Linux-Erfinder Linus Torvalds spricht Klartext: „Fuck you NVIDIA!“

nvidia Linux-Erfinder Linus Torvalds spricht Klartext: "Fuck you NVIDIA!" Software

Linux-Chef Linus Torvalds redete auf einer Veranstaltung in der Universität Aalto in Finnland Klartext. Der in der Community sehr beliebte und sympathische Finne, der die Softwarewelt wie kein Zweiter verändert hat, hielt in der Universität Aalto einen Vortrag und beantwortete anschließend die Fragen der anwesenden Studenten und Zuhörer.

Eine der Studentinnen aus dem Publikum stand auf und berichtete Torvalds darüber, dass sie bei ihrem Laptop das Problem hatte, dass die Hardware und Linux nicht von Hause aus kompatibel waren. Sie wandte sich mit ihrem Problem deswegen an den Support von NVIDIA und bekam als Antwort, dass man bei NVIDIA nicht vorhätte Linux jemals zu unterstützen. Für sie war das unverständlich, denn durch eine Kooperation würden beide Firmen doch profitieren können. NVIDIA verneinte dies jedoch. Die Studentin war mit ihrem Problem auf sich alleine gestellt. Erst durch das Software-Projekt GitHub konnte sie für ihr Notebook eine zufriedenstellende Lösung finden.

Vom Linux-Gründer verlangte sie daraufhin einen Kommentar zu der Situation zwischen Linux und NVIDIA. Linus Torvalds nickte daraufhin verständnisvoll und sprach direkt das Problem NVIDIA an. NVIDIA weigert sich konsequent offene Systeme wie Linux zu unterstützen und das obwohl NVIDIA gerade durch das auf Linux basierende mobile Betriebssystem Android soviel Umsatz macht und damit erfolgreich wie nie ist. Er bezeichnete NVIDIA daraufhin als die schlimmste Firma mit der er je zusammengearbeitet habe.

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Daraufhin passierte etwas Unerwartetes. Lunis Torvalds drehte sich in die Kamera, um NVIDIA eine Nachricht zu hinterlassen. Mit einem erhobenen Mittelfinger rief er ein lautes „SO NVIDIA, FUCK YOU!“ (Minute 49:50) in die Kamera und erheiterte damit den Saal.

Gleichzeitig betonte er aber auch, dass NVIDIA hier eine seltene Ausnahme ist. Andere Hardwarehersteller zeigen sich bei der Zusammenarbeit mit Linux sehr viel kooperativer als der Chiphersteller. Für Linux-Entwickler jedoch stellt NVIDIA einen der größten Problempunkte dar. Linus nannte NVIDIA deswegen „Troublemaker“. Nicht nur für Linux ist die Einstellung von NVIDIA ein Problem. Auch für die Custom-ROM Community von Android stellen die Anwandlungen von NVIDIA ein großes Problem dar, denn man ist bei Anpassungen von Software an die verschiedenen Geräte drauf angewiesen, dass man von den Hardwareherstellern unterstützt wird. NVIDIA hatte daran allerdings nie ein Interesse. Das hatte zur Folge das NVIDIA-Geräte von den Custom-Rom Programmieren ohne Support der Hersteller selten bis gar nicht berücksichtigt werden konnten. Custom-Roms geben dem Kunden auch nach Ablauf der Garantie und der Supportzeit durch den Hersteller die Freiheit, neueste Android-Versionen auf ihren älteren Geräten einzusetzen. Allerdings nur wenn der Hardwarehersteller auch mitspielt.

Ob sich die Einstellung von NVIDIA zu offenen Betriebssystem und deren Support jemals ändern wird, ist fraglich. NVIDIA hat bislang sehr klar Stellung dazu bezogen, kein Interesse daran zu haben Linux zu unterstützen. Ein Schlag ins Gesicht für Freunde der freien Software. Wer plant Linux einzusetzen, wird sich von nun an dreimal überlegen, welche Hardware im Notebook verbaut sein wird und auch bei Smartphones und Tablets sollte man abwägen wie zukunftssicher das Modell ist, wenn man nicht in der Lage ist sich jährlich ein neues Gerät zulegen zu können.

Wir danken Linus für dieses klares Statement zu den Geschäftspraktiken von NVIDIA. Dass dadurch ein Umdenken stattfinden wird, ist allerdings eher unwahrscheinlich.

– via The Verge

17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. schade ist nur, dass auch ati hardware nicht sonderlich linux freundlich ist. gerade in zusammenarbeit mit intel prozessoren und dem einhergehenden switchable graphics. wenn dort nicht schnellstens eine vernünftige lösung gefunden wird, dann sehe ich schwarz

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  5. Wartet noch etwas. Wenn Xiaomi im Frühjahr ihr erstes Ultrabook präsentiert wird der Markt völlig umgekrempelt. Ein Ultrabook mit Linuxbasis und einer xiaomitypischen hochwertigen Austattung zum kleinsten Preis wird den Tabletmarkt massiv unter Druck setzen . Wer kauft dann noch 1000 Euro und mehr ein Surface oder i Pad plus zusatztastatur, wenn er für 420 Euro ein vollwertiges Ultrabook mit Touchscreen der Oberklasse von xiaomi erhalten kann . Und da dann dort Linux als Basis verwendet wird, werden einige Hersteller sehr schnell merken, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben , wenn sie Linux ignorieren. Der Markt von 1.000.000.000 Menschen kann NVIDIA sehr schnell zum Umdenken zwingen. Ich jedenfalls werde mir so ein Ultrabook holen. Mit Linuxbetriebssystem.

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