.S. government has asked us for something we simply do not have, and something we consider too dangerous to create. They have asked us to build a backdoor to the iPhone.

Specifically, the FBI wants us to make a new version of the iPhone operating system, circumventing several important security features, and install it on an iPhone recovered during the investigation. In the wrong hands, this software — which does not exist today — would have the potential to unlock any iPhone in someone’s physical possession.

….

We are challenging the FBI’s demands with the deepest respect for American democracy and a love of our country. We believe it would be in the best interest of everyone to step back and consider the implications.

While we believe the FBI’s intentions are good, it would be wrong for the government to force us to build a backdoor into our products. And ultimately, we fear that this demand would undermine the very freedoms and liberty our government is meant to protect.

via

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Folgt mir ^^

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https://www.stereopoly.de

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.

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