Motorola Defy im Test – gutes Outdoor-Smartphone

Motorola-Defy- Motorola Defy im Test - gutes Outdoor-Smartphone Motorola Smartphones Technologie Testberichte

Das Motorola Defy ist bereits seit einigen Monaten auf dem Markt. Dennoch ist es immer noch ein attraktives Android-Smartphone mit einem besonderem, stark zurückhaltenden Design. Dass das Defy ein Outdoor-Gerät ist, erkennt man erst auf den zweiten Blick.

Lieferumfang

  • Motorola Defy (in schwarz oder weiß erhältlich)
  • USB Datenkabel
  • Netzteil-Adapter
  • Anleitungen und Kurzeinführungen
  • Headset-Kopfhörer Set mit Fernbedienung
  • 2GB-Speicherkarte

 

 

 

Design & Haptik

Das Defy wird mit den Attributen staubdicht, wasserfest und stabil beschrieben. Kompakt, leicht und schick gehören allerdings auch dazu. Motorola ist bekannt für die gute Verarbeitung seiner Geräte, bei Defy wird keine Ausnahmen gemacht. Es fühlt sich trotz seines Kunststoffgehäuses sehr gut in der Hand an. Die Gehäuserückseite ist gummiert und schmiegt sich nahtlos das Gehäuse an. Mithilfe eines Riegels lässt sie sich sehr einfach  ohne große Fummelei öffnen und schließen. Bei anderen Smartphones ist es häufig ein K(r)ampf.

[youtube KeHoskdQOaw]

Es fällt auf, dass das Defy mit dem Industriestandard IP-67 versehen ist, der es vor Staub und Spritzwasser schützt. Alle Öffnungen sind mit Verschlüssen aus Gummi versehen, die sich wie auch die Rückseite, problemlos öffnen lassen. Wobei wir bereits bei den Anschlüssen angekommen sind. Auf der Oberseite befinden sich ein Kopfhöreranschluss sowie der Ein-/Ausschalter. Rechts ist lediglich die Lautstärkewippe zu finden, die einen angenehmen Druckpunkt hat und sich, beinahe nahtlos in das Gehäuse einfügt. Der microUSB-Port befindet sich an der linken Seite und ist auch mit einer Kappe versehen, sodass weder Wasser noch andere Stoffe eindringen können. Die üblichen Android-Steuerungstasten sind touch-sensitiv und direkt unterhalb des Displays untergebracht. Manche bevorzugen vielleicht physikalische Tasten, doch aufgrund seines Outdoor-Charakters würden diese nur noch mehr Angriffsfläche für die Widrigkeiten der Natur bieten. Daher fehlt vermutlich auch ein dedizierter Kamerabutton.

iPhone-vs-Defy Motorola Defy im Test - gutes Outdoor-Smartphone Motorola Smartphones Technologie Testberichte

Die Größe des Defy ist, rein subjektiv betrachtet, ideal. Denn trotz seines 3,7 Zoll-Displays ist es kleiner als Beispielsweise das iPhone 3GS, obwohl dieses mit nur einem 3,5 Zoll-Screen aufwarten kann. Es lässt sich perfekt in der Hosentasche verstauen.

Display

Das Display des Defy hat eine angenehme Größe und bietet eine sehr ordentliche Auflösung von 854x 480 Pixeln. Andere Geräte in dieser Preisklasse können da nicht mithalten. Selbst über das stark strapazierfähige Gorilla-Glass verfügt es. Man sollte die Robustheit des Displays jedoch nicht überschätzen, denn es kann auch zerkratzen, wie man anhand dieses Beispiels sehen kann. Dennoch halte ich den Screen des Defy für ein Mittelklasse-Gerät äußerst gut.

Kamera

Das Defy hat eine 5-Megapixel-Kamera verbaut, welche von einem LED-Blitz bei Bedarf unterstützt werden kann. Wie bei den meisten Smartphone-Kameras ist die Bildqualität bei Tageslicht recht akzeptabel – für Schnappschüsse also vollkommen ausreichend.
Sobald sich die Lichtverhältnisse verschlechtern hat man zwar noch den Blitz parat, dieser trägt auch zur Aufhellung des Raumes bei, allerdings reicht er nicht aus, um ansehnliche Bilder zu fabrizieren. Bei Videos verhält es sich ähnlich.

