Das Medion LIFE X5020 mit LTE und Dual-SIM im Test

Medion baut auch Smartphones und hat zur IFA sein Erstes mit LTE vorgestellt. Das Medion LIFE X5020 hat aber nicht nur LTE, sondern akzeptiert auch gleich noch zwei SIM-Karten (oder eine SIM-Karte und eine microSD). Hier mein Testbericht.

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Abgesehen von der Farbkombination, mit der ich persönlich nichts anfangen kann (Weiß-Rosa), macht das Medion LIFE X5020 beim Auspacken eine gute Figur. Das von Medion selbst entwickelte Gerät, macht an allen Checkboxen bei modernen Android-Geräten einen Haken: Glas, Metall, Octa-Core, 3 GB RAM, erweiterbarer Speicher, LTE, Gyroskop, Beschleuigungssensor, 14-MP-Kamera. Doch was zeichnet das X5020 aus? Was hebt es vom Rest der 300-Euro-Smartphones ab?

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Nun. Es hat LTE und die Möglichkeit zwei SIM-Karten parallel zu verwenden. Das können durchaus auch günstigere Geräte, wie das Medion LIFE X5004 aus eigenem Haus oder das Huawei P8 Lite (siehe P.S.) – ob einem 100 Euro mehr für +1 GB RAM und +16 GB mehr internen Speicher das wert sind, entscheidet bitte jeder selbst. Ansonsten steht es bei 300 Euro auch in Konkurrenz zu den Flaggschiffen von letztem Jahr. Ein LG G3 und ein Motorola Moto X (2. Gen) bekommt man dafür nämlich auch. Das Weiße mag ich auch deswegen nicht, weil man dadurch einen unschönen Rand um das Display zu sehen bekommt.

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Im Alltag macht es wie zu erwarten alles mit, die UI ist flüssig und das Gerät kommt kaum ins schwitzen. Der Akku hält über den Tag und die Kamera ist gar nicht schlecht in ruhiger Hand gutem Licht. Ist es dunkler oder grauer, neigt sie zum Unterbelichten. Sie reagiert vergleichsweise langsam, schon das Bild im Sucher hinkt deutlich hinter der Bewegung hinterher (Lag), auch benötigt der Autofokus ziemlich lange um scharf zu stellen, was manchmal auch erst nach mehrmaligem Versuchen klappt. Die vollen 13 Megapixel bekommt man nur beim Bild im 4:3 Format. Bilder im Vollbild sind mit 16:9 und 10 Megapixeln. Die Frontkamera bekam einen Blitz spendiert.

Zwei Kritikpunkte haben sich dann bei der Nutzung doch manifestiert. Auch wenn 300 Euro keine 600 Euro sind und die Verarbeitungsqualität wirklich nicht schlecht ist, erlaubt Lenovo/Medion hier eine Haaresbreite zu viel Toleranz. Zwischen Aluminiumrahmen und Glas befindet sich ein Abstandshalter aus Kunststoff. So weit so unspektakulär – so trennen heutzutage so gut wie alle Hersteller die Antennen in ihren Smartphones von einander ab – aber genau dieser Abstandhalter fühlt sich unangenehm scharf an.

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Dort wo andere Hersteller auch in der mittleren Preiskategorie mit abgerundetem Glas (2.5D Glass) geschmeidige Oberflächen schaffen, kratzt das Medion LIFE X5020. Die drei Tasten am linken Rand – Lautstärke lauter/leiser und An/Aus – wackeln und müssen ohne eine Textur auskommen, durch die man einen Unterschied bei den Tasten erspüren könnte. Der Dual-SIM-Kartenhalter schließt nicht plan mit dem Rahmen ab und hat – im Fall des roségoldenen Gerätes – einen leicht anderen Farbton.

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Deshalb ist das Medion LIFE X5020 kein schlechtes Gerät, es schmälert nur den sehr guten ersten Eindruck. Der zweite Kritikpunkt ist die Bloatware, mit der Medion das LIFE X5020 (und seine anderen Geräte) ausstattet. Das sind sechs Multimedia-Apps von CyberLink und ImageChef und der obligatorische Virenscanner (und die anderen Apps auf dem Screenshot). Wenn man diese Apps von Dritten nicht nutzen möchte, kann man sie aber tatsächlich deinstallieren, obwohl gerade die Apps von CyberLink gar nicht schlecht sind und man sie ruhig mal starten sollte, bevor man sich endgültig für oder gegen sie entscheidet.

