Moto Z² Force Edition im Test

Mir ist durchaus bewusst, dass die Z-Reihe bereits mit dem Moto Z³ Play einen ersten Nachfolger erhalten hat. Warum das Moto Z² Force trotzdem eine Überlegung wert ist, erfahrt ihr hier.

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Zunächst einmal wäre da das kleine Wort „Force“ dass bei Moto-Smartphones immer auf eine spezielle, bruchsichere Front hindeutet, dass die anderen Versionen eines Smartphones nicht haben, andererseits ist man mit Android 8.0 und Sicherheitsupdates bis 1. Mai 2018 immer noch auf aktuellem Software-Stand und hat typisch für Moto-Smartphones, wenig Eingriff in die Standard-UI von Andorid. Es gibt beim Moto Z² Force Edition ein paar spezielle Apps für die Verwendung mit den Moto Mods und eine angepasste Kamera-App, aber sonst keinen vorinstallierten Blödsinn.

Der Preis

Bei einem betagten Gerät komme ich gleich mal zum Wichtigsten. Gerade war das Moto Z² Force Edition für 329 Euro im Angebot bei Media Markt und ihr erhaltet dafür einfach eine sehr gute, immer noch konkurrenzfähige Leistung, plus die Option auf leichte Styleänderungen und zusätzliche Features durch die Mods. Auch wenn das spezielle Angebot vorbei ist und Media Markt wieder 519 Euro dafür haben will, wird es derzeit auch andernorts unter 400 Euro angeboten. Der EVP lag im September 2017 mal bei 799 Euro und ich denke nicht, dass das das letzte Angebot dieser Art gewesen ist.

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Neben Telefon und Style Shell mit Fischgrätenmuster aus Nylon, gibt es ein USB-Typ-C-Kabel, einen USB-Typ-C-auf-Klinke-Adapter und ein TurboPower-Netzteil mit 15 W (5V/3A).

Style

Die Moto-Z-Reihe ist nun auch die letzte Bastion in Sachen Moto Maker. Angetreten als Plattform, um durch Designmöglichkeiten wirklich individuelle Smartphones zu verkaufen, blieb zuletzt nur eine Farbwahl und maximal, eine dem Moto Maker vorbehaltene, höhere Speicherstufe davon übrig. Mit den Moto Style Shells haben wir beim Moto Z² Force Edition (und Moto Z³ Play) nun die letzten Vertreter dieser Philosophie. Unten seht ihr das Moto Z neben dem Moto Z² Force Edition.

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Die Style Shell links neben dem Smartphone, im Fischgräten-Nylon, liegt dem Gerät bei. Das Crimson Ballistic (Nylon, rot) und Charcoal Ash (Holz, dunkel) gehören zu meinem Moto Z der ersten Generation und passen natürlich auch. Es gibt noch zwei weitere Holzarten und schwarzes Leder z.B. bei Amazon (Affiliate-Link).

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Wie jedes aktuelle Smartphone hakt das Moto Z² Force Edition alle denkbaren Checkboxen ab: Schneller Fingerabdrucksensor (auf der Vorderseite), schnell ladender (15 Watt, QuickCharge 3) ausreichend großer Akku mit 2.730 mAh und eine Dualkamera mit Bokeh-Effekt (den Lenovo „Selektiver Fokus“ nennt). Dabei hat es eben auch ein paar Besonderheiten, wie einen zweiten True-Tone-Blitz auf der Vorderseite, der die Selfiekamera in schlechtem Licht unterstützt.

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Ein Trend, mit dem es noch nicht dienen kann, ist ein – die Vorderseite ausfüllender – Bildschirm. Mit 70,4% ist das Verhältnis von Bildschirm zu Körper noch recht niedrig. Am oberen Ende des derzeit machbaren schlägt Ende Juni das unfassbare VIVO NOX mit 91,24% auf den chinesischen Markt auf, aber auch andere Hersteller zeigen derzeit deutlich größere Bildschirme – mit und ohne Notch.

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Wer unsere Tests öfter ließt, wird das Moto Z² Force Edition schon in der einen oder anderen Benchmark-Übersicht auch weit oben entdeckt haben. Der Snapdragon 835 war eben das heißeste System-on-a-Chip (SoC) von Qualcomm in 2017, vor dem jetzt aktuellen Snapdragon 845.

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Das Gerät kam mit Android Nougat 7.1.1. auf den Markt, das Update auf Oreo ist aber schon seit einer Weile zu haben. Ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, ob es noch ein weiteres Major Update bekommen wird, aber die Spezifikationen geben es eigentlich her. Mit den separaten Sicherheitsupdates wird es aber sicher noch versorgt. 6 GB RAM und 64 GB interner Speicher (erweiterbar) rocken das Gerät.