Was mir an der Kamera-Funktion gefällt, ist die sehr ansprechende Nutzeroberfläche die Motorola der Kamera und dem Camcorder mitgegeben hat. Sie ist ausgesprochen aufgeräumt und übersichtlich. Die Galeriefunktion zum Betrachten der Bilder in Querformat erinnert ein wenig an Apples Coverflow und ist auch in älteren Modellen zu finden.

Beispielfotos, mit dem Motorola Defy geschossen (Originalgröße): Bild 1, Bild 2, Bild 3

Telefonie & Medien

Das Defy eignet sich auch zum Telefonieren, auch wenn Smartphones zumeist für andere Formen der Kommunikation verwendet werden. Doch auch die klassische Art der Nutzung eines Telefons beherrscht das Defy sehr gut. Der Klang des Lautsprechers ist sehr gut, was durch Technologien wie CrystalTalk PLUS, mit intelligenter 2-Mikrofon-Sprachverstärkung und Geräuschfilterung erreicht wird, wie Motorola es selbst beschreibt. Die Tastatur und das Adressbuch unterscheidet sich in keiner Weise von anderen Android-Modellen.

Der Mediaplayer ist nichts Besonderes, reicht allerdings vollkommen aus. Wie üblich, lässt sich Musik nach Alben, Interpreten, Titeln, Playlists oder rein zufällig wiedergeben. Praktische Features sind die Anzeige von Songtexten, die aus dem Web abgerufen werden können, als auch die Titelidentifikation von Songs dank der Integration von SoundHound. Wer auch gerne mal Radio hört, darf sich über die Einbindung des Webradios SHOUTCast und eines UKW-Radios freuen.

Motoblur

Motorola hat dem Defy die hauseigene Nutzerfläche Motoblur verpasst, bei der es erforderlich ist eine Nutzerkonto anzulegen, um es im vollem Umfang verwenden zu können. Auf den Homescreens werden allerhand Shortcuts zu Kontakten, sozialen Netzwerken, RSS-Feeds etc. abgelegt. Hat man all diese Dienste aktiviert, ist das System extrem datenhungrig. Daran hat Motorola aber auch gedacht und den so genannten “Datenmanager” integriert. dort kann eingestellt werden, welche Daten über das Mobilfunktnetz aktualisiert, oder welche nur per WLAN angerufen werden dürfen. Zudem lässt sich mittels des Motoblur-Kontos das Smartphone orten, Kontakte sichern und sogar bei Diebstahl aus der Ferne die Inhalte löschen.

Wem die Oberfläche absolut nicht zusagt, hat selbstverständlich die Option alle vorinstallierten Widgets und Shortcuts zu entfernen und sich die UI nach eigenen Vorstellungen zu modellieren. Der ADW.Launcher eigent sich beispielsweise ideal dafür.

Leistung

Auch wenn das Defy ein Mittelklasse-Phone ist, muss es nicht gleich heiߟen, dass die Performance nur Mittelmaß ist. Vergleicht man es beispielsweise mit dem Samsung Galaxy S oder dem HTC Desire, so liegen die Benchmark-Werte ein Stück weit über diesen Geräten. Dies ist zum Teil der verbauten PowerVR SGX530 GPU zu verdanken, zum anderen liefert der TI OMAP 3630 800 MHz-Prozessor mehr Leistung als der 1 GHz Snapdragon aus dem HTC Desire. Sicherlich kann es nicht mir den aktuellen Dual Core-Smartphones mithalten, die auch preislich in ganz anderen Regionen angesiedelt sind.

