Google Knol: Kein Wikipedia-Konkurrent

Seit längerer Zeit ist das als »Wikipedia-Konkurrent« gefürchtete Portal Knol von Google angekündigt. Mit dem heutigen Tage startet die Seite endlich weltweit in ihrer ersten Beta-Version. Dieser Aktualität nach zu urteilen, findet man noch so gut wie gar nichts. Basis dieser Plattform ist, ähnlich wie bei Wikipedia, User-generierter Inhalt, und der muss erstmal geliefert werden. Suchen nach »USA«, »Obama« und selbst »Google« ergeben keine Ergebnisse.

Wissens-Forum 2.0

knol Google Knol: Kein Wikipedia-Konkurrent Web Die Verfasser der so genannten »Knols« sind die üblichen Verdächtigen: Web 2.0-Affine Experten, die ihr Wissen teilen wollen. Anders als bei Wikipedia, sollen bei Google Knol die Autoren in den Vordergrund rücken und neben jedem Artikel namentlich und (wenn vorhanden) mit Bild erwähnt werden. Wie einem Forum kann man diese verfassten Wissens-Beiträge kommentieren.

Der Verfasser im Blickpunkt

Dem User soll die Möglichkeit gegeben werden, sich ein besseres Urteil über einen Artikel bilden zu können, wenn er den Autor »kennt«. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass man Anne Peters, Jessica Donington oder Noshir Metha kennt? Wenn der gewünschte Artikel von einem Peter Kloeppel, Johannes B. Kerner oder einer anderen uns bekannten Persönlichkeit verfasst wurde, dann können wir uns eine Meinung bilden.

Google Knol wirkt wie ein Forum für Expertenwissen, nicht aber wie ein Nachschlagewerk

Die Moderation üben die jeweiligen Autoren aus. Zwar kann jeder Nutzer Verbesserungsvorschläge für einen Beitrag einreichen, ob und wie diese aufgenommen werden, entscheidet der jeweilige Autor. Google will nach eigenen Angaben nicht redaktionell eingreifen.

Geld für Artikel

Wie bewegt man möglichst viele Menschen dazu, das Wissensportal mit Inhalt zu füttern? Natürlich, mit Geld! Knol-Autoren können in ihren Beiträgen Google AdSense-Werbung schalten und werden an den dadurch erzielten Einnahmen beteiligt.

Fazit

Wir sind gespannt, wie sich das neue Projekt von Internet-Gigant Google auf dem Markt schlägt. Aber Moment: Google bestimmt doch den Markt – zumindest fast. Steht Wikipedia dann bald etwa auf dem Google-Index?

Google Knol: Eine Komödie in 6 Bildern?

»Bild dir deine Meinung«: Google Knol

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Google knol ist ein interessanter Ansatz für Autoren, die sich mitunter nicht in zeitintensive Reibereien um Punkt oder Komma wie in Wikipedia (edit-wars) einlassen wollen.

    Nach einem ersten Test ist das Tool aber noch sehr roh. Es bietet keine vernünftige Suchfunktion. Die Startseite bietet eine bunte, chaotisch und alles andere als intellektuell durchgestylte Auswahl an Begriffen. Anders als zur wirklich ausziselierten Titelseite von Wikipedia wirkt das extrem unprofessionell. Für den von der Güte der Google-Anwendung überzeugten User ist das enttäuschend. Auch wurden meine eigenen englischsprachigen publizierten Texte auch nicht in der Suchfunktion gefunden. Dies gilt offenbar auch für deutschsprachige Texte.

    Einzig perfekt ist die Editierfunktion. Hier spürt man wirklich, daß man in der genial einfach nutzbaren Google-Welt unterwegs ist. Sie ist mit minimalsten Kenntnissen der Textverarbeitung zu bedienen. Wer einmal damit arbeitet, wird wohl nie mehr zurück zum Arbeitsaufwand der Wikipedia-Editor-Sprache wollen.

    Fazit: Stellt Google die Kinderkrankheiten ab, hat das Wikipedia einen ernsthafen Konkurrenten.

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