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Das Moto Z² Play war deutlich günstiger, aber auch dicker als das Moto Z² Force. Ersteres hatte dadurch einen leicht größeren Akku, setzte aber auf konventionellere Materialien, als das Moto Z² Force und einen schwächeren Prozessor von Qualcomm. Das Moto Z² Force hat einen P-OLED-Bildschirm statt Super-AMOLED und eine Front aus bruchsicherem Kunststoff (mehrschichtiges, ersetzbares „Shattershield„) statt Gorilla Glass 3. Der Bildschirm ist mit 5,5 Zoll genauso groß, hat aber eine höhere Auflösung mit 1.440 x 2.560 Pixeln (534 ppi). Vom „Play“ hebt es sich auch noch beim Funk ab. Ein Software-Update verpasste dem Moto Z² Force Bluetooth 5.0 (es kam mit BT 4.2 aus dem Werk) und es hat Dual-Band-WiFi, also auch 802.11 ac mit 5 GHz.

Die Dual-Kamera

Die Dualkamera erinnert stark an HUAWEIs Dualkameras mit zwei Sensoren, von denen der eine die Farbkanäle einsammelt und der andere nur Schwarz-Weiß – also eher den Hell-Dunkel-Unterschied „wahrnimmt“. Die Software baut dann ein hoffentlich schärferes Foto aus beiden Aufnahmen zusammen. So zumindest die Theorie.

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Die zweite Linse kann auch einfach nur Tiefeninformationen sammeln und einen selektiven Fokus ermöglichen, mit dem man mit der Tiefenschärfe spielen kann. Natürlich kann man für besonders künstlerische Aufnahmen auch gänzlich auf Farbe verzichten. Beide haben 12 Megapixel und eine eher durchschnittliche Blende mit f/2.0 (andere Smartphones erreichen inzwischen f/1.6 und f/1.8 ist gefühlt der Standard). Fokussiert wird mittels einem System auf Phasenerkennung und Laser. Bei Videoaufnahmen endet das Vergnügen bei 4K-Auflösung mit 30 FPS. Trotzdem mag ich die Ergebnisse. In die App ist inzwischen auch Google Lens gewandert, das „Auge“ des Google Assistant. Hier ein paar Fotos.

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weiterführender Link: Produktseite bei Motorola Deutschland

Mods

Das Moto Z² Force ist ein sehr gutes, stylisches und robustes Smartphone, mit fast reinem Android, wie es ist, aber die Option zur Modularität macht es eben besonders. Lenovo hat sein Versprechen gehalten und die Plattform so erweitert, dass alle alten Mods weiterhin passen. Das schränkt sie natürlich beim Design der Z-Reihe ein, aber das ist ja nicht schlecht wie es ist und verärgert keine Kunden der ersten Generation. Die dritte Generation führt dieses Versprechen nun im zweiten Jahr fort. Vor ziemlich genau zwei Jahren stellte Lenovo auf der hauseigenen Messe Tech World nämlich die erste Generation des Moto Z vor.

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Beim ersten Moto Z hatte ich ein Akku-Mod von Incipio, den JBL SoundBoost Lautsprecher-Mod und den Hasselblad True Zoom einen Kamera-Mod mit im Test, die alle drei auch mit den Geräten, die Z² und Z³ im Namen tragen, funktionieren. JBL hat eine neue Version des SoundBoost herausgebracht. Lenovo selbst hat immer noch den Miniporojektor, inzwischen selbst zwei Akku-Mods am Start und eine Style Shell mit integrierter Spule für kabelloses Laden.

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Ich habe hier die vier folgenden Mods testen können, die ganz spezielle Features mitbringen.

Polaroid Insta-Share Printer

Ist genau das wonach es sich anhört: Ein kleiner Aufsatz, der mit Fotopapier Polaroid-ähnliche Fotos aus eurer Galerie direkt auf ZINK-Papier „druckt“.

Das Teil erinnert mich natürlich voll an den etwas betagten Fotoprinter von LG und verwendet sogar das selbe Papier. Beim passenden ZINK-Papier ist man derzeit mit 23 Euro á 50 Blatt dabei.

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Erstaunlicherweise ist das Endergebnis beim LG Pocket Photo (Bluetooth + iPhone 8 Plus + selbes Motiv) deutlich besser. Die Insta-Share-Printer-App ist leider ziemlicher Murks und stürzt auch mehrfach ab, bis man ein Foto drucken kann. Im Gegensatz dazu wird die Pocket-Photo-App von LG seit 2012/2013 bis heute gepflegt und erhielt erst vor 5 Tagen ein Update.

