LG G Flex 2 im Langzeittest: Liebe auf den zweiten Griff

Anlässlich der CES in Las Vegas war LG vorgeprescht und hatte das erste neue Oberklasse-Smartphone des Jahres vorgestellt. Im März ging es dann auch in den Verkauf. Ich durfte das LG G Flex 2 nun einige Monate als meinen täglichen Begleiter verwenden und beschreibe hier meine Langzeiterfahrungen.

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Das LG G Flex 2 ist zunächst einmal ein Android-Smartphone, dass derzeit mit KitKat Lollipop (Android 5.1.1) läuft. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass es auch noch das Update auf Android 6.0 (Marshmallow) erhält, da LGs G3 und G4 es auch erhalten. Obendrauf packt LG seine eigene UI, die sich von der LG Optimus UI in den letzten Jahren aber sehr positiv entwickelt hat. Früher war sie sehr viel bunter und verspielter als Stock-Android, wie man es auf den Nexus-Geräten findet. Tatsächlich gibt es kaum noch einen Unterschied zu Googles Version der Benutzeroberfläche.

Ganz links befindet sich der „G Screen“, der aber ausschließlich Tipps zum Gerät und ein Widget von LG Health anzeigt und das auch deaktiviert werden kann. Die Stock-Apps haben alle eigene Icons, die aber a) sehr dezent sind, bei denen man b) auch noch die Wahl hat, wie sie aussehen sollen und c) man kann sie auch löschen (Smart Cleaning) und durch die Google-Apps (oder andere) ersetzen. Das Notification-Center und die Schnelleinstellungen befinden sich auch zwei Wischs von einander entfernt. Einzig die Systemeinstellungen unterteilt LG in mehrere Tabs, anstatt sie einfach alle untereinander zu gruppieren.

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Mit LGs erstem Curved-Smartphone, dem original LG G Flex, hatte ich so meine Probleme wegen der Größe des Geräts mit 6-Zoll-Bildschirm. Hier hat LG mit dem G Flex 2 den Sweetspot gefunden und konnte beim Wechsel auf das kleinere 5,5-Zoll-Display nicht nur die Griffigkeit erhöhen, sondern auch dessen Pixeldichte. Der geschwungene Plastic-OLED-Bildschirm hat nun Full-HD-Auflösung (statt HD) auf kleinerer Fläche und man kann ihn tatsächlich auch einhändig bedienen (siehe unten).

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Die nahezu randlose Geschichte hat zur Folge, dass es bei selber Bildschirmdiagonale fast 1 cm kürzer ist als beispielsweise das iPhone 6s und ein paar Millimeter schmaler und es ist immer noch gut zu halten. Auch wenn der geschwungene Bildschirm technisch keine Auswirkungen auf das Benutzererlebnis hat, ist es gefühlt angenehmer beim Scrollen vertikaler Inhalte (lange Webseite, Google-Now-Karten etc.). Beim horizontalen Spielen oder Videoschauen macht es wirklich keinen Unterschied, dazu ist die Fläche einfach zu klein im Vergleich zu einem Curved-TV.

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Wo wir gerade beim Thema TV sind: Das LG G Flex 2 hat auch wieder eine Infrarot-LED auf der Oberkante und die Software QuickRemote, die so gut wie jedes Infrarot-Gerät kennt und bedienen kann. Das G Flex 2 wird so auch schnell noch zur Universalfernbedienung – meinen alten Sony-TV und TT-micro Satellitenreceiver kannte sie jedenfalls.

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Die Kunststoffrückseite, unter der sich der unglücklich platzierte Mono-Lautsprecher und die Karten-Slots verbergen, besteht wieder aus LGs selbstheilendem Polymer. Auch nach dem langen Testzeitraum haben sich dort keine Kratzer dauerhaft niedergelassen, einzig am silber glänzend lackierten Rand der Vorderseite rubbelt sich irgendwann der Lack vom Rahmen. Die vier betroffenen Stellen sind logischerweise die vier Ecken, an denen das G Flex 2 nun einmal aufliegt, wenn man es auf den Bauch dreht und ohne Quick Circle Schutzhülle im Einsatz hat.

