Atomgetrieben: Lenovo ThinkPad Tablet 2 vs. HP ElitePad 900 [Testbericht]

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Im Dezember 2012 haben wir euch einen Windows-8-Rechner von Sony vorgestellt, das VAIO Duo 11. Ein etwas anders gebautes Ultrabook mit voller Prozessorpower der i-Serie von Intel und der dazugehörigen aktiven Kühlung. Seit einer Weile bauen die Hersteller aber neben der schwindenden Anzahl von Windows-RT-Maschinen, Tablets mit Windows 8 und ATOM-Prozessoren.

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Der Vorteil liegt auf der Hand: wie bei Android- oder iOS-Tablets mit ARM-Architektur, kann auf eine aktive Kühlung verzichtet werden und die Geräte erreichen Akkulaufzeiten, die den Tablets mit den anderen mobilen Betriebssystemen in nichts nachstehen, ohne auf Windows-Funktionalität verzichten zu müssen. Der Nachteil ist die geringere Leistung, die diese theoretische volle Funktionalität wieder einschränkt. Im Grunde ist diese Kompromiss-Kombination aus Hardwarearchitektur und Windows 8 der Todesstoß für Windows RT. Zumindest macht sie das Bestehen dieses Windows-Ablegers nicht einfacher.

Aus der Werbung (Videos)

Lenovo ThinkPad Tablet 2

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=8y9YffJs9Ts[/youtube]

HP ElitePad 900 G1

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=VQSVpoBMr2c[/youtube]

Was man bekommt

Lenovos ThinkPad Tablet 2 ist derzeit ab 690 € in einer Grundausstattung mit Stifteingabe, WiFi, 64GB Speicherplatz (eMMC), 2GB Arbeitsspeicher, Intels ATOM Dualcore-Prozessor Z2760 und Windows 8 in der 32bit-Version zu haben, für 140 € mehr gibt es 3G, NFC & Windows 8 Pro ebenfalls in der 32bit-Version. Ansonsten unterscheiden sich die beiden Konfigurationen nicht. In der Box steckt das Tablet selbst und ein microUSB-Ladekabel mit 10 Watt, dass das Tablet in knapp vier Stunden wieder auflädt. Es gibt auch Varianten ohne Stift und mit nur 32GB eMMC Speicher im Markt, bei denen es zu beachten gilt, dass diese auch keinen Digitizer besitzen. Ein nachgekaufter Stift ist da also nutzlos. Hier die Preistabelle:

32 GB eMMC 64 GB eMMC
WLAN ~520 € 689,99 € (Win 8) – 748,90 € (Win 8 Pro)
WLAN + UMTS + NFC ??? 771,08 € (Win 8) – 829,99 € (Win 8 Pro)

Das ElitePad 900 G1 von HP kommt grundsätzlich mit Windows 8 Pro 32bit, entweder mit 32GB oder 64GB eMMC und entweder nur mit WLAN oder WLAN+UMTS. HP möchte für die kleinste Ausstattung 650 € haben. Ansonsten entsprechen die Innereien denen des ThinkPad Tablet 2. Es existiert auch für das ElitePad ein Stift – der „HP Executive Tablet Pen“. Im Gegensatz zum Stift des ThinkPad Tablet 2 ist dieser sogar aktiv (d.h. mit Drucksensor/Batterie), wie der vom VAIO Duo 11, muss aber separat erstanden werden, funktioniert aber lt. Aussage von HP mit allen Modellen des ElitePad. Hier noch eine Preistabelle:

32 GB eMMC 64 GB eMMC
WLAN + NFC 649,00 € 749,00 €
WLAN + UMTS + NFC
(+Dockingstation & Jacket)
799,00 €
1 049,00 €
849,01 €
1 149,00 €

