Google Music: Der iTunes-Konkurrent verzögert sich weiter

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Google hat Schwierigkeiten, seinen ambitionierten Musikdienst zur Vorweihnachtszeit zu starten. Die großen Musiklabel sind wenig begeistert davon, dass der Dienst die Musik auf alle möglichen Geräte streamen können soll und dabei sowohl gekaufte Musik als auch Privat- und Schwarzkopien enthalten sein können.

Google möchte den Dienst gerne an die Suchmaschine binden und noch diese Weihnachtssaison einen Frontalangriff gegen iTunes starten – das übrigens genauso selbst kopierte Musik enthalten kann, aber beim Streaming auf bestimmte lokale Geräte beschränkt ist. Bei Google soll das Streaming über die Cloud erfolgen: Ich kann mit Google Music meine Playlist auch an einen Freund in Australien streamen.

Selbst wenn das geklärt ist, kann Google nicht auf den Start-Knopf drücken. Der Dienst soll sich nämlich, wie alles bei Google, über Werbeeinblendungen finanzieren und es ist vollkommen unklar, wieviel davon bei den Künstlern (und wohl eher: Labels) landen soll.

Obwohl Google seit Monaten mit der Musikindustrie verhandelt, mauern die Labels. Es sehe nicht mehr danach aus, als ob noch vor dem 31. Dezember ein Deal geschlossen werden könne. Das kann natürlich auch eine Strategie sein, um Google unter Druck zu setzen und als Gegenleistung für eine kurzfristigen Start von Google Music bessere Konditionen herauszuholen.

Auf Dauer wird sich das Konzept eh nicht aufhalten lassen. Apple plant seit dem Kauf von Lala mit iTunes etwas ähnliches und Disney hat mit KeyChest einen Dienst am Start, bei dem Anwender Filme und Fernsehsendungen kaufen und übers Netz auf beliebigen Geräten abspielen können.

Eigentlich müssten die Musiklabel auch froh sein, wenn Apple ein Konkurrent erwächst – Steve Jobs kontrolliert 70% des Geschäfts mit Download-Musik und ist dadurch in einer äußerst starken Verhandlungsposition. Musikanbieter können es sich kaum erlauben, nicht bei iTunes vertreten zu sein. Ein Apple-Konkurrent braucht jedoch mehr als ein paar Streaming-Server. Google bietet da unter anderem wegen der mittlerweile großen Verbreitung von Endgeräten mit Android und die Anbindung an die Suchmaschine aber hervorragende Marketing-Möglichkeiten.

[via NY Post]

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