Google Android-Apps lassen sich auch aus der Ferne löschen

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Der Datensammler Google hatte kürzlich einen interessanten Eintrag in seinem Blog veröffentlicht und mitgeteilt, dass man sich dazu entschlossen hat, installierte Apps per „Fernwartung“ von diversen Android-Smartphones zu löschen.

Bereits seit 2008 gibt es in den AGB des Google Android Market einen Verweis auf den sogenannten Remote Kill Switch, mit dem der Internetriese installierte Apps auf jedem Android-Smartphone löschen kann. Doch jetzt wird es vielleicht ernst, denn Google hat erstmals von dieser Funktion Gebrauch gemacht.

Zitat aus den AGBs:

2.4 Wenn Google ein Produkt entdeckt, das die Android Marktplatz – Nutzungsbedingungen für den Entwicklervertrieb oder anwendbare Gesetze verletzt, hat Google das Recht nach eigenem Ermessen ein solches Produkt durch Fernzugriff von Ihrem Gerät zu entfernen, wenn das Produkt Ihnen, Ihrem Gerät oder einem beteiligten Telekommunikationsunternehmen einen ernsthaften Schaden zuzufügen geeignet ist. Sollte es zu einer Entfernung kommen, wird Google angemessene Anstrengungen unternehmen, um den Kaufpreis für dieses Produkt vom Entwickler zu Ihren Gunsten zurück zu erhalten. Sollte Google nicht in der Lage sein, die volle Summe der Kaufpreise für dieses Produkt zurück zu erhalten, werden die erhaltenen Beträge anteilig auf die betroffenen Nutzer verteilt.

Grund waren gleich zwei Programme aus dem Android-Market. Jon Oberheide entwickelte die Apps „Twilight Eclipse Preview“ und „RootStrap“ für Scio Security. Ersteres ist eigentlich ein getarntes „RootStrap“ und soll nach Außen hin Infos zum neuesten Teil der Twilight-Saga liefern. Während die App „nach Hause telefoniert“ kann der Anwender lediglich ein paar Bilder zum neuen Film sehen. Die beiden Programme waren natürlich keine wirkliche Malware, zeigen aber in erschreckender Weise, wie einfach es ist, eine App in den Android-Market zu bringen, die tatsächlich Daten des Smartphones an Fremde übermittelt. Google hatte zuerst lediglich die beiden Programme aus dem Android Market entfernt. Da zwei Apps jedoch relativ oft geladen wurden, entschloss Google sich zu diesem drastischen Schritt.

Schutz hin oder her, die Vorstellung dass meine Daten einfach von irgendwem gelöscht werden können und ich lediglich einen netten Warnhinweis bekomme, ist doch ziemlich beängstigend. Durch die Funktion „Remote Application Removal“ können Anwendungen direkt entfernt werden. Google beteuert, dass der sogenannte Kill Switch für Notfälle implementiert worden sei und nur bei Gefahr für die Anwender zum Einsatz kommt.

Doch Google ist nicht alleine, auch Apple und Amazon haben sich diese Option vorbehalten,  Apple hat allerdings noch nicht von ihr Gebrauch gemacht. Amazon hingegen musste aus lizenzrechtlichen Gründen zwei Bücher von George Orwell aus dem Store entfernen und löschte diese dann auch von allen Geräten. Vielleicht ein Vorteil Apples gegenüber Google: Die Apps die man sich im Store kaufen kann, werden in Cupertino auf jeden Fall gründlicher geprüft. Der fade Beigeschmack ist hier aber, dass Apple alleine bestimmt, welche Apps veröffentlicht werden und welche nicht. Diese Meldung ist wieder ein gutes Beispiel für den Preis den wir für das Überall-Erreichbar-Sein zu zahlen haben.

[via wired.com; Foto: Google]

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