iPhone 3G: Ist ein Unlock überhaupt noch notwendig?

Erst gestern habe ich im Netz wieder Berichte gelesen, dass die Jungs vom iPhone Dev Team dem Unlock des iPhone 3G wieder einen Schritt näher gekommen sind, ein funktionsfähiger Hack aber wohl noch auf sich warten lässt. Für mich stellt sich nun die Frage, ob überhaupt noch das Bedürfnis nach einem solchen Unlock besteht.

Gehen wir mal in das vergangene Jahr zurück, zum Erscheinungsdatum des ersten iPhones. Zunächst nur in den USA erhältlich, war die Nachfrage nach dem neuen iPhone jedoch auch weltweit immens. Da das erste iPhone bei AT&T damals ja noch ohne Vertrag erworben werden konnte, stellte sich schnell ein reger Handel bei Ebay ein und die Leute waren bereit teils immense Summen für das neue „Wundersmartphone“ zu bezahlen. Entsprechend groß war natürlich auch die Nachfrage nach einem Hack, der den Weg öffnete, das iPhone auch in anderen Netzen nutzen zu können, gerade auch ausserhalb der USA. Das Erscheinen dieses „JailBreaks“, der das iPhone sowohl für andere Netze als auch für Programme von Drittanbietern öffnete lies nicht lange auf sich warten, auch wenn es anfangs noch sehr kompliziert war sein iPhone zu hacken.

Der Anreiz war simpel: nach kurzer Zeit konnte man das iPhone in den USA locker für 300 € oder 400 € bekommen und das ohne Vertrag. In Deutschland wurde das iPhone bei Veröffentlichung für 400 € verkauft und das mit den umstrittenen Verträgen von T-Mobile. Klar, dass eine Zeitlang mehr gehackte iPhones in Deutschland zu finden waren als regulär erworbene.

Wie sieht das aber nun beim neuen iPhone 3G aus? Apple hat einen klugen Schachzug getan und das neue iPhone 3G weltweit an Verträge gekoppelt. Es ist also nicht mehr möglich das iPhone 3G aus den USA für einen Minimalbetrag zu importieren. Natürlich besteht die Möglichkeit sich etwa in Belgien eines ohne Netlock zu holen, aber wer will schon weit über 500 € ausgeben um dann ohne die notwendige Datenflatrate dazustehen?

So hat sich ein Großteil der Leute, auch auf Grund der verbesserten Preise bei T-Mobile, doch dazu entschlossen sein iPhone 3G doch lieber auf normalem Wege und mit Vertrag zu sichern. Ist nun überhaupt noch das Bedürfnis nach einem Unlock da? Bzw. ist vielleicht gerade das der Grund, warum die Hackercommunity diesmal so lange braucht? Vorausgesetzt es gäbe diesen Hack bereits, was würde er bringen? Die einen haben das iPhone 3G schon mit Vertrag, die anderen müssten dennoch 600 € für das Gerät bezahlen, welches dann im Regelfall schon ohne Netlock ist.

Wie seht ihr das? Benötigt ihr für euer iPhone 3G einen Unlock bzw. wäre es für euch in irgend einer Form nützlich?

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Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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Niklas Rieckmann
12 Jahre zuvor

Ich finde das ein Hack ziemlich unnötig und aufwändig ist.
Das wohl wichtigste Gegenagument aus meiner Sicht ist das, dass man mit einem gehackten iPhone keine Datenflatrate mehr hat.
Somit hat man wohl im Monat eine deutlich größere Rechnung als die, die man von T-Mobile hätte 😉

Naja ich hab mein iPod Touch und mein Handy 😀

Grüße
Niklas

12 Jahre zuvor

Ich hab noch das erste iPhone, weil das neue keinen Unlock kann. Falls es moeglich waere haette ich es aber ueber T-Mobile gekauft. Wegen der Datenflat fuers mit Abstand beste Netz und Visual Voicemail.
Der Grund: Ich bin gerade in England fuer 5 Monate und will hier nicht aufs iPhone verzichten. Datenflatrate ueber o2 kostet uebrigens 10 pfund (13 Euro) im monat… Das netz ist allerdings bescheiden…

Beim ersten iPhone hat der erste Software Unlock doch auch lange auf sich warten lassen. Die ersten benutzerfreundlichen Tools kamen doch erst nach einem dreiviertel Jahr.

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