iPad – Ausgepackt und angetestet

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Was war das für eine aufregende letzte Woche. Das Beobachten des aktuellen Versandstatus (#1,#2,#3) und der damit einhergehende immer größere Spannungsbogen, je näher das Paket zum Zielort gekommen ist. Doch dann war es am Donnerstag, dem 27.05.2010, soweit und ich hielt das verpackte iPad (16 GB WiFi) in den Händen. Unter uns gesagt ist es schon ein wenig verrückt, wie einen die Euphorie packt und man genau in den Strom der Leute gezogen wird, zu denen man nie gehören wollte. Zumindest ließ sich die Hysterie unterdrücken.

Nun hatte ich also ein komplettes Wochenende Zeit, mich mit dem iPad zu beschäftigen, sofern es mein Sohnemann zugelassen hat. Mit fünf Monaten ist er noch vom Apple-Hype unberührt und möchte von echten Menschen bespaßt werden. Was ihr in diesem Artikel somit in erster Linie geboten bekommt sind erste Eindrücke, sowie die ersten Fotos beim Auspacken und von vereinzelten Applikationen. In den nächsten Wochen sollen dann einzelne Anwendungen unter die Lupe genommen und euch präsentiert werden.

Packungsinhalt

Ob ihr es glaubt oder nicht ist der Inhalt der iPad-Verpackung überschaubar. Da wäre zum einen das iPad (Überraschung!) und zum Anderen das gewohnte USB-Kabel zwecks Sync und Aufladung, sowie das entsprechende Netzteil. Abgerundet wird das Zubehör-Paket mit ein wenig Papierbeilage, die ich mir nicht weiter angeschaut habe. Hätte es Apple wirklich soviel gekostet eine Neopren-Tasche mitzuliefern, damit das iPad auch ohne extra Zubehör geschützt transportiert werden kann (Beispiel: Google Nexus One)? Wie ihr schon merkt, kommt man um den Punkt, sich eine passende Tasche für das iPad zuzulegen, aus meiner Sicht nicht herum. Immer wieder bin ich gezwungen, es ganz vorsichtig abzulegen, damit die entsprechende Ablagefläche mir keine unnötigen Kratzer in die Rückseite des iPads macht. Im Vorgriff dazu die Information am Rande, dass ich mir das Original Apple iPad Case zulegen werde. Ich bin zwar kein Freund von Verhüllungs-Aktionen, aber hier geht es einfach nicht ohne; dem Gerät zu liebe!

Erste Berührungen

Verpackung und Inhalt zur Seite geschoben. Her mit dem iPad. Erster Gedanke: Schwerer als erwartet. Nicht zu schwer (0,68 kg), aber man hat „gut was in der Hand“. Vor dem Einschalten wurde das Gerät erstmal ausführlich von jeder Seite betrachtet. Sehr sehr sehr schick! Das gute Stück ist nicht nur ein sechsfaches iPhone oder iPod touch, sondern ein rundum gelungener Augenschmaus. Die Größe ist ansprechend. Durch die Aluminium-Rückseite rücken hier auch endlich die vom iPhone so ungewünschten Fingerabdrücke nicht in den Fokus, sondern man muss schon explizit von der Seite schauen, um sie auf dieser Oberfläche zu erkennen.

Uuund Action!

