Googles soziales Netzwerk entschlüsselt – Start ist nicht mehr fern

Google-Logo Googles soziales Netzwerk entschlüsselt – Start ist nicht mehr fern Google Netzwelt

Google arbeitet an einem eigenen sozialen Netzwerk, das ist sicher. Eric Schmidt, Ex-CEO von Google, gab kürzlich zu, dass er auf diesem Gebiet versagt habe. Seit Google-Mitgründer Larry Page wieder an der Schaltzentrale sitzt, ist nach umfangreichen Recherchen von Florian Rohrweck Einiges im Hintergrund gewerkelt worden, das sehr stark nach umfangreicher Vernetzung bestehender Komponenten hin zu einem vielversprechenden Netzwerk riecht. Denn eigentlich hat Google alles, was dazu nötig ist, es muss seine einzelnen Dienste nur besser zusammenfügen.

Google hat in den letzten Jahren eine Unmenge an verschiedenen Diensten ins Leben gerufen. Angefangen von Google Mail, Picasa, Google Buzz über Google Talk, YouTube, Google Books bis hin zu Plus One. Der Suchmaschinenriese ist derzeit eifrig dabei, alle Einzelteile miteinander zu verquicken, um daraus eine neue User-Experience zu gestalten.
Zwar können alle Werkzeuge zukünftig weiterhin separat voneinander genutzt werden, wer es aber möchte, kann bald das volle Brett Google Social benutzen. Es wird laut Rohrweck so aussehen, dass alle Tools über die bisherigen Domains bestehen bleiben, über eine Art Layer oder Dashboard soll die Möglichkeit gegeben werden, alles auf einen Blick einzusehen und zu steuern.

Das Social Network besteht aus folgenden Komponenten, die ineinander greifen:

Google Buzz

Was für Facebook die Timeline ist, wird Google durch Buzz erreichen. Diese (zumindest von mir) zurzeit stark vernachlässigte Oberfläche, auf der man sich in Echtzeit mit anderen austauschen kann, wird das Herz des sozialen Netzwerks werden, denn hier findet das Leben in Form eines “Activity Streams” statt. Aktivitäten, Links, Videos etc. werden hier gesammelt, Benachrichtigungen der Follower werden in der Timeline angezeigt. Des Weiteren wurden Hinweise darauf entdeckt, dass Feeds importiert werden, der Google Talk-Status sowie Twitter und Email-Updates als auch Check-Ins (ähnlich wie bei Facebook Places) im Stream angezeigt werden können. Selbst Nutzer von Google Apps werden mit einbezogen.

Wo Google und auch Facebook bisher versagt haben, sind leichtere Privatsphäre-Einstellungen. Dies soll sich mit dem neuen sozialen Netzwerk ändern.

Florian Rohrweck hat sich die Arbeit gemacht, eine Übersicht zu entwerfen, um zu visualisieren, was alles im Activitiy Stream von Google Buzz angezeigt werden könnte:

Google-Buzz-Activity-Stream Googles soziales Netzwerk entschlüsselt – Start ist nicht mehr fern Google Netzwelt

Google Me (dt. “Ich im Internet”)

Hier können User ihren Namen sowie verschiedene E-Mail-Adressen überwachen lassen. Tauchen die angegebenen Daten irgendwo im Web auf, erhält der Nutzer einen Alarm per Mail – der Prüfintervall lässt sich individuell einstellen. Inwiefern Google hier noch schraubt und weitere Features hinzufügt, ist noch nicht gelüftet worden.

Google Circles

Dies ist das Verwaltungsportal für das soziale Web. Von hier lassen sich Kontakte oder Follower zukünftig besser verwalten. Man kann User in verschiedene Gruppen einteilen und diese mit verschiedenen Rechten ausstatten. Selbst einzelne User lassen sich für bestimmte Rechte freischalten oder sperren.

Picasa & YouTube

Picasa und YouTube liefert Fotos und Videos für den Activity Stream. Picasa wie auch YouTube wird, wie andere Tools auch, besser integriert, sodass zum Verlinken von Bildern eine zusätzliche Seite aufgerufen werden muss.
Wie es aussieht, lassen sich Bilder und Videos dann direkt bearbeiten. In Picasaweb ist das Bildbearbeitungstool Picnik seit geraumer Zeit integriert, dieses wird weiterhin nutzbar bleiben.

Google Profiles

Bei den Userprofilen wird sich noch die Aufteilung der Tabs ändern. PlusOne besitzt bereits ein eigenen Tab, soll allerdings noch ein Upgrade erhalten, um was es sich dabei genau handelt, ist nicht bestätigt. Google Places wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch integriert werden, sowie Latitude. Google Books erhält nach Vermutungen ebenso einen eigenen Reiter.

Google Talk

Das Zentrum für Chats und Videotelefonie bleibt uns auch erhalten, es soll nach Aussagen Rohrwecks in die Google Bar wandern und besser erreichbar sein. Zurzeit fristet der Dienst seine Existenz in der Sidebar von Google Mail. Kein Wunder, dass der ein Schattendasein fristet. Das scheint sich nun aber zu ändern.

PlusOne

PlusOne erhält eine größere Bedeutung in diesem System. Es wird nahezu überall, wo es Sinn ergibt, eingebaut sein, selbst in Picasa wurden Hinweise darauf gefunden. Der Google-Like-Button bleibt allerdings weiterhin erhalten, es handelt sich hier um ein gänzlich anderes Konzept. PlusOne könnte sich zu einem webweiten Share-Button entwickeln, wie es ihn bereits von Facebook gibt.

Dass Google sehr bald eines eigenes soziales Netzwerk oder wie man es bezeichnen möchte, starten wird, ist recht sicher. Welche Teile dieses zusammengefassten Gefüges tatsächlich zum Einsatz kommen, lässt sich nicht zu einhundert Prozent gesichert sagen, denn der Code ist stetig in Bewegung. Dass der Start in greifbare Nähe gerückt ist, zeigt sich an ersten Änderungen am Such-Layout, die sich mehr in Richtung „social“ bewegen. In den Niederlanden wird sie bereits manchen Nutzern angezeigt, auch der Entwickler Richard Frost interpretiert die Änderungen am Design als Indizien für einen baldigen Start.

Ob Google sich damit nicht wieder in die Nesseln setzt, wie bei Buzz, Wave und bisher PlusOne, werden wir offenbar bald erfahren. Ich bin noch recht skeptisch, dass Google ein erfolgreiches soziales Netzwerk als Alternative zu Facebook etablieren kann, lassen mich aber gern eines Besseren belehren.

– Quelle Stilbruch, danke an Florian Rohrweck für die Info!; Bild Google –

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