Google+ wird ein Bestandteil aller Google-Produkte: Suche, Chrome, YouTube, Werbung etc.

googleplus Google+ wird ein Bestandteil aller Google-Produkte: Suche, Chrome, YouTube, Werbung etc. Google Netzwelt Technologie

Google+ ist mittlerweile drei Monate alt und besitzt bereits über 50 Millionen Mitglieder. Für Googles weiteren Versuch, in die sozialen Netzwerke einzusteigen, ist das ein voller Erfolg. Sicherlich gibt es allerhand Diskussionen über diverse Vorgaben seitens Google: allen voran die Klarnamen-Debatte. Google schreibt seinen Google+-Usern vor, dass sie sich gefälligst mit ihrem echten Namen anmelden sollen – tun sie das nicht, fliegen sie raus. Nun ist auch klar, weshalb dies so ist: Google will sein soziales Netzwerk als Identitätsplattform nutzen, um seine Suche und alle weiteren Produkte um den sozialen Faktor, bzw. die durch Google+ erhaltenen Daten, zu erweitern.

Dass Google mit seinem sozialen Netzwerk nicht nur Facebook in die Parade fahren wollte, war von vornherein klar. Sicherlich geht es auch mitunter darum, dem Zuckerberg-Imperium Marktanteile wegzuschnappen. Doch Googles Identitätsplattform birgt einen ganz anderen Hintergrund: Das soziale Netzwerk wird in alle Produkte Googles, auch YouTube und Chrome, eingebunden, um sie auf diesem Wege miteinander zu verknüpfen und sich die gesammelten Daten zunutze zu machen – sei es für individualisierte Werbung oder Suchergebnisse. Diese Art der angepassten Werbung etc.  gab es bislang zwar auch schon, allerdings kann diese nun noch besser auf den Nutzer abgestimmt werden, da Google noch mehr über den User weiß.

Diese Erkenntnis hätte man sich zwar auch aus bisherigen Informationen über Googles Philosophie und Machenschaften zusammenreimen können, doch eine konkrete Aussage von Produktchef Brad Horowitz in einem Interview mit Steven Levy vom Wired Magazine macht Google’s Vorhaben deutlich. Hier betonte er, dass Google+ Google ist und nicht nur ein Teil davon.

“Google+ is Google itself. We’re extending it across all that we do — search, ads, Chrome, Android, Maps, YouTube — so that each of those services contributes to our understanding of who you are.”

Google+ verfügt über allerhand praktische Features, die den sozialen Austausch unheimlich vereinfachen und erweitern – man kann sich im Videochat Hangout mit bis zu zehn Personen treffen und sogar gemeinsam YouTube-Videos ansehen. Eine Vernetzung von Google+ und Google Mail ermöglicht die Anzeige von Google+-Profilen in der Mail-Funktion. Aus all diesen Daten der Nutzung und Vernetzung zieht Google sich die Informationen und wertet sie aus. Dies ist aber nur ein Bruchteil dessen, woher der Suchmaschinenriese seine Informationen über die User bekommt.

Der Faktor “Social” wird immer wichtiger, auch in der Suche. Google hatte diesen Punkt bisher eher stiefmütterlich behandelt. Googles Ex-CEO Eric Schmidt hat es sich vermutlich selbst zu verdanken, nicht mehr diese Funktion zu bekleiden. Google Mitgründer Larry Page hat seine Position eingenommen, um dem sozialen Faktor mehr Raum zu geben. Als einer der ersten Schritte als CEO änderte er die Bonusstruktur im Unternehmen und koppelte diese an die erfolgreiche Umsetzung von Ideen im Bereich des social Networks.

Auch wenn Google(+) und Facebook beabsichtigen, unser Betriebssystem des Internets zu sein, in dem wir den Großteil unserer Zeit verbringen, so hat Google durch seine große Reichweite die Nase vorn. Sicherlich fehlen Googles sozialem Netzwerk im Vergleich zu Facebook noch viele, viele Mitglieder, Facebook soll etwa 750 Millionen Mitglieder besitzen. Doch wenn Google sein social Layer, wie es zum Teil genannt wird, auf weitere seiner Produkte ausdehnt, so könnte Facebook recht alt aussehen. Es sei anzumerken, dass Google+ sich derzeit noch in einer offenen Beta-Phase befindet und lange nicht alle Features ausgerollt wurden.

Dass nicht nur Google sein soziales Netzwerk nutzt, um seine Mitglieder zu analysieren und die gewonnen Daten auszuwerten, ist wohl kein Geheimnis. Facebook ist darin auch absoluter Champion.

– via GigaOm
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alex
10 Jahre zuvor

Dass man seinen echten Namen angeben muss stimmt nicht ganz, es ist auch erlaubt, Spitznamen zu benutzen. Oder hat sich das wieder geändert?

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