Der Bootvorgang in das iPhone OS 3.2 lief erstaunlich schnell von statten. Auch ohne das Gerät vorher aufladen zu müssen, konnte ich direkt mit einer Akkuleistung von 99% (laut der Anzeige meines iPads) anfangen. Ich konnte mich des ersten Eindrucks nicht verwehren, dass das vor mir wirklich nur ein zu groß geratener iPhone-Screen ist, aber was für einer. Die Farbintensität und Helligkeit des Displays ist atemberaubend. Das Starten von Anwendungen sowie das Switchen der einzelnen Home-Screens laufen flüssig von statten und macht Lust auf mehr. Die speziell für das iPad angepassten Versionen von E-Mail, Safari den Einstellungen und allen anderen vorinstallierten Anwendungen machen das iPad zu einem Consumer-Gerät der Extraklasse. Ich möchte hier nochmal explizit darauf hinweisen, dass das iPad als Workstation der falsche Einsatzzweck ist. Mir geht es darum, ein Gerät direkt ohne großartiges Booten parat zu haben, das es mir erlaubt, problemlos im Internet herumzusurfen, meine E-Mails zu lesen, Fotos zu verwalten und Videos zu schauen. Alles was ich zu diesen grundlegenden Funktionen zusätzlich mit dem Gerät erledigen kann bringt Bonuspunkte. Will heißen, dass mein grundlegender Einsatzzweck zu 100%, in beeindruckender Weise, abgedeckt wurde.

Akkuleistung

Ich kann euch hier keine stichhaltigen Zahlen nennen und betone nochmal, dass es sich bei meiner Version lediglich um die WiFi-Version handelt, aber ich konnte bislang machen was ich wollte, ich habe es nicht geschafft, dass mir das iPad vor dem allabendlichen Aufladen leer gegangen ist. Ob Bluetooth an oder aus, ob aufwendigere Spiele gespielt wurden oder oder oder. Die Akkuleistung war stehts zum Abend hin noch mehr als ausreichend. Der zusätzliche Vorteil des iPads ist es, auch bei starker Last nicht zu erhitzen. Auch nach längerer Nutzungsdauer ist die Rückseite des iPads stehts angenehm lau geblieben.

Die Sache mit den Fingerabdrücken

Fingerabdrücke war für mich ein großes Thema vor der Anschaffung des iPads. Zudem kam das Problem, dass ich es mir vorher nicht anschauen konnte, wenn ich es als einer der ersten und ohne Anstehen und Warten haben wollte. Nach den ersten Spielereien legte ich das iPad beiseite und dachte mir nur, beim Blick auf den ausgeschalteten Touch-Screen: Meine Herren ist der verschmutzt. Jetzt darfst du nach jeder Benutzung erstmal das Display von den Fingerabdrücken frei machen, bevor du es weiter benutzen kannst. Diese Denke stellte sich aber zu meinem Glück als Trugschluss heraus. Egal wie viele Fingerabdrücke auf dem iPad nach der Benutzung vorhanden sind, sobald das Gerät eingeschaltet wird sieht man davon gar nichts mehr. Natürlich wische ich hin und wieder das Display sauber, damit es nicht allzu geschunden ausschaut, wenn ich das Gerät beiseite lege.

Reflektionen von Tages- und Sonnenlicht

Spiegelnde Displays neigen zum spiegeln (ist nicht wahr!). Das iPhone hatte es bislang geschafft, auch mit spiegelndem Display bei Sonnenlicht hervorragend lesbar zu bleiben. Diese Herausforderung ist natürlich bei einer sechsfachen Display-Oberfläche weitaus schwieriger zu bewältigen, da es natürlich bei gleicher Technik wesentlich mehr Lichteinfall auf das Display gibt. Im Haus habe ich keinerlei Probleme mit dem spiegelnden Display. Selbst wenn ich vor dem Fenster sitze, lässt sich das Gerät problemlos bedienen. Wenn ich mich nun aber – das Wochenende war sehr sonnig – nach draußen setze, bekomme ich schon ein Problem mit der Lesbarkeit. Leider lässt sich dieser Eindruck schlecht auf einem Foto festhalten, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es auf dem Foto weitaus unleserlicher aussieht, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Zusammengefasst kann man draußen arbeiten, aber bei starken Sonnenstrahlen ist es nicht mehr ganz angenehm. Dies ist dann problematisch, wenn man sich als Sonnenanbeter denkt, dass man sein schönes Ebook doch draußen weiterlesen könnte. Hier sei aber zudem noch erwähnt, dass das iPad an heißen Tagen sehr temperaturempfindlich reagiert. Am Wochenende konnte ich es aber dennoch nicht dazu bewegen den Betrieb aufgrund der Temperatur einzustellen.

