Honor 8 im Test: Preiswertes Allroundtalent mit Premium-Features

Das Honor 8 ist nun seit knapp einem Monat in Deutschland erhältlich. Ich hatte in dieser Zeit Gelegenheit dazu, mir das neue Smartphone aus China genauer anzuschauen – und ich übertreibe nicht, wenn ich sage: Mehr Smartphone für weniger Geld gibt es derzeit nicht.

Honor 8

„Produkt XYZ hat ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis!“ – das ist einer der Sätze, die mich im Regelfall nicht in Begeisterung versetzen. Warum? Ganz einfach: Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis muss man sich oft durch Kompromisse erkaufen. Ein solides Produkt eben, aber nichts Besonderes. Beim Honor 8 ist das anders. In der Tat hat auch das neue Flaggschiff aus China ein „gutes Preis-Leistungs-Verhältnis“, zugleich sticht es aber auch (positiv) aus der Masse an Smartphones hervor. Es ist etwas Besonderes.

Honor 8: Was bekommt man für 399 Euro?

Für ein iPhone 7 legt man knapp 800 Euro auf den Tisch, das Samsung Galaxy S7 pendelt derzeit irgendwo zwischen 500 und 600 Euro. Das sind klangvolle Namen, die jeder kennt – aber nicht jeder ist bereit dazu, so viel Geld in ein Smartphone zu investieren. Gerade bei der jüngeren Generation ist es oftmals auch gar keine Frage des Wollens, sondern des Könnens.

Dennoch wünscht sich natürlich jeder ein Smartphone, das sich gut anfühlt und bei dem man trotz des günstigeren Preises keine Kompromisse eingehen muss. Das Honor 8 setzt genau an diesem Punkt an.

Honor schickt sein neuestes Flaggschiff für 399 Euro ins Rennen. Damit ist es zwar kein echtes Schnäppchen, wie etwa das Honor 5X, das man bereits für die Hälfte bekommt. Aber dafür steht das Honor 8 in puncto Design, Verarbeitung und Leistung der zum Teil deutlich teureren Konkurrenz auch in nichts nach.

Honor 8

Die technischen Daten des Honor 8:

  • OS: Android™ 6.0 (EMUI 4.1)
  • Farben: Blau, Weiß, Schwarz
  • Display: 5,2 Zoll FHD (1920 x 1080 Pixel ,1080P)
  • Plattform: Hisilicon Kirin 950 (4 x Cortex A72 2.3GHz + 4 x Cortex A53 1.8GHz)
  • Batterie: 3000mAh(Fix), 2900mAh(Nennleistung)
  • Hauptkamera: 12 MP Dual-Kamera
  • Frontkamera: 8MP mit Blitzlicht
  • Speicher: 4GB RAM, 32GB ROM
  • Verbindungen: Wi-Fi 802.11ac/a/b/g/n, 2.4G/5G, Bluetooth 4.2, USB 2.0 mit USB Typ C Oberfläche
  • Maße: 145.5 x71.0 x7.45 mm
  • Gewicht: 153 g
  • Dual-SIM-Slot (SIM-Karte 1 (Hauptkarte): LTE FDD/TD-LTE/WCDMA/GSM/EGSM/DCS/PCS, SIM-Karte 2 (Teilung mit microSD-Karte): GSM/EGSM/DCS/PCS)
  • Fingerabdruck-Sensor (Smart Key)
  • NFC
  • Sensoren: Beschleunigungsmesser / Näherungssensor / Umgebungslichtsensor / Gyro-Sensor / Kompass / Hallsensor
  • Anschlüsse: Standard USB Typ C, microSD Karten-Slot (2. SIM-Karten-Slot), 3,5 mm Headset
  • Sonstiges: Nutzung als Infrarot-Fernbedienung möglich

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass man als Käufer beim Honor 8 auf nichts verzichten muss: 12 Megapixel Dual-Kamera, 5,2 Zoll FullHD-Display, Achtkern-Prozessor, 4 GB Arbeitsspeicher, 3000 mAh Akku, Dual-SIM und Fingerabdrucksensor – alles ist mit an Bord. Doch dazu später mehr.