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Die eigenen Apps von Medion hingegen sehen echt schlimm aus. Der Medienplayer und die App zum Wechseln des Hintergrundes sind schon okay, aber die Mediathek-App und die GoPal „Outdoor-Navigation-App“ haben ein grobschlächtiges Design von vor 7 Jahren. Sowas will doch keiner ernsthaft benutzen, aber auch diese kann man löschen. Ansonsten ist das Medion LIFE X5020 noch für die Gruppe von Nutzern interessant, die pures Android ohne eine aufgesetzte Oberfläche mögen. Hier wurde tatsächlich nichts verändert, man bekommt reines Lollipop.

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Das LIFE X5020 ist durch seine beiden Glasseiten ein wahnsinnig glattes Smartphone. Wie schon bei iPhone 4/s und Sonys-Xperia-Z-Familie schadet dem X5020 eine Skin oder Hülle nicht, mit der man es wortwörtlich besser im Griff hat. Legt man es auf glatte Oberflächen, sollten diese besser gerade sein. Mir ist es beim Laden durch den Vibrationsmotor beim Reinkommen neuer Benachrichtigungen schon einmal von der Tischplatte geglitten. Es ist durch seine geringe Dicke auch gar nicht so leicht von ebenen Oberflächen wieder aufzunehmen, da der Metallrahmen jetzt auch nicht wahnsinnig mehr Griff hat. Auch wenn Gorilla Glass kein schlechter Schutz ist, wird es beim Sturz auf zu harte Untergründe trotzdem springen und man hat dann hier gleich auf beiden Seiten was davon.

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Medion bietet derzeit Smartphones zwischen 99 und 350 Euro an. Das Dual-SIM-LTE-Smartphone Medion LIFE X5020 wird mit seinen 299 Euro nur noch vom LIFE X6001 überholt, obwohl das nur einen größeren Bildschirm besitzt und kein LTE kann. NFC, schnelles Laden und/oder kabelloses Laden sind beim Medion LIFE X5020 nicht vorhanden.

Spezifikationen:

  • Betriebssystem: Android 5.0 Lollipop
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 615, 1,5 GHz Octa-Core
  • Speicher: 3 GB RAM + 32 GB interner Speicher (erweiterbar)
  • Bildschirm: 5″-IPS Full HD (1.920 x 1.080 Pixel) mit Gorilla Glass
  • Kameras: 13 Megapixel + 5 Megapixel
  • Akku: 2.600 mAh
  • Funk: 4G LTE, WLAN 802.11 b/g/n/ac, BT 4.0
  • Besonderheiten: Dual-SIM
  • Lieferumfang: In-Ear Headset, Netzladegerät, USB-Daten- und Ladekabel, Kurzanleitung, Sicherheitshandbuch

Das Medion LIFE X5020 gibt es in drei Varianten – Schwarz (MD 99367), Weiß (MD 99462) und Rosé-Gold (MD 99604). Andere Speichervarianten gibt es nicht. Es ist ab ca. 286 Euro zu haben. Bei Amazon stehen die Preise seltsamerweise minimal über dem EVP von 299 Euro von Medion selbst.

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weiterführender Link: Medion LIFE X5020

P.S. Das Medion LIFE X5004, der „kleine Bruder“ vom Medion LIFE X5020, ist ab heute für 199 Euro (EVP 249 Euro) bei ALDI Nord erhältlich. Abgesehen vom Preis, einer etwas anderen Farbgestaltung, dem kleineren Arbeitsspeicher (2 GB statt 3 GB RAM) sowie 16 GB statt 32 GB internem Speicher ist das Smartphone identisch zum MEDION X5020. Es steht damit in direkter Konkurrenz zum Huawei P8 Lite, dass die gleiche Ausstattung zum gleichen Preis mitbringt.

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Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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