Die Sache mit den iPhone Apps

Ein weiteres Thema am Wochenende waren meine für das iPhone gekauften Apps. Im Vorfeld hatte Steve Jobs große Töne in die Räume schallen lassen, dass die Zoom-Funktion derart klasse ist, dass auch alle alten iPhone-Apps problemlos weiterbetrieben werden. Genaue Leser werden schon bemerkt haben worauf ich abziele. „Die Apps können problemlos weiterbetrieben werden“. Die Aussage ist korrekt, aber die Darstellung der Apps lässt teilweise zu wünschen übrig, wobei dies natürlich von App zu App unterschiedlich ist. In der Galerie findet ihr Fotos zum Spiel „Einfach Genial“, das nach dem Zoomen sehr pixelig wirkt und somit für mich unbrauchbar. Des weiteren ein Foto des Spiels „Giana Sisters“, wo es keinerlei Probleme beim Zoomen gibt und das Spiel sogar noch mehr Freude auf dem iPad macht. Ich hoffe hier einfach auf die Hersteller der Apps, dass meine gekauften Sachen bald universell eingesetzt werden können und nicht als extra „HD-App“ zusätzlich erworben werden müssen. Kann mir mal einer erklären, warum Facebook so lange für eine passende iPad-Version braucht? Da war ich leicht schockiert…

Multitasking

Was mir wirklich fehlt, ist das kommende Multitasking. Was auf dem iPhone noch eher weggesteckt werden konnte, stellt sich auf dem iPad als wirklicher Nachteil dar. Es ist schön, dass es ein spezielles WordPress-App gibt, aber es ist nicht schön, dass eventuell recherchierte Artikel aus dem Safari erst geschlossen werden müssen. Über das Thema wurde bereits lang und breit berichtet und Apple hat das Feature schon angekündigt, darum will ich jetzt nicht noch weitere Beispiele aufzählen, sondern freue mich einfach auf das was kommt.

Fazit

Wer den Artikel liest wird sich wohl in erster Instanz fragen, ob mich Apple bezahlt, wenn ich soviel positives zu dem Gerät schreibe. Hierbei muss man sich aber im Klaren sein welche Anforderungen ich an das iPad hatte. Für mich als reines Consumer-Gerät und da alle meine Anforderungen sehr gut umgesetzt wurden, kann es kein anderes Fazit geben, als eine klare Kaufempfehlung für das iPad. Es ist zwar jetzt erst ein paar Tage bei uns, aber nicht mehr wegzudenken. Ob als Ebook-Reader für meine Frau oder als schnelle Fernsehzeitung für beide, sowie als „Mal schnell googlen“-Gerät ist das iPad optimal.

Würden Sie das Gerät weiterempfehlen? JA

Galerie

 

Technische Spezifikationen

Details zu den technischen Spezifikationen erhaltet ihr auf der deutschen Apple-Seite zum iPad.

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Dirk
11 Jahre zuvor

So ziemlich ähnliche Erfahrungen durfte ich auch machen. Mein iPad hatte ich bei einem Apple Premium Reseller am Freitagmorgen abgeholt und den Apparat ebenfalls am Wochenende ausgiebig getestet. Ich kann Dir in allen angesprochenen Punkten zustimmen. Fingerabdrücke sieht man im Betrieb überhaupt nicht, die Spiegelungen im Freien halten sich in Grenzen, können aber bei direktem Lichteinfall schon störend sein.

Besonders erschrocken bin ich nach einigen Stunden mit dem iPad, als ich mein iPhone in die Hand nahm. Die Icons sind ja nicht viel kleiner als auf seinem großen Bruder, aber plötzlich wirkt auf dem Handy alles so klein und beengt. 🙂 Und bei Apps, die auf beiden Geräten optimiert laufen, bevorzugt man dann automatisch das iPad. Meine E-Mails lese ich nur noch mit dem Gerät.

