iPhone 4: Wie realistisch ist eine Rückholaktion der Smartphones?

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Wie wir berichteten, riet der zweite Teil des Consumer Reports vom Kauf des iPhone 4 ab. Aufgrund der vielfach diskutierten Antennen-Probleme, werden nun die Stimmen lauter, eine Rückrufaktion für die Apple-Geräte einzuleiten.

Unter einer Rückrufaktion würde allerdings nicht nur das Ansehen Apple’s leiden. Nach Berechnungen von Bernstein Research würde eine umfassende Rückrufaktion des iPhone 4 nicht besonders wahrscheinlich sein. Schließlich würde sie wohl um die 1,5 Milliarden US-Dollar oder anders ausgedrückt 3,5 Prozent der aktuell vorhandenen liquiden Mittel verschlingen Apple’s. Obwohl es mit Professor Matthew Seeger, einem Experten für Krisenkommunikation, auch Gegenstimmen gibt, die sich klar für eine Rückholaktion aussprechen. Nach der Analyse von Bernstein Research sei es viel wahrscheinlicher und auch deutlich billiger, wenn Apple einen kostenlosen Gummischutz mit jedem Smartphone an seine Kunden überreichen würde. Damit könnte zumindest ausgeschlossen werden, dass man mit der in einem äußeren Metallstreifen verbauten Telefon-Antenne in Berührung komme. Apple verlangt im Einzelhandel satte 29 Dollar für die iPhone-Bumper. Die tatsächlichen Kosten für Apple schätzt Bernstein dagegen bei einem Dollar pro Stück. Nach Aussagen des Analysten Sacconaghi könnte Apple damit 1. sofort damit beginnen 2. direkt auf die Bedenken aus dem Consumer Report eingehen und 3. würde dies keine großen finanziellen Mittel beanspruchen.

Bei den Verbraucher sei zudem ein steigendes Bewusstsein für das Antennen-Problem zu konstatieren. Darüber hinaus wird eine Abhilfe dieses Problems gewünscht. Die Probleme bei der Antenne des iPhone seien ferner nicht so groß, wenn man Apple’s missglückte Antwort daraufhin betrachtet . Auf lange Sicht könnte diese nämlich von Apple Investoren als Hybris ausgelegt werden. Beispiele über eine mangelhafte oder spärliche Kommunikation wie zum Beispiel über Jobs Gesundheitszustand, der Ablehnung von Flash oder bezüglich der Untersuchungen bei dem verlorenen gegangene iPhone Prototypen gebe es demnach genug. Zudem seien Beschränkungen bei der App-Entwicklung, und Jobs Antwort auf die iPhone Antennenproblematik zu nennen.

Damit besteht die Sorge, dass diese Fülle an negativen Geschichten im Lauf der Zeit die Wahrnehmung der Verbraucher beeinflusst und somit den kommerziellen Erfolg des Unternehmens reduzieren könnte. Apple hat bisher seinen iPhone 4-Kunden geraten, entweder das Telefon anders zu halten oder sich eben den kostspieligen Gummischutz zu kaufen. Zudem sei man an einem Software-Update dran, dass die Zahl der Statusbalken zukünftig richtig angezeige, das Empfangsproblem allerdings nicht beheben werde. Ich bin gespannt welche weiteren Kreise das Antennenproblem ziehen wird. Eine eventuelle Rückholaktion sollte jedenfalls nicht zu langsam eingeleitet werden, wie es bei dem gigantischen Toyota-Disaster endete. Der Image-Schaden wäre nämlich beträchtlich.

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[…] Vielleicht ist es in diesem Jahr sogar gut so, dass die Lieferengpässe wie gewohnt eintreten. Damit hat Apple mehr oder weniger Zeit sich mal Gedanken zu machen, wie am Besten mit dem Designfehler umzugehen ist. […]

Franz Strohsack
12 Jahre zuvor

Habe ein Iphone 4 und ich habe keine Empfangsprobleme kann das Handy umfassen wie ich will…alles Panikmache….

[…] bis zu David Letterman hat es das iPhone 4 geschafft. Ob Apple aber tatsächlich betroffene Smartphone zurücknehmen, oder vielleicht auch kostenlose Schutzhüllen anbieten wird, die das Problem ja anscheinend […]

12 Jahre zuvor

@ Franz: manche haben vielleicht glück gehabt, dass das iphone probleme hat, gibt sogar apple offen zu und lädt am kommenden Freitag zu einer pressekonferenz

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