Huawei P10-Test: Unterwegs auf Sylt

Das Huawei P10 stellt das Thema Fotografie in den Mittelpunkt: „Farbe – Stil – Innovation“. Für ein halbes Jahr war das Smartphone mit Leica Dual Kamera 2.0 mein Begleiter auf Reisen. Unter anderem im Mai auf Sylt. Zeit für ein Fazit.

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Das Huawei P10 wurde im Februar 2017 auf dem MWC in Barcelona vorgestellt. Die lange Schlange vor der Pressekonferenz wird mir wohl ewig in Erinnerung bleiben. 😉 Seither ist knapp ein halbes Jahr vergangen – und ich hatte genug Zeit, mir das Huawei-Flaggschiff genauer anzuschauen. Ich verzichte an dieser Stelle auf eine Auflistung der einzelnen Features, da euch die Spezifikationen des P10 inzwischen hinreichend bekannt sein dürften. Legen wir also direkt mit meinen Erfahrungen aus der Praxis los.

Huawei P10: Dezentes Design, perfekte Haptik

Große Smartphones haben sicherlich ihren Charme. Ich hatte sowohl das iPhone 6 als auch das iPhone 7 in der Plus-Version – und auch das P10 gibt es ja bekanntlich als Plus-Modell. Dann ist der Bildschirm keine 5,1 Zoll sondern 5,5 Zoll groß. Wem das immer noch nicht reicht, der muss zum Mate 9 greifen.

Ich stelle allerdings immer häufiger fest, dass mir gerade auf Reisen ein kompaktes Smartphone deutlich lieber ist. Es ist handlicher, passt besser in die Hosentasche und man erreicht bequem alle Bereiche des Bildschirms. In dieser Hinsicht ist das Huawei P10 perfekt designt. Schon als ich das Smartphone das erste Mal aus der Verpackung genommen habe, dachte ich „Wow, tolle Haptik!“. Und das denke ich für gewöhnlich nur beim iPhone. Woran das liegt? Ganz einfach: Huawei hat beim P10 Wert auf eine hochwertige Verarbeitung gelegt. Das Gehäuse ist größtenteils aus Aluminium gefertigt. Das fühlt sich gut an. Die matte Rückseite wirkt dezent, zugleich aber auch edel. Man sieht nicht jeden Fingerabdruck, wie das beispielsweise beim Honor 8 der Fall ist.

Zudem ist das Huawei P10 nur 6,98 Millimeter dünn und 145 Gramm schwer. Das trägt natürlich ebenfalls zur Haptik bei. Wenn das hier eine Pressemitteilung wäre, würde man jetzt wohl von einem „Handschmeichler“ sprechen. Ich sage einfach nur: das P10 liegt verdammt gut in der Hand und ist top verarbeitet.

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Huawei P10: Unterwegs mit der Leica Dual Kamera 2.0

Kirin 960 Octa-Core-Prozessor mit Machine-Learning Algorithmus, Huawei Ultra Memory, SuperCharge-Technologie und ein Fingerabdrucksensor, der zugleich eine intuitive Gestensteuerung ermöglicht. Ja, das ist alles toll, aber wenn ich ehrlich bin, reicht mir im Alltag auch die Performance eines Huawei P9 noch problemlos aus. Ich konnte diesem Rumgereite auf Benchmarks noch nie etwas abgewinnen – und mir ist bislang auch noch nie jemand begegnet, der mir glaubhaft versichern konnte, dass er den leicht schnelleren Prozessor im Alltag tatsächlich bemerkt. Klar, solche Verbesserungen gehören zu einer neuen Smartphone-Generation dazu, aber entscheidend sind sie – zumindest für mich – nicht.

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Sehr wohl entscheidend ist für mich dagegen die Qualität der Kamera. Ich besitze zwar eine „richtige“ Kamera (Panasonic Lumix DC-GH5, ebenfalls mit Leica-Objektiv), aber im Urlaub trage ich diese nicht permanent mit mir herum. Gerade bei einem Ausflug mit dem Fischkutter auf Sylt oder einer Wattwanderung ist ein Smartphone doch deutlich praktischer.

Die Leica Dual Kamera 2.0 des HUAWEI P10 ist mit zwei SUMMARIT-H Linsen mit einer F2.2-Blende ausgestattet. Zwei Sensoren mit 20MP Monochrom- und 12MP Farb-Sensoren sowie einer Optischen Bildstabilisierung (OIS) sorgen für atemberaubende Fotos, egal ob Farbe oder Schwarz-Weiß, Porträt oder Landschaftsaufnahme, oder filmreife 4K-Videoaufnahmen.

So beschreibt Huawei die Kamera des P10. Vom Marketing-Sprech ins Deutsche übersetzt heißt das: Das Huawei P10 hat zwei Sensoren. Der Farbsensor besitzt 12 Megapixel, der Monochrom-Sensor 20 Megapixel. Beides sind 28-Millimeter-Objektive.

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Das Potenzial der Kamera des Huawei P10 ist enorm. Die Kombination aus RGB- und Monochrom-Sensor ermöglicht beeindruckende Aufnahmen. Dank f2.2-Blende auch bei schlechteren Lichtverhältnissen. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, muss man allerdings bereit dazu sein, sich zumindest etwas mit dem Thema Fotografie zu beschäftigen. Der Auto-Modus des P10 ist sehr gut, liefert aber nicht immer das gewünschte Ergebnis – vor allem wenn man eine bestimmte Bildkomposition vor Augen hat oder eine Stimmung vermitteln will. In diesem Fall hilft der Pro-Modus weiter. Dort lassen sich Belichtungszeit, Blende, ISO und Weißabgleich individuell einstellen. Wer möchte, kann dann auch noch zwischen „Standard“, „Weiche Farben“ und „Kräftige Farben“ variieren.

Die beiden Bilder oberhalb dieses Abschnitts arbeiten mit kräftigen Farben und vermitteln sommerlichen Flair. Die zwei folgenden Bilder orientieren sich dagegen am zum Teil tristen Sylter Wetter. Wer noch eine Schippe drauflegen will, kann freilich im RAW-Format fotografieren und die Bilder am Rechner mit Lightroom entwickeln. Aber die Arbeit werden sich wohl nur wenige machen.

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Huawei P10: Fazit

Sowohl auf Sylt als auch bei anderen Reisen in den vergangenen Monaten war das Huawei P10 mein stetiger Begleiter. Dass ich mit der Verarbeitung und Haptik mehr als zufrieden bin, habe ich eingangs bereits ausführlich dargelegt. Performance und Akkulaufzeit? Passt! Wenn ich nach einer längeren Fototour am Abend nach Hause komme und noch 30 Prozent Akku habe, ist das für mich vollkommen in Ordnung.

Auch im für mich entscheidenden Punkt – der Kamera – bekommt das Huawei P10 von mir die volle Punktzahl. Die Kombination der zwei Sensoren und die unterschiedlichen Parameter, die ich individuell einstellen kann, ermöglichen erstklassige Aufnahmen. Ab und an habe ich in Tests gelesen, dass die Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen etwas rauschen. Das kann man zwar kritisieren, sollte dabei aber im Hinterkopf behalten, dass wir hier von einem Smartphone und keiner DSLR oder Systemkamera sprechen. Und wer wirklich so ambitionierte Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen mit dem Smartphone erstellen möchte, den hindert ja auch nichts daran, ein Stativ mitzunehmen, den ISO-Wert runterzudrehen und mit längeren Belichtungszeiten zu arbeiten.

Frank Feil

Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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