Beide Tablets haben einen Bildschirm mit einer Diagonale von 10,1″, nur das Seitenverhältnis ist anders. Im ThinkPad Tablet 2 steckt ein 16:9-Display mit 1366 x 786 Bildpunkten und im HP ElitePad 900 ein 16:10-Display mit 1280 x 800. Das hat zur Folge, dass auf dem ElitePad das „Snap“-Feature von Windows 8 – das Anzeigen von zwei Apps in der modernen UI nebeneinander – nicht möglich ist. Das ThinkPad hat gerade die Miniumpixelanzahl der dafür notwendigen Breite. Die Pixeldichte ist beim Lenovo minimal höher, so dass auf der maximalen Helligkeit etwas weniger Licht durch das Display dringt. Im Gerät von HP steckt ein Display von LG mit breitem Blickwinkel. Das Display im Lenovo gibt sich als eines von Lenovo aus, ist aber vermutlich von Samsung (Lenovo stellt selbst keine Panels her) und ein HD FlexView, ebenfalls mit hoher Blickwinkelstabilität und Farbtreue.

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Gemeinsamkeiten & Unterschiede

Bei der Bildschirmdiagonale hören die Gemeinsamkeiten nicht auf, wie schon erwähnt werkelt der gleiche Prozessor mit der gleichen embedded Grafik unter den Fünf-Finger-Multitouch-Displays, die selbe Menge RAM und die selbe Art von Speicherlösung. Eine eMMC wie HP als SSD zu bezeichnen ist schon etwas gewagt, denn es handelt sich dabei um Flash-Speicher, nicht viel anders als tatsächliche Multimedia Cards – dem Vorgänger der SD-Speicherkarten, wie man sie auch als zweites „Laufwerk“ in beiden Geräten einstecken kann.

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Die verarbeiteten Materialien sind andere. Während HP auf ein Unibodygehäuse aus Aluminium mit schwarzer Antennenabdeckung setzt – tatsächlich fühlt sich das ElitePad an, wie ein auf Querformat getrimmtes iPad der ersten Generation – hat Lenovo sich für eine gummierte Rückseite entschieden. Sieht man dort zwar schneller Fingerabdrücke, hat man in der Regel aber auch mehr Grip und das Tablet 2 rutscht auf Oberflächen nicht so leicht herum. Es fühlt sich in etwa an, wie ein PlayBook von Blackberry oder der Kindle paperwhite. Das ThinkPad Tablet 2 wiegt so maximal 600 Gramm, das ElitePad mindestens 630 Gramm. Desweiteren handelt es sich beim Glas auf der Vorderseite des ElitePad um Gorilla Glass 2 von Corning.

Lenovo ThinkPad Tablet 2 HP ElitePad 900 G1
Prozessor Intel Atom Z2760 bis 1,8 GHz mit 4 Threads, 1 MB Cache & 2 Kernen
Arbeitsspeicher 2 GB LPDD2 SDRAM
Kamera vorn 2 MP (720p HD) 2 MP (1080p HD)
Kamera hinten 8 MP
NFC einige Modelle alle Modelle
WLAN 802.11 a/b/g/n
Speichererweiterung MicroSD-Steckplatz
UMTS (optional) SIM microSIM
Grafik Intel Graphics Media Accelerator (embedded SGX545 GFx)

Wer auch immer mit Tablets Fotos macht: die beiden rückseitigen Kameras machen ganz brauchbare Bilder, und die auf der Vorderseite eigenen sich gerade so für Videochat, denn sie rauschen doch deutlich. Bei der Position nebst Blitz entschied man sich bei Lenovo für die goldene Mitte und bei HP für den linken Rand.

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Zubehör

Lenovo und HP bieten beide ein Dock mit ähnlicher Anschluss-Ausstattung an und die will man auch haben, wenn man sich für eines der Tablets entscheidet. Erstens lädt das Gerät gedockt schneller, als über die USB-Ladekabel und zweitens kann man dann daran jede normale Peripherie anschließen. Das ThinkPad Tablet 2 ist bei der Videoausgabe leider auf 1080p via HDMI beschränkt, wohingegen das ElitePad-Dock immerhin einen D-Sub-VGA-Anschluss mitbringt, über den auch mehr geht, auch wenn da nur ein analoges Signal heraustropft. Warum nun in den Docks keine DisplayPorts sind erschließt sich mir nicht, denn HDMI kann man auch direkt aus den Tablets bekommen – ohne Dock.