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Neben den herkömmlichen Anmeldeoptionen mit Muster, PIN oder Passwort, gibt es bei LG auch noch „Knock Code„, bei dem der Bildschirm in vier Quadranten eingeteilt wird und man beliebige Taps-Reihenfolgen zum Entsperren festlegen kann. Den Bildschirm kann man durch doppeltes Tappen aktivieren und deaktivieren, eine Funktion, die ich inzwischen seit den Lumias so gewohnt bin, dass ich mich immer wundere, wenn das nicht geht. Mit „Glance View“ – einer Wischbewegung von oben nach unten auf dem ausgeschalteten Gerät (ganz ähnlich wie die Aktivitätsanzeige bei Motorola) – kann man die Uhrzeit und verpasste Benachrichtigungen anzeigen.

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Der Akku hält einen Arbeitstag lang und die Kamera ist super; ich vermisse den Laser-Autofokus schon jetzt. Hier ein paar Beispielbilder, den Rest findet ihr bei Google Fotos:

Der Prozessor von Qualcomm, der Snapdragon 810, der im LG G Flex 2 steckt, geriet in Kritik wegen angeblicher Überhitzungsprobelme. Unter welchen Bedingungen auch immer diese auftreten sollen, das Testgerät hatte über den gesamten Zeitraum, egal bei welcher Anwendung, nie Probleme und wurde nie über die Maßen warm. „Dauerlast“ ist eben kein Zustand in der realen Welt. Es gab bei meinem Testgerät nicht einen einzigen Absturz. Nicht wegen Überhitzungsproblemen noch wegen sonst irgendwas und das will schon was heißen. Ich spiele im Alltag keine Spiele auf meinem Smartphone, das gebe ich gerne zu, aber Asphalt 8 hatte ich mal für 30 Minuten angezockt auf dem Gerät und auch da gab es keine Probleme. Hier noch der obligatorische Benchmarkvergleich:

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Ich finde es ziemlich gut, dass LG dem G Flex 2 passende Kopfhörer (mit Kabelfernsteuerung) beilegt. Das ist ja leider selten geworden, auch bei den hochpreisigen Smartphones. Diese eigenen QuadBeat 2 In-Ears sind nicht mal schlecht. Ganz im Gegenteil, die sind für Mitgelieferte richtig gut und die drei Ohrstöpselgrößen sollten beim Anpassen helfen. Außerdem ist der Stecker abgeknickt, was Kabelbruch am Stecker vorbeugt.

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Spezifikationen:

  • Bildschirm: Curved P-OLED, 5,5 Zoll mit 1.920 x 1.080 Pixeln (403 ppi, Full HD)
  • Kameras: 13 Megapixel, Dual-LED-Blitz, Laser-AF, OIS+, UHD-Videoaufnahme rückseitig; 2,1 Megapixel vorn
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 810, Octa-Core mit 2 GHz und 64bit
  • Funk: LTE, WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.1, NFC
  • Anschlüsse: 3,5 mm Klinke Audio, Mikro-USB, Mikro-SIM (Single)
  • Besonderheit: Infrarot-LED für QuickRemote
  • Akku: 3.000 mAh, fest verbaut
  • Speicher: 16 GB, erweiterbar mit microSD (max. 2 TB) +  2 GB RAM
  • Gewicht: 152 g
  • Zubehör: Ladekabel, Netzteil & Headset LG QuadBeat 2
  • Farbe: Platin-Silber

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Der Preis hat sich inzwischen bei 245 Euro bis 265 Euro ohne Vertrag eingependelt. Eingestiegen ist LG vor 8 Monaten zur Veröffentlichung mit 649 Euro. Damit bekommt man hier ein echtes Oberklassegerät zum Preis der unteren Mittelklasse, das außerdem noch zwei Besonderheiten mitbringt, die sonst kein anderes Smartphone hat (außer die noch günstigeren Einsteigermodelle Spirit & Magna von LG selbst). Die Hardware ist vielleicht nicht die Allerneueste, aber weit davon entfernt zum alten Eisen zu gehören. Leider müssen wir uns immer noch mit der grauen (Platin-Silber) Variante zufrieden geben. Die wahnsinnig schicke Rote gibt es in Deutschland nicht.

