Google Music: Die Verhandlungen stocken, drohen zu scheitern

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Googles Pläne, einen eigenen Musikdienst auf die Beine zu stellen, sind seit mindestens einem Jahr in Arbeit. Doch auch wenn es in der letzten Zeit danach klang, als wäre die Infrastruktur des Dienstes und auch die Software so gut wie fertig, so scheint es nicht so rosig in den Verhandlungen mit den großen Musiklabels auszusehen. Google Music ist in Gefahr.

Die Verhandlungen mit den großen Musikkonzernen verliefen nach Aussage einer Quelle, die mit der Materie vertraut ist, sehr ernüchternd. Während es im Februar danach klang, als verlaufe alles positiv – vor allem seitdem Larry Page, Mitgründer von Google, sich der Sache annahm und die Ex-YouTube-Anwältin Zahavah Levine an Bord geholt hat, um den Lizenzierungsprozess mit den vier großen Musiklabels  Sony, EMI, Universal Music Group und Warner Music voranzubringen -hat sich jetzt alles in die Gegenrichtung gewandelt. Man sei am Ende der Geduld.

Grund für diese Entwicklung sei die Gier der Plattenlabel, so Wayne Rosso, ehemaliger Betreiber vom File-Sharing-Service Grokster. Wenn man einem Artikel auf seinem Blog Glauben schenkt, sei Google regelrecht angewidert und empört von den hohen Lizenzforderungen. Besonders Warner Music sei unverschämt. Das Label erwarte, dass Google von jedem Nutzer jährlich 30$ für die Nutzung der Cloud verlangt. Google hält den Betrag für viel zu hoch. Ursprünglich war geplant, den Service für die ersten 500 Tracks kostenlos anzubieten. Aufgrund dieser großen Differenzen gingen die Verhandlungen aus dem Ruder, Google sei nun auf der Suche nach alternativen Strategien.

Dass die Plattenfirmen so blocken, könnte an den Entwicklungen der letzen Wochen liegen. Denn Amazon hat einen eigenen Cloud-Dienst gestartet, ohne sich diesen von den vier großen Labels lizenzieren zu lassen. Begründet hatte Amazon diese Vorgehensweise damit, dass sie bereits Lizenzgebühren für digitale Inhalte abdrücken und die Kosten damit abgegolten seien.

Es gibt Vermutungen, dass Google den gleichen Weg einschlagen könnte. In diesem Szenario wäre Google zwar nicht in der Lage Musik zu verkaufen, was ursprünglich der Plan war, um mit Apples iTunes zu konkurrieren. Allerdings könnte es einen Onlinespeicher geben, auf dem von PCs und Smartphones zugegriffen werden kann.

Mit diesem Verhalten schneiden sich die Labels ins eigene Fleisch. Denn wie Amazon beobachtet, sind seit dem Start des Cloud-Dienstes die digitalen Musikverkäufe angestiegen. Vielleicht sollten die großen Labels sich endlich damit abfinden, dass sie neue Wege gehen sollten, ihre Musik zu verkaufen…

via AllThingsD; Bild: Flickr/Yodel Anecdotal –

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