Honor 8

Honor 8: Ein Gehäuse aus Glas und Aluminium

Eingangs schrieb ich, dass das Honor 8 etwas Besonderes ist. Wer wissen möchte, wie ich zu dieser Einschätzung komme, muss das Smartphone einfach mal in die Hand nehmen. Viele Hersteller, die Smartphones in unterschiedlichen Preisklassen im Sortiment haben, machen den Fehler, Einsteiger- und Mittelklasse-Geräte durch eine spürbar schlechtere Verarbeitung von ihren Premium-Modellen abzugrenzen. Auch beim Design gibt man sich nur selten Mühe. Auf diese Weise gibt man dem Kunden bewusst das Gefühl, etwas Minderwertiges gekauft zu haben. Vielleicht kauft er dann ja das nächste Mal das teurere Modell. Ja, vielleicht. Vielleicht greift er aber auch einfach zum Smartphone eines anderen Herstellers…

Honor hat diesen Fehler nicht gemacht. Die Marketingabteilung spricht beim Honor 8 von einem „dualen 2.5D Glasgehäuse“ mit „diamantgeschliffener Eleganz“ und einem „3D Raster-Effekt“. Das heißt ins Deutsche übersetzt: Das Gehäuse des Honor 8 besteht aus Glas (Vorder- und Rückseite) und Aluminium (Ränder). Die Kanten wurden geschliffen. Zudem entstehen durch die 15 Schichten Glas auf der Rückseite je nach Lichteinfall Reflexionen, die die hochwertige und elegante Anmutung des Honor 8 unterstreichen.

Honor 8

All das macht das Honor 8 zu einem echten Hingucker – und auch in puncto Verarbeitung muss sich das neue Flaggschiff der Chinesen nicht hinter einem Galaxy S7 oder iPhone 7 verstecken. Es fühlt sich einfach verdammt gut an. Man hat das Gefühl, ein qualitativ hochwertiges Produkt in der Hand zu halten und das ist wichtig, da jeder von uns täglich viel Zeit mit seinem mobilen Begleiter verbringt.

Ihr seht, ich bin großer Fan von dem Gehäuse aus Glas und Aluminium – aber einen Nachteil hat das verwendete Material dann doch: Es ist anfällig für Fingerabdrücke. Das liegt in der Natur der Sache und lässt auch nicht verhindern. Mich persönlich stört es im Alltag kaum, da mir eine hochwertige Haptik um einiges wichtiger ist. Wer allerdings eine „saubere“ Rückseite bevorzugt, kann auch ganz einfach eine Hülle verwenden.

Honor 8: Duale Kamera mit zwei 12-Megapixel-Sensoren

Das nächste Highlight des Honor 8 ist die Dual-Kamera, die der ein oder andere sicherlich schon vom Huawei P9 kennt. Für alle anderen erkläre ich es kurz: Auf der Rückseite des Honor 8 sind zwei 12-Megapixel-Sensoren verbaut. Einer nimmt ein Farbbild auf, der andere ein Monochrombild. Aus den Daten beider Kameras wird dann das endgültige Bild berechnet. Im Ergebnis führt das dazu, dass selbst Schnappschüsse scharf und richtig belichtet sind. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, den Schärfepunkt im Nachhinein neu zu setzen.

Wer das Huawei P9 kennt weiß, dass man dort den monochromen Sensor auch einzeln nutzen kann, um Schwarz-Weiß-Aufnahmen zu erstellen. Diese Funktion fehlt beim Honor 8. Ansonsten überzeugt die Kamera auf ganzer Linie. Selbst bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen. Die Bilder sind gestochen scharf und die Farben kommen gut zur Geltung.