Das iPhone war für mich schon „The never ending Spielmachine“, aber das iPad toppt das Ganze nochmal.

Jens
11 Jahre zuvor

Nicht nur du bist durch weg positiv begeistert auch mir geht es so… Bisher konnte ich nicht wirklich ein Manko des iPad ausmachen…

Super Artikel..

LG Jens

11 Jahre zuvor

Ich verstehe nicht ganz, warum es so schlimm ist, dass Facebook (noch) keine App für’s iPad hat, schließlich kann man mit so einem Tablet doch wunderbar die Webanwendungen verwenden! Überhaupt finde ich, dass auf dem iPad eine Großzahl an Apps sinnlos geworden ist. Eine App um Zeitschriften zu lesen? Ich kann doch online nachschauen! Eine App um zu twittern? Geht auch online! Eine App um Feeds zu lesen? Google Reader nutzen! usw… Sollte auf dem großem Display alles kein Problem sein.

Dirk
11 Jahre zuvor

@Mathias: Ja, stimmt, Facebook sieht hervorragend auf dem iPad aus, aber versuch mal Fotos hochzuladen. Geht nicht. Dazu hab ich mir dann doch wieder die iPhone-App installiert. Auch doof. Andererseits kann man mit dem iPad ja auch keine Fotos schießen, wozu also diese Funktion anbieten? 🙂

Und der Google Reader ist auch fein, aber ich möchte einfach einen schönen RSS-Reader wie den Reeder auf dem iPhone – dessen iPad-Pendant der Programmierer übrigens gestern bei Apple eingereicht hat und das hoffentlich in Kürze den App Store erreicht.

Auch Nachrichtenportale kann man mit dem iPad schön lesen (z. B. stern.de), aber noch schöner und übersichtlicher geht’s per App (z. B. Focus und N24).

Klar, das iPad stellt die allermeisten Internetseiten in ihrer vollen bracht dar, aber das Handling im Safari-Browser lässt diese Pracht oftmals wieder verblassen. Da empfehle ich übrigens alternativ den iCab-Browser.

Dirk
11 Jahre zuvor

@Sascha: Wobei mich iKiosk sehr enttäuscht.

11 Jahre zuvor

@Sascha: Ich verstehe schon, dass die Apps auch Vorteile bringen, aber für mich als MacBook Pro und iPhone Nutzer ist ein Browser alles was ich zur Informationsaufnahme im Web brauche. 🙂 Push-Benachrichtigungen habe ich noch nie vermisst. Das wären dann auch so viele, dass ich kaum noch zu was Anderem kommen würde.
Auf dem iPhone finde ich eine extra Facebook App super – dort ist der Bildschirm einfach zu klein für normale Webseiten. Aber auf dem iPad wäre diese (für mich) überflüssig. Der Grund, warum ich mir (möglicherweise) ein iPad zulegen würde, wäre doch das größere Display für’s Web-Browsen.

Leider kann mir das iPad weder ein MacBook noch ein iPhone ersetzen, sonst würde ich beides abgeben und umsteigen. 😉 Aber ich bin vielleicht auch die falsche Zielgruppe.

11 Jahre zuvor

@Dirk: Die Frage für mich wäre, ob ’schöner‘ wirklich wichtig ist, oder nicht doch viel mehr die Inhalte.

11 Jahre zuvor

Übrigens… Hier ein ganz schönes Beispiel, wie eine Zeitschrift für das Web aussehen kann, wenn sie in HTML5 umgesetzt wird:
https://www.youtube.com/watch?v=U3j7mM_JBNw&fmt=18

Keine App notwendig 😉

Dirk
11 Jahre zuvor

@Mathias: Ja, genau. Das sieht doch schonmal sehr geil aus. Es geht gar nicht so sehr darum, was ein Verlag den Lesern bietet, sondern wie.

[…] erste große Bestellflut ist nun vorüber und die heiß begehrten Apple Tablets sind mittlerweile wohl bei den meisten Erstbestellern angekommen. Da so viele bereits ihre iPads […]

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