Lenovo K6 Testbericht

Lenovo hat Ende November 2015 damit begonnen, neben den Moto-Smartphones auch Solche unter eigenem Label anzubieten. Unter Ihnen befindet sich das Lenovo K6. Es ist nach dem Topprodukt, dem Phab 2 Pro mit Google Tango, und dem P2 das drittstärkste Gerät. Es ist in der unteren Mittelklasse platziert.

Lenovo K6

Lenovo und seine nicht-Moto-Smartphones

Das Line-up von Lenovo geht mit dem Lenovo B bei 99 Euro los, steigt über das Lenovo C2 mit 129 Euro und das Lenovo K6 mit 199 Euro hoch zum Lenovo P2 mit 349 Euro und Phab 2 Pro mit 499 Euro. Im Handel liegt der Preis immer gut 10 Euro unter diesen EVP. Lenovo deckt damit selbst nahezu jeden Preispunkt ab und hält es ein wenig wie LG mit der X-Serie. Sie geben jedem Gerät eine Fähigkeit mit, die es von den anderen unterscheidet. Das B kostet einfach mal unter 100 Euro und ist mit 4,5 Zoll sehr kompakt. Das C2 hat 5 Zoll, einen wechselbaren Akku und separate Dual-SIM- und microSD-Schächte. Das K6 nun stürzt sich auf Audio mit zwei Lautsprechern und Dolby Atmos, hat ein Metallgehäuse, einen Fingerabdrucksensor und okaye Kameras. Das P2 hat 5,5 Zoll mit AMOLED als Displaytechnologie, ein Unibodygehäuse und einen Fingerbadrucksensor, aber eben auch einen Monsterakku mit 5.100 mAh, der dann auch schnelles Laden beherrscht.

Lenovo K6 - Rückseite

Soviel zur derzeitigen Lenovo-Reihe von Smartphones in Deutschland. Ich hatte die Gelegenheit das Lenovo K6 mit seinem speziellen Audiocodec und den zwei Lautsprechern auf der Rückseite auszuführen. Ob es sich für Musikfans wirklich lohnt, erfahrt ihr im Folgenden.

Lenovo K6 - Stereo Lautsprecher

Speichererweiterung quasi vorgegeben

Das Lenovo K6 wird als Dual-SIM-Smartphone vermarktet und obwohl das natürlich wahr ist, ist auch wahr, dass 16 GB – die einzige in Deutschland erhältliche Speichervariante – viel zu wenig sind. Damit ist der zweite Slot quasi zwingend mit einer microSD belegt und das Lenovo K6 nicht mehr als Dual-SIM-Gerät nutzbar. Schon vor der Installation irgendwelcher Nutzerapps stehen schon nur rund 10 GB noch zur Verfügung. Der Rest wird vom System beansprucht. Nach der Installation meiner essentiellen Apps (ca. 100, nicht ein Spiel) war der Speicher quasi voll.

Lenovo K6 - SIM & microSD

Zu dem Zeitpunkt war noch kein Cache gefüllt, kein Video, kein Dokument und keine Musik auf das Gerät gespielt. Wie man also noch Fotos machen soll ist mir schleierhaft. 16 GB gehen heutzutage halt einfach nicht mehr auch nicht für 185 Euro. Aber natürlich gilt das für alle Geräte in der Preiskategorie und da sollte man sich vor Kauf schon fragen, ob der Aufpreis für das nächsthöhere Modell – mit doppelt so viel Speicher – am Ende günstiger kommt, als die Investition in einer microSD.

Lenovo K6 - Fingerabdrucksensor

Vergleichsweise

Das Lenovo K6 spielt in der Kategorie, in der Kameraden wie das Moto G4 (oder G5), Samsung Galaxy A3 und Huawei P8 lite zu finden sind – preislich wie auch von seiner Leistung her. Doch sind die Genannten weniger frustrierend zu benutzen, als das K6. Das hat die unangenehme Eigenart bei einem (warmen) Neustart oder Start nach Abschaltung ewig zu brauchen, bis der Touchscreen verwendbar wird. Außerdem stürzt der Lenovo Launcher unregelmäßig ab und nimmt gerne mal einen angelegten Ordner mit, den man dann wieder erstellen muss. Was schon seltsam ist, da der sich kaum vom Moto-Launcher unterscheidet und somit ein fast nahezu pures Android-Erlebnis gestattet.

