Google zeigt weitere Einblicke in Chrome OS, beschleunigter Chrome-Browser, gibt Web App Store frei

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Die ersten Tage dieser Woche standen im Zeichen Googles. Am Montag wurde Android 2.3 Gingerbread freigegeben und das Nexus S-Smartphone vorgestellt, gestern war alles auf Chrome gebürstet. Die angekündigte Presseveranstaltung dauerte ganze drei Stunden – es gab aber auch einiges vorzustellen.

Chrome 8

Diese Version ist schon vor ein paar Tagen klammheimlich veröffentlicht worden. Viele der mittlerweile 120 Millionen Chrome-User haben sich nichts dabei gedacht und einfach aktualisiert (oder auch nicht). Doch diese neue Version dient als Grundlage für das Betriebssystem Chrome OS. Sie verfügt über einen integrierten PDF-Viewer, der die PDF- in eine HTML-Datei umwandelt und in einer Sandbox ausführt. Durch diese Vorgehensweise wurden einige Schwachstellen abgedichtet. Trotzdem ist weiterhin der übliche Funktionsumfang gegeben – die Dateien lassen sich weiterhin zoomen, durchsuchen und ausdrucken.

Neben dieser Funktion hat Google seinem Browser die Instant-Suche in der Omnibox (Adressleiste) verpasst, sodass man Suchergebnisse angezeigt bekommt, sobald man zu tippen beginnt, ohne auf Google.com zu surfen. Darüber hinaus wurde die JavaScript Engine V8 überholt. Komplexe JavaScript-Programme sollen damit nun zweimal schneller als zuvor geladen werden. Diese beiden Features werden allerdings erst in einer späteren Version freigegeben – im Entwickler-Kanal stehen bereits Builds mit diesen Features zum Download zur Verfügung. In der angefügten Tabelle wird der Unterschied deutlich – die grauen Balken zeign die Chrome-Version ohne, die blauen mit der neuen Engine (Crankshaft).

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Chrome OS

Chrome OS ist bereits im letzten Jahr präsentiert worden, die Entwicklung ist nun endlich soweit vorangeschritten, dass bald die ersten Tester in einem Pilotprojekt mit einem Netbook ausgerüstet werden können. Mitte des nächsten Jahres werden die Notebooks mit Chromes OS Marktreife erlangt haben – Acer und Samsung haben zugesagt Hardware zu fertigen.

Was ist das besondere am Betriebssystem Chrome OS? Dieses OS basiert vollständig auf dem Chrome-Browser. Das OS greift auf die gleichen Daten zu wie der Google Browser. Alle Einstellungen, Lesezeichen, Erweiterungen und Apps, die man auf seinem Desktoprechner oder Notebook verwendet hat, werden mithilfe seines Google-Kontos synchronisiert. Ein Netbook mit Chrome OS ist somit bereits mit allen Programmen verknüpft, die man in seinem Browser nutzt – einfach einloggen und es ist einsatzbereit. Voraussetzung ist allerdings eine Internetanbindung. Was aber, wenn kein WLAN in der Nähe ist? Dafür hat Google auch gesorgt, denn jedes Netbook muss mit einem UMTS-Chip versehen sein. Dennoch soll laut Google der Betrieb des Geräts auch ohne Verbindung mit den Internet gegeben sein. Die Web-Apps sollen lokal auf dem Netbook installiert werden können, sodass Daten dort gesichert werden, wenn das Notebook nicht mit dem Internet verbunden ist. Sobald wieder ein Netzzugang vorhanden ist, werden die Daten automatisch in die Cloud übertragen.

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Chrome OS bringt einige Vorteile mit sich:

  • Aufgrund der Schlankheit des Systems auf dem Notebook reduziert sich der Bootvorgang auf wenige Sekunden – schließlich muss nur der Browser gestartet und die Firmware überprüft werden (Ladezeit ca. 10 Sekunden).
  • Das System ist sicher. Denn alle Anwenderdaten werden verschlüsselt übertragen, der Browser in einer Sandbox ausgeführt.
  • Chrome OS wird permanent aktuell gehalten – sobald es sich mit dem Internet verbindet, wird überprüft, ob Aktualisierungen vorliegen und ggf. eingespielt.
  • Durch die Speicherung in der Cloud hat man seine Daten überall, wo ein Internetzugang ist, auch wenn das Netbook gerade nicht zur Hand ist. Alle Daten aus dem Google-Account werden permanent synchronisiert.

Chrome Web Store

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Die Zentrale für Apps ist der Chrome Web-Store. In diesem befinden sich neben vielen kostenlosen Apps auch einige, die man vor der Benutzung kaufen muss. Der Store hat gestern mit ca. 500 Apps eröffnet, es kommen kontinuierlich neue hinzu. Interessant ist Tweetdeck oder Jolicloud. Die App der New York Times ist auch einen Blick wert. Kritik, wie die von Caschy, kann ich absolut nachvollziehen. Denn einige der sogenannten Apps sind nichts anderes als Shortcuts zu Webseiten.

Da der Webstore gestern erst eröffnet hat, ist Google das mal zu verzeihen. Ich bin gespannt, was in den nächste Monaten noch so alles an Apps an den Start geht.

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[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=yNjo_DsoZXM&feature=player_embedded[/youtube]

[via t3n und Chrome OS und Google Chrome Blog]

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[…] browserbasiertes Betriebssystem Chrome OS hat noch nicht einmal die Betaphase verlassen, schon hagelt es Kritik von einem Ex-Googler. Paul […]

[…] […]

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