Meiden Spiele-Entwickler zukünftig Android aus Angst vor Piraterie?

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Es ist ja irgendwie ein kleines Drama, das sich da gerade abzeichnet. Spieleentwickler scheinen immer mehr Abstand von Android zu nehmen. Der Grund, der hierfür von ihnen genannt wird ist “Piraterie”. Sie wollen ihre Spiele nicht für diese Plattform herausbringen, weil sie Angst haben, dass ihre Spiele unrechtmäßig kopiert werden.

Fall 1: Baldurs Gate mobile Remake: 

Von dem äußerst erfolgreichen Spiel Baldurs Gate und Baldurs Gate 2 soll es Remakes geben. Diese werden aber nach heutigem Kenntnisstand nur für iOS angeboten. Mehrfach fragte ich beim Entwickler nach, bis schließliche eien Antwort von ihm kam.

Hier hat sich Entwickler Trent Oster eindeutig geäußert:

Traurig aber wahr, auch hier hat man Angst wegen Piraterie. Zwar äußerte er sich nachträglich noch einmal, dass er zwar wüsste, dass Android hier mit Jelly Bean neue Verschlüsselungstechniken bringt, aber zeitlich gesehen sei es momentan ein zu großer Aufwand.

Fall 2: Zombiegame “Dead Trigger”

Dieses Spiel wird aus Pirateriegründen als Free To Play angeboten, aber Items muss man innerhalb der App mit echtem Geld kaufen. Auch hier wurden als Gründe Piraterie genannt.

Vorgeschoben?

Ich will nicht leugnen, dass Piraterie unter Android ein Problem ist. Ich selbst habe mir zwar nie Games oder Apps unrechtmäßig besorgt, damit ich nicht dafür bezahlen muss, ich weiß aber, dass es viele Leute gibt, die genau das machen.  Ich finde sowas immer sehr fragwürdig. Nicht menschlich, sonder moralisch, denn die Entwickler müssen ja auch von irgendwas leben.

Man darf aber auch nicht vergessen, dass die Bezahlungsmethoden unter Android grausam sind. Kreditkarte ist fast überall Pflicht und im Gegensatz zu Amerika hat man sie hier kaum. Zwar gibt es zahlreiche Prepaid-Kreditkartenanbieter, trotzdem ist sie in Deutschland nicht alltäglich. Das macht das Kaufen von Apps in Deutschland um einiges komplizierter. Mobilfunkanbieter sind jetzt dazu über gegangen, den Kauf auch für die Mobilfunkrechnung anzubieten, um Android interessanter zu machen. Die Regel ist es aber noch nicht.

Ich halte die Gründe für ein wenig vorgeschoben. Natürlich gibt es Piraterie, aber die gibt es und gab es schon immer. Das ist nichts Neues. Android bietet deswegen neue Sicherungsmethoden an. Aber in beiden Fällen klingt der Grund etwas vorgeschoben. Im ersten Fall gab er nachträglich ja auch noch zu, dass es zu viel Arbeit sei und man sich deswegen auf iOS konzentriere.

Beim zweiten Fall haben die Entwickler wohl selbst gemerkt, dass ihr Geschäftsmodell überholt ist. Premium-Content als In-App-Kaufoption ist sehr viel lukrativer als ein einmaliger Kaufpreis. Vor allem kann man so auch langfristig Geld bekommen und nicht nur beim Kauf.

Meiner Meinung nach bringt es nichts, den Leute etwas zu verbieten, da sie es dann erst recht machen. Ich finde diese In-App-Premium Modelle ganz gut, wenn sei das Spiel nicht unspielbar machen, ohne dass man Premiuminhalte kauft, sondern diese lediglich das Spiel vereinfachen.

Viele kostenlose Browserspiele fahren damit sehr gut und machen damit unglaublich viel Geld. Mehr Geld als so ein 99 Cent Spiel einmalig einbringen würde. Also liebe Spieleentwickler, bevor ihr vor Android ängstlich zurückschreckt, überlegt euch erst einmal, ob ihr euer Geschäftsmodell nicht einmal überdenken wollt.

– via Stadt Bremerhaven | Elvun | Nelenkov

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[…] Über eine Android-Version hatte man bereits nachgedacht, sie aber vorerst verworfen, da man Bedenken wegen Raubkopien […]

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