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weiterführender Link: LG | Microsite

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Folgt mir 🙂

Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Guter Beitrag, hat mir gut gefallen.
    Es hat sich ein kleiner Fehler eingeschlichen.
    In der Einleitung erwähnst du die aktuelle Firmware mit kitkat diese ist aber Version 4.4 und noch nicht 5.0- lollipop.

    Ansonsten noch mehr langzeit tests bitte 😀

    • Danke für den Hinweis, wurde korrigiert! Natürlich meinte ich Lollipop (ich habe das Update ja selbst durchgeführt) – es wurde mit KitKat ausgeliefert 😀

      Danke für das Kompliment und Langzeittests würden wir sicher gern mehr anbieten, ist aber aufgrund kurzer Leihdauern oft nicht möglich.

  2. Habe mir auch aufgrund dieses sehr guten und objektiven Artikels das Flex2 zugelegt und kann alles nur bestätigen. Bei mir läuft jetzt 5.1 und ich warte auf die 6.0

  3. Pingback: Stereopoly Rewind: Eure Highlights in KW8/2016 - STEREOPOLY

  4. Sehr konstruktiver Artikel, heute am 10.03.2016 über Google entdeckt. Seit der letzten Messe in Barcelona wird das Tel wenn überhaupt noch erwähnt von der „Fachpresse“ als Schrott und Blender abgetan. Man muss sich halt mit der Bedienung beschäftigen und sie feintunen um die Möglichkeiten zu erkennen. Deine Schilderungen decken sich mit meinen Erfahrungen seit Ende Januar. Hatte ein halbes Jahr einen 5,5er Heavymetal Chinakracher im Einsatz. Nicht so schlecht jedoch viel zu schwer, nie wieder einen Vollmetallframe. Mit breiten Rändern, sehr schlecht greifbar. Kein Vergleich zur wunderbaren Handlichkeit des Flex2. Und ohne jeglichen Feuchtigkeitsschutz. Unverständlich für ein Produkt aus Südchina, einer Landschaft mit hoher Luftfeuchtigkeit. Schon die (Badezimmer) führte zu bleibenden Clouding. Wenige Tropfen an der USB-Buchse (völlig offen zum Innenraum) erzeugten einen Kurzschluss mit Totalschaden. Also musste Qualität her. Und die habe ich bekommen. Was den Schutz betrifft, ein grosses Telefon braucht eine grosse Tasche finde ich und kein Kondom. Bei Amazon und auch Ebay werden sogenannte Wollfilztaschen angeboten. Die sind aus weichem und sehr dicken Leder gefertigt. Die Einschübe gefüttert mit noch dickeren Wollfilz. In der Art einer großen Brieftasche, geklappt. Meine geschlossen über einen Magneten. Die Variante bei Ebay hat einen Schliessriegel der geknöpft wird. Das öffnet sich auch nicht bei Stürzen aus mehreren Meter Höhe. Die Taschen sind deutlich größer als die Telefone, also selbst wenn es auf die Ecken fällt die dicke Polsterung schützt hervorragend. So etwas kostet 30€, wirkt und ist richtig edel und eine schützende Unterlage für das Schätzchen aus Korea. Die bei Ebay angebotene hat auch noch ein Münzfach mit Reissverschluß. Ergibt also eine klassische grosse Damenbörse, halt mit Smartphone statt Filofax. Besser gehts nicht wie ich finde. Ein Handschmeichler passend zum Flex. Genug der Werbung. Ich habe die dunkle Ahnung das LG was Marshmellow betrifft einen brutalen Schnitt macht. Neuverkäufe stehen im Fokus, die Pflege des Altbestandes nicht. Man weiss nicht ob LG manche Geräte noch produziert oder ob es Ausverkäufe sind die gerade sehr günstig stattfinden wie beim Flex2. Ein Kritikpunkt, nicht gegengeprüft. Ich besitze einen Autoladestecker 12V auf USB. Gute Dienste mit dem Lumnia 630 und der Chinakracher ging sogar in den Schnelllademodus damit. Ist ein HTC Zubehör. Das LG Flex2 tut es nicht.15 Minuten für 1% Ladung. Und dabei wird es wirklich sehr heiss, also lasse ich es. Vielleicht benötigt es ein LG Zubehör. In der Wohnung ist es völlig egal welchen meiner USB Lader ich benutze. Von 1 bis 2 A laden alle und im Schnellmodus.