Motorola-Defy-Quadrant Motorola Defy im Test - gutes Outdoor-Smartphone Motorola Smartphones Technologie Testberichte

Weitere Features

Als sehr praktisches Feature erweist sich die Eingabemethode Swype, bei der anstelle einzelnen Buchstaben zu tippen, mit einem Wisch ganze Worte erstellt werden, ohne den finder von der Tastatur zu nehmen. Zudem hat das Defy die drahtlose Schnittstelle DLNA an Bord, mit der Medieninhalte auf ein kompatibles Fernsehgerät übertragen werden können. Aktuelle TV-Geräte verfügen über diese Schnittstelle, ältere Modelle zumeist nicht

Die Akkulaufzeit ist okay – aber wenn das mobile Netzwerk (3G) dauernd aktiviert ist, verkürzt sie sich merklich. Daher sollte man besser darauf achten, dass die 3G-Datenverbindung zumeist abgeschaltet ist und nur aktiviert wird, wenn man sie benötigt.

Das Defy wird mit Googles Betriebssystem Android in Version 2.1 ausgeliefert. Motorola hat angekündigt, dass Android 2.2 Froyo noch im zweiten Quartal dieses Jahres bereitgestellt wird. Dies lässt sich dann ganz unkompliziert Over The Air (OTA) installieren. Android 2.2 wird dem Defy einen weiteren Leistungsschub bereiten. Leider können wir nicht damit rechnen, dass Motorola noch Android 2.3 Gingerbread für das Defy bringen wird. Wer jedoch nicht so großen Wert darauf legt, immer die aktuellsten Firmware-Versionen auf seinem Smartphone haben muss, kann ruhig zugreifen.

Wie alle Android-Smartphones bietet auch das Defy alle üblichen Google-Dienst wie Maps, Sprachsuche Googlemail etc.

Fazit

Das Defy habe ich nun schon eine Weile in Benutzung und kann sagen, dass es ein sehr empfehlenswertes Mittelklassegerät ist, dass Top Preis-/Leistungsverhältnis bietet. Besonders für Android-Neueinsteiger und Nutzer, die nicht zwingend ein absolutes High-End-Smartphone mit den aktuellsten Prozessoren und “Vollausstattung” benötigen, sollten sich das Defy näher ansehen. Andere Smartphones in de Preisklasse bieten weniger für gleiches Geld.

Technische Daten

  • 800MHz OMAP 3610-Prozessor
  • 512MB RAM
  • 2GB microSD (bis 32GB erweiterbar)
  • 2GB interner Speicher
  • 3,7 Zoll-Display, kapazitiv, 480 × 854 Pixel
  • Android 2.1 (Update auf 2.2 im 2. Quartal 2011)
  • 5MP-Kamera (Foto: 2592 x 1944 Pixel)
  • Video-Auflösung: 640 x 480 Pixel (VGA)
  • IP-67-Zertifizierung: wasserdicht, staubdicht
  • Akku: 1540 mAh
  • Abmessungen: 59 x 107 x 13 mm
  • Gewicht: 118g

 

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
6 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
pManuel
11 Jahre zuvor

Danke für den Übersichtlichen Test und die vielen Bilder sind einfach Klasse mach weiter so. Ich finde es auch sehr gut, dass du einen Vergleich mit dem iPhone gemacht hast, was für viele ein Maßstab ist.

11 Jahre zuvor

Ich bin selbst stolzer Besitzer eines Defy (und auch eines iPone 3GS) und kann dem Test nur zustimmen – es ist ein sehr gutes Gerät und ich bin sehr zufrieden damit. Nun hoffe ich auf das das neue – nicht so neue – Android.

jona
11 Jahre zuvor

Danke für diesen wunderbargestalten Test, mit vielen Bildern und übersichtlichen Texten. Viel besser als zumBespiel auf chip.de !

[…] […]

[…] wird es offenbar auch endlich in Deutschland ausgerollt, dass Firmware-Update des Motorola Defy (Testbericht) auf Android 2.2 Froyo. Wie dem Supportforum von Motorola zu entnehmen ist, steht es ernsthaft […]

[…] GingerbreadMotorola DEFY MINIDas Motorola DEFY MINI ist die kleinere Ausgabe des erfolgreichen Motorola DEFY und DEFY+. Mit einer 0,5 Zoll kleineren Displaygröße als seine großen Brüder, […]

6
0
Would love your thoughts, please comment.x