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Lenovo bietet noch eine Bluetooth-Tastatur an, die direkt für das ThinkPad Tablet 2 konzipiert wurde, wohingegen HP eine Standart-BT-Tastatur ohne Halterung anbietet. Zusätzlich gibt es von HP noch die Option das ElitePad in eine 213 € teure und 450 Gramm schwere Jacke („HP ElitePad Erweiterungsumhüllung mit Akku„) aus Polycarbonat zu stecken, in die man wiederum optional noch einen Zweitakku einlegen kann. Diese erweitert den proprietären Dockanschluss auf 2x USB 2.0, 1x HDMI, 1x 3,5mm Audio und einen SD-Kartenslot. Damit verdoppelt sich die eh schon lange Akkulaufzeit auf maximal 20 Stunden und das ElitePad lässt sich auch mit dieser Hülle ins Dock stecken. Man verliert natürlich wie bei allen Hüllen das Alu-Gefühl.

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Fazit

Lenovo und HP bieten hier zwei Windows-8-Tablets an, die sich im Grunde nur äußerlich und etwas in der Zubehörauswahl unterscheiden. Beide erleben gerade auf der Produktivitätsseite einen Schub durch das jeweilige Dock, durch das man sie locker als Desktoprechner wirklich effektiv nutzen kann, auch laden die Geräte gedockt schneller als über USB. Leider muss man sich sämtliches Zubehör dazukaufen, obwohl es zumindest bei HP eine Möglichkeit gibt das Jacket und das Dock im Paket mitzuerwerben. Windows-8-Tablets oder Hybride im Allgemeinen haben den Vorteil, dass man im Grunde nur ein Gerät für zwei Einsatzbereiche benötigt. Sie sind ein PC auf dem alle Programme laufen – perfekt für den Schreibtisch. Man kann sie aber auch mit der Kachel-Oberfläche wie die Konkurrenz abends im Bett oder auf der Couch verwenden. Wer diese Bereiche also nicht trennen muss oder im Job, sein Gerät auch mal von seinem Arbeitsplatz entfernen muss – HP gibt ja das Beispiel mit einem Arzt – findet hier den perfekten Wegbegleiter.

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Natürlich sind die Atom-Tablets keine Zockermaschinen – beide holen im Windows-Leistungsindex eine 3,3/3,4 – aber für einen produktiven Office-Einsatz (in meinem Fall bloggen) sind sie allemal geeignet, genauso zum lesen oder Filme schauen, da sie eben auch recht leicht sind und die Akkus wirklich ausreichend lange halten. Ich persönlich würde jedoch eine Convertible-Lösungm wie das noch kommende Lenovo Helix, gegenüber einer Überbetonung des Tablet-Aspekts von Windows-8-Geräten bevorzugen. Diese haben Prozessoren aus der i-Serie von Intel und echte Tastaturdocks, in denen dann auch noch zweiter Akku steckt. Bluetooth-Tastaturen sind ja schön und gut, für einen stationären Einsatz, aber will man das Gesamtpaket zum Arbeiten mitnehmen fliegt so etwas immer getrennt herum und kostet unnötigerweise mehr Strom für die Funkverbindung.

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Alu mit spitzer Kante gegen Gummi mit weichen Rundungen – eine Geschmacksfrage. Bei beiden Tablets hält sich die mitgelieferte Herstellersoftware in Grenzen und ist eher auf Support ausgerichtet. Die Lenovo-Apps sind sogar recht nützlich um verschiedene WLAN-Umgebungen festzulegen oder einen genauen Akku-Status abfragen zu können (ohne auf den Desktop zu wechseln). Auf Drittanbieter-Bloatware wurde verzichtet, wenn man sie denn nicht mitbestellt.

Quellen: Lenovo & HP

Lenovo ThinkPad Tablet 2

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HP ElitePad 900

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

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