Lenovo K6 - kapazitive Knöpfe

Software, Fingerabdrucksensor, Bildschirm und Akku sind allesamt gute Teile am Gerät. Was zu wünschen übrig lässt ist die Stabilität und die Verarbeitungsqualität. Es hat eben nur „Unibody-Design“, ist aber nicht wirklich ein Unibody. Die Rückseite ist ein vom Rahmen unabhängiger Teil, was nicht schlimm ist – im Gegenteil der Rahmen ist sowohl zur Rückseite als auch zum Deckglas hin super rund und angenehm anzufassen, was bei den ganzen scharfkantigen, diamantgeschliffenen Unibody-Gehäusen da Draußen, schon Mal als unangenehm auffallen kann.

Lenovo K6 - Anschlüsse

Seltsame Designentscheidungen

Warum der Mikro-USB-Anschluss jetzt zusammen mit dem Kopfhöreranschluss auf der Oberseite sein muss ist mir ein Rätsel (vermutlich wegen der Lautsprecher). Es spielt im echten Leben tatsächlich aber kaum eine Rolle. Es kommt halt selten vor und ist deshalb seltsam (s.o.). Diese „Ich höre Musik über Kabel vom Smartphone während es lädt“-Leute gibt es doch gar nicht, oder? Beim silbernen Modell hat man eine weiße Vorderseite unter der man natürlich deutlich den Display mit einem schwarzen Rand umrahmt zu Gesicht bekommt – die schwarze Front des Dunkelgrauen verschleiert das etwas.

Lenovo K6 - Kamera

Was gar nicht geht – egal zu welchem Preis – ist die Verarbeitung der Kamera. Obwohl sie selbst (tagsüber) brauchbare Fotos produziert (s.u.), ist ihr Deckglas für die Aussparung viel zu klein und nicht mittig angebracht. Das sieht nicht nur blöd aus, da sammelt sich auch Schmutz (s.o.). Leider hat man sich bei Lenovo auch entschieden, QuickCharge 3.0 nicht zu aktivieren, obwohl das System on a Chip (SoC) es unterstützt. Es liegt nur ein normales 5V/2A-Netzteil bei und ein generisches, adaptives Ladegerät brachte auch keinen Erfolg. Es scheint jedoch, als würde ein TurboPower-15W-Netzteil von Motorola (immerhin Quick Charge 2.0) hier funktionieren, wie bei der Moto-G4-Familie.

Lenovo K6 - abgerundete Kanten

Fotos und Fazit

Das Lenovo K6 ist seit November 2016 zu haben, kommt aber nur mit Android 6.0.1 Marshmallow. Android 7 Nougat gibt es seit August. Die Sicherheitspatchebene wurde kürzlich allerdings vom Stand von Juni 2016 auf 1. Januar 2017 gehoben. Bisher wird nur vermutet, dass Lenovo im 2. Quartal ein Update auf Nougat anbieten wird. Aufgrund des geringen Preises des Lenovo K6, ist es aber auch denkbar, dass es nie kommen wird. Im Gegensatz dazu bekommen die aktuellen Geräte der Moto-Marke das Update sicher.

Lenovo K6 Packung

Das Lenovo K6 ist derzeit ab knapp 185 Euro (goldene Variante) zu haben:

Amazon
Lenovo K6 im Lenovo-Shop

Michael S.
Folgt mir 🙂

Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Pingback: Lenovo K6 Testbericht – 0800Hardware

  2. 100 essentielle APPS !!!!! so ein Quatsch. Ich kenne niemanden, der auch annähernd so viele Apps auf sein Handy zieht. Sie sollten mal über einen Handyentzug nachdenken.

    Das K6 bekommt bei den Kundenbewertungen nahezu nur TOP Bewertungen. Das ist Praxis, das zählt.

    • Offensichtlich nutz jeder sein Smartphone anders und damit variiert auch die Anzahl der Apps, die jede_r so mit sich herumträgt. Der Punkt ist nicht, wie viele Apps ich verwende, sondern dass 10 GB auch beim sparsamsten Nutzer irgendwann voll sind. Schneller als 32 GB. Wenn nicht mit Apps, dann mit Fotos. Spätestens dann braucht man eine microSD, wenn man nicht ständig seine Galerie aufräumt und Fotos nur in der Wolke und/oder einem Speicher daheim aufbewahrt.

    • Seh ich auch so, habe das G5 und das k6 als Vergleich und mich dann auf Grund der besseren Handlichkeit für das k6 entschieden. Allein schon der dicke Displayrahmen beim G5….geht gar nicht,sowie die fehlende LED.
      Akku hält bei normaler Nutzung 2 Tage und Update auf 7 kommt auch im Mai (Lenovo Matrix Seite)

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