  5. Pingback: Stereopoly Rewind: Eure Highlights in KW10/2016 - STEREOPOLY

  6. Mein LG G Flex 2 (H955) stürzte urplötzlich ab. Ich hab versucht es zu starten, aber es stürzte nach 3 sek. wieder ab. Starten abstürzen in einer dauerschleife ( bootloop?). Habe mich dann mit dem LG Service in Verbindung gesetzt, weil das Smartphone erst 12 Monate alt ist. Durfte es denn nach w-support schicken, LG repariert nicht selber. Der w-support stellte dann fest das angeblich der Akku defekt ist und dadurch das smartphone nicht funktioniert. Sie schickten mir dann einen Kostenvoranschlag über knapp 63€, weil der Akku keine Garantie mehr hatte ( LG nur 6 Monate). Das habe ich abgelehnt, ich habe es nicht geglaubt das es am Akku liegt. Habe mich dann den LG Service angschrieben ob man es nicht auf Kulanz reparieren könnte, da ich mir weder die Reparatur, und auch kein neues Smartphone leisten kann ( bin duch Krankheit Arbeitslos ) das wurde von LG abgelehnt. Als ich das Smatphone wieder hatte war ich natürlich neugierig und wollte es anmachen. Beim hoch fahren zeigte es erst ein MinoOS Progamm an, dann mit blauen Hintergrund “ factory reset status 2 „. Keine Ahnung warum. Der LG service konnte oder wollte mir keine Erklärung liefern. Und das obwohl was anderes kaputt sein muss als nur der Akku, aber ohne Akku tausch auf meine Kosten, werden die anderen kaputten teile nicht repariert. Habe mich dann mit hilfe von reclabox bei w-support beschwert. Durfte es zur erneuten Überprüfung einschicken, mit dem selben ergebniss und habe die Reparatur auf meine Kosten wieder abgelehnt. Habe mir dann selbst einen neuen LG Orginal Akku gekauft, der dann gegen den alten, angeblich kaputten Akku getauscht wurde. Habe mich nach den Akku tausch mit LG und w-support in Verbindung gesetzt und durfte es ein 3. mal einschicken und bekamm heute die Nachricht, dass der Akku ( nagelneu ) kaputt ist. Und wie sollte es anders sein mit einen erneuten Kostenvoranschlag, den ich wieder ablehne. Ich sehe es nicht ein Geld dafür zu bezahlen das LG sich vor der Verantwortung drückt, und auch das der w-support dazu gezwungen wird unnötige reparaturen kostenpflichtig anzubieten. Das war das letztemal das ich mir ein LG Produkt gekauft habe. Es ist hochgradig unseriös und zeigt auch das LG nicht hinter seinen Produkten steht und wissen das sie minderwertige Ware auf den Markt bringen und sich auch deswegen wohl vor der Verantwortung drücken. Von w-support bin dahingehend entäuscht dass sie das auch noch unterstützen um mehr Umsatz mit Unötigen reparaturen zu machen.

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