Honor 8

Auch bei der Software hat Honor nicht an Funktionen gespart: Sowohl für Fotos als auch für Videos gibt es einen Experten-Modus, in dem ihr alle Parameter (Belichtung, ISO, etc.) von Hand einstellen könnt. Modi wie HDR, Panorama, Lichtmalerei und Zeitraffer fehlen ebenfalls nicht. Und wenn ihr mal mit der 8-Megapixel-Frontkamera Selfies aufnehmt, könnt ihr diese mit der Verschönern-Funktion – bei Bedarf 😉 – auch noch optimieren. Eurer Kreativität sind beim Honor 8 keine Grenzen gesetzt.

Hier ein paar Fotos, die ich mit dem Honor 8 in Paris und Hamburg gemacht habe:

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Honor 8: 5,2 Zoll Display, Achtkern-Prozessor und Fingerabdrucksensor

Freilich könnte man jetzt ganze Romane über die weiteren Features des Honor 8 schreiben. Könnte man. Muss man aber nicht. Das 5,2-Zoll-FHD-Display löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf, stellt Farben originalgetreu dar und liefert gute Kontrastwerte. Damit bin zumindest ich wunschlos glücklich. Wer möchte, kann zudem gezielt Blautöne reduzieren, wodurch die Augen geschont werden – etwa beim Lesen von längeren Texten.

Leistungstechnisch sorgt die Kirin 950-Plattform mit Oktacore CPU (4 x 2.3GHz A72 & 4 x 1.8GHz A53) dafür, dass das Honor 8 in allen Situationen des Alltags flüssig läuft. Beim Öffnen von Apps sind die Ladezeiten kaum spürbar und selbst anspruchsvollere Anwendungen meistert das Honor 8 mühelos (wobei es mit Sicherheit High-End-3D-Games gibt, die auch die Oktacore-CPU an ihre Grenzen bringen). In Kombination mit den 4 GB Arbeitsspeicher und der darauf abgestimmten Benutzeroberfläche des Honor 8 werdet ihr in puncto Performance somit in 99 Prozent aller Fälle keinen Unterschied zu den Flaggschiffen anderer Hersteller feststellen.

Zuletzt möchte ich noch den Fingerabdrucksensor erwähnen. Dieser ist nicht nur rasend schnell (0,4 Sekunden dauert das Entsperren), sondern dient auch als Smart-Key (Screenshots erstellen, Sprachaufnahmen starten, Taschenlampe aktivieren, Apps öffnen). Die Position auf der Rückseite ist zudem so gewählt, dass ihr intuitiv euren Finger auf den Sensor legt, sobald ihr das Honor 8 in die Hand nehmt.

Honor 8

Honor 8: Viel Smartphone für (vergleichsweise) wenig Geld

Zusammenfassend kann man sagen, dass Honor mit dem Honor 8 alles richtig gemacht hat. Durch die Kombination aus Glas und Aluminium hebt sich das neue Flaggschiff deutlich von der Masse ab, fühlt sich hochwertig an und sieht obendrein auch noch gut aus. Mit der Dual-Kamera kommt ein Kamera-Konzept zum Einsatz, das wir künftig wohl häufiger in der Smartphone-Oberklasse sehen werden. Die Resultate sprechen jedenfalls für sich.

Das Display des Honor 8 stellt sämtliche Inhalte gestochen scharf dar, der Achtkern-Prozessor sorgt dafür, dass diese auch flüssig laufen. On top gibt es einen rasend schnellen Fingerabdrucksensor, einen 3000 mAh-Akku, der sich in nur 30 Minuten auf 47 Prozent laden lässt (USB Typ C) und einen Dual-SIM-Karten-Slot. Letzterer fungiert allerdings zugleich als microSD-Karten-Slot, so dass ihr nur ohne eingelegte Speicherkarte in den Genuss von zwei SIM-Karten kommt.

All das bekommt ihr für 399 Euro. 399 Euro, die gut investiert sind.

Frank Feil

Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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