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Das ist sicher ganz nett (mit beiden Druckern), aber es gibt für 20 Euro weniger(!) eine sinnvollere Alternative von Canon, da die Fotos mit 2 x 3 Zoll doch sehr klein geraten sind. Wer wirklich Fotos in normalem Format ausdrucken möchte, dem sei ein anderes Gerät empfohlen. Der Canon Selphy CP1300 (aktuelles Modell, Affiliate Link) ist einfach universeller einsetzbar und produziert Fotos im Format 4 x 6 Zoll (100 x 148 mm), also vierfacher Fläche und nah am normalen 10 x 15 cm-Abzugsformat. Das dazugehörige Papier mit Tinte kostet 31,20 Euro á 108 Blatt.

Den Polaroid Insta-Share Printer gibt es derzeit für ca. 153 Euro (Affiliate-Link). Empfehlen kann ich ihn zu dem Preis nicht.

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Moto Smart Speaker mit Amazon Alexa

Ist auch genau das wonach es sich anhört und für meine Ohren die bessere Alternative zu den Speakern von JBL. Dabei klingt der Lautsprecher nicht nur besser er ist im Grunde ein Amazon Echo Mod mit integrierter Alexa. Alexa für Unterwegs mit eigenem Akku. Ich mag das.

Wenn man mit Alexa natürlich nichts anfangen kann oder will, ist die JBL SoundBoost 2 eine gute Alternative zu normalen Bluetooth-Lautsprechern, aber eben auch auf die Verwendung mit Geräten der Moto-Z-Familie beschränkt.

Natürlich klingen alle diese Lautsprecher satter als der Mono-Quäker vom Moto Z² Force Edition selbst. Den Moto Smart Speaker gibt es derzeit für etwas über 118 Euro (Affiliate-Link). Die SoundBoost 2 kostet ähnlich und hat kein Alexa.

 

Moto 360 Camera (oder „Motorola MD100S“)

Bingo. Macht 360°-Fotos und -Videos (oder 180°-Panoramen) in annehmbarer Qualität und in der normalen Kamera App. Neben der Wahl zwischen Haupt- und Selfiekamera kommt noch eine für 360° dazu. Foto oder Video machen ganz normal – braucht man nur eine Plattform auf der man die erstellten Werke auch ordentlich teilen kann.

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Wenn man kein Fan von Facebook und YouTube ist, wird es da schon düster. Natürlich kann man sich die Aufnahmen auf dem Moto Z² Force ansehen, aber in der Regel möchte man sie ja weitergeben und präsentieren. Das geht natürlich auch Gerät zu Gerät und auch in der App von Google Street View als Photosphere und Facebook Messenger.

Google Fotos selbst kann inzwischen auch mit 360°-Aufnahmen umgehen (sowohl die App, als auch im Web). Nutzen das alle, ist es ein Leichtes die Fotos dort zu teilen und „groß“ anzusehen. Die Moto 360 Camera gibt es derzeit für 244 Euro (Affiliate Link).

Auch hier ist der Preis für ein Device, dass ausschließlich mit der Moto-Z-Familie verwendet werden kann, eigentlich zu hoch. Samsungs Gear 360 ist für um die 85 Euro zu haben und ihr Nachfolger für um die 100 Euro – beide verbinden sich über WiFi direkt. Ansteckkameras wie die von Huawei (USB Typ-C) kosten gerade einmal 60 Euro und es darf bezweifelt werden, dass die Moto 360 Camera die Qualität einer Nikon KeyMission 360 erreicht, die 249 Euro kostet.

Es macht definitiv Spaß, aber nur wenn man sie irgendwo deutlich herabgesetzt findet oder im Bundle bekommt. Beispielaufnahmen seht ihr hier: Google Fotos

Moto Gamepad

Das Moto Gamepad gibt dem Moto Z² Force haptische Kontrollen für Spiele. Das Endergebnis sieht aus wie eine PS Vita oder Nintendo Switch. Ein eigener Moto Game Explorer listet kompatible Spiele auf. Darunter sind die Asphalt-Rennspiele, Modern Combat, The Walking Dead, Minecraft, Badland 1&2, SEGA-Klassiker und viele, viele mehr.

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Die echten Tasten und Sticks ersetzen die virtuellen Schaltflächen in Spielen und lassen einen ein Spiel viel genauer steuern. Außerdem ist man dem Bild selbst auch nicht mehr mit den Fingern im Weg. Das Gamepad muss – wie Drucker und Smart Speaker auch – selbst geladen werden. Das Lenovo-Legion-Logo auf der Rückseite leuchtet rot. Neben dem USB-Typ-C-Ladeport bringt es auch gleich noch einen Anschluss für Kopfhörer mit, der dem Moto Z² Force sonst fehlt. Das Moto Gamepad gibt es derzeit für ca. 89 Euro (Affiliate-Link).

Hier gibt es natürlich auch Alternativen. Das Gamepad ist aber exakt auf die Moto-Z-Reihe abgestimmt und benötigt wenig Strom. Keine Funkverbindung, bedeutet auch kein Lag.

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Folgt mir 🙂

Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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