Internet Explorer 9 – Totgeglaubte leben länger

IE9-Test-Drive Internet Explorer 9 – Totgeglaubte leben länger Microsoft Software

Microsoft hat gestern eine Entwickler-Vorabversion des IE9 zum Download freigegeben. Mit diesem Release will der Redmonder Softwareriese zeigen, dass er sich im Kampf um die Browser-Vorherrschaft gegen Mozilla, Google und Opera noch nicht verloren gegeben hat.

Wie der eigentliche Platzhirsch in der Browserwelt Firefox und der aufgehende Stern Google Chrome ist der Internet Explorer 9 nun mit den aktuellen Webstandards wie HTML5, XHTML und CSS3 ausgestattet. Damit ist der Browser für zukünftige dynamische Websites gerüstet. Videostreaming ohne Flash und Unterstützung ortsbasierter Dienste (Geolocation) sollen nun mitunter ermöglicht werden. Wer die Funktionen auf der Testdrive-Website ausprobiert wird sehen, dass Funktionen die HTML5 und XHTML erfordern, wie der HTML5 T-Shirt-Designer nun nutzbar sind. Etwas Besonderes ist das im Grunde nicht, wenn man zuvor ohnehin mit Firefox, Safari oder Chrome unterwegs war. Für Microsoft anscheinend schon.

Interessant ist, an der Testdrive-Website, dass der Internet Explorer 9 den Acid3 Test mit nur 55 von 100 Punkten besteht – und damit beworben wird. Der alte Firefox 3.0.5, an dem ich zurzeit arbeite, schafft bereits ganze 71 Punkte – nicht zu vergleichen mit der Testversion des Firefox 3.7, der es auf einen Wert von 97 Punkten bringt.

Neben HTML5 und CSS3 will Microsoft in Bezug auf Javascript auf die Geschwindigkeiten von Firefox und Chrome herankommen. Mit dem IE9 kann dies laut Mashable gelingen. Allerdings kommt die integrierte Javascript Engine nur an die hohen Werte der anderen Browser heran, schlägt oder übertrifft diese nicht. Um die Geschwindigkeit des Nachfolgers der IE8 zu erhöhen, zapft der IE9 die DirectX Hardwareressourcen an. Dies soll der Verbesserung der Grafik und AJAX Darstellung dienen. Offenbar funktioniert die Nutzung der GPU auch recht gut – es wirkt im Testdrive-Browser recht glatt.

Um diese Funktionen zu integrieren geht Microsoft einen harten Weg, denn nur Nutzer der Betriebssysteme ab Vista können die die anstehende Browser-Generation einsetzen. Nutzer von Windows XP und älter bleiben auf der Strecke. Ich bin mit nicht sicher, ob das im eigenen Sinne ist, schließlich gibt es gerade in Firmen noch sehr viele PCs, die mit diesem stabilen Betriebssystem laufen.

Ob Microsoft es wirklich schaffen sollte mit dem IE9 die Nutzerzahlen wieder zu beleben, wage ich zu bezweifeln. Dafür sind die anderen Browser einfach besser. Vor allem ist der Internet Explorer bis Windows Vista quasi als Monopolist ins Windows Betriebssystem integriert gewesen. Mit der Browserwahl sieht es anders aus – nun hat der Windowsnutzer die Qual der Wahl. Daher stelle ich die Überlebenschancen des Internet Explorers zwar nicht gänzlich in Frage, nehme aber an, dass die Anzahl der IE-Nutzer in Zukunft weiterhin eher zurückgehen und dann im (unteren) Mittelfeld mitspielen wird.

[via Mashable]

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