Motorola Moto G in der 3. Generation: Speichermangel in der Grundausstattung? [Testbericht]

Das Moto G gehört zu den beliebtesten, günstigen Android-Smartphones und das nicht ohne Grund: Qualität. Für ihre Preiskategorie waren sowohl die ersten Generation, als auch die Zweite außergewöhnlich gut verarbeitet und man hatte bei Motorola die richtigen Hardwareentscheidungen getroffen, um das zu ermöglichen. Das Moto G der dritten Generation ist keine Ausnahme.

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Bei Motorola bekommt man – nach wie vor – nicht nur quasi-garantiert mindestens ein weiteres Hauptrelease von Android (beispielsweise ist die erste Generation der Moto-Familie von 2013 komplett auf irgendeiner Geschmacksrichtung von Android 5 Lollipop, obwohl damalige Hardwareentscheidungen die Anpassungen erschwerten), die Oberfläche ist auch beim Kauf sehr nah am Original und unverändert, was die Motos generell von den Familien anderer Hersteller abhebt, die immer noch ihre eigene Oberfläche über das Betriebssystem legen. Moto bietet wie immer eigene Funktionen in Form von Apps an. Beim neuen Moto G geht es nun so weit, dass der Google Now Launcher zum Default wird. Damit landet Google Now und seine News-Karten auf den linken Homescreen.

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Das große Problem des Moto G (3.Gen) ist der Speicherplatz (s.o.). In der Basisversion hat das Moto G, wie seine Vorgänger, weiterhin nur 8 GB Speicherplatz und 1 GB RAM zur Verfügung. Schaut man nach dem allerersten Einrichten in die Speicherverwaltung, fällt sofort auf, dass man selbst nur noch knapp mehr als die Hälfte davon selbst mit Apps und Daten belegen kann (4,5 GB). Aus mir unerfindlichen Gründen, scheint mein Testgerät tatsächlich nur über 4,5 GB internen Speicher zu verfügen, anstatt über die auf der Packung angegebenen 8 GB. Sowohl CPU-Z als auch SystemInfo bestätigen das Bild der Speicherverwaltung. Die folgenden Erfahrungen sind mit wirklichen 8 GB vermutlich nicht so schnell zu machen. Natürlich kann man einige Apps auf die SD-Karte verschieben, was man mit Bordmitteln mühsam mit jeder App einzeln machen und – nach einem Update der App – wiederholen muss, denn noch immer kann man Apps nicht automatisch auf die SD-Karte installieren, sofern sie das überhaupt zulassen.

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Es half auch nicht, alle Daten (Fotos & Videos, die man mit der Kamera aufnimmt, Musik von Google Music und Podcastst, bespielsweise mit Pocket Casts) automatisch auf die Karte abzuspeichern – ich war ständig damit beschäftigt Caches zu leeren, damit der Speicher nicht überläuft und hatte dann maximal 800-900 MB auf dem internen Speicher frei. Ich hatte nur essentielle und unexotische Apps, wie z.B. zur Kommunikation (Threema, WhatsApp) bzw. für herkömmliche Soziale Netzwerke (Facebook, Twitter, Snapchat, Instagram…) installiert und nicht ein Spiel. Im Betrieb kam es dann leider viel zu oft zu Momenten, in denen das Moto G komplett unbrauchbar wurde. Immer wenn eine App Bilder oder Videos nachladen musste (Tumblr ist noch so ein Paradebeispiel), wurde der Speicher knapp und Android fehlt ein intelligenter Umgang mit den Caches. Es ist wie ein Horter, der nix wegwerfen kann.

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Ein Beispiel: Ich spiele einen Podcast in Pocket Casts ab, der zusammen mit allen Anderen, in Form von Audiodateien, auf der SD-Karte liegt und via Bluetooth zum Bluetooth-Lautsprecher gestreamt wird. Gleichzeitig scrolle ich durch Instagram. Im besten Fall wird es nach ein paar Bildern, beim Nachladen ruckelig, im mittelschweren Fall stürzt Instagram ab und im schlimmsten Fall startet das Moto G einfach mal neu. Es ist mir auch schon in der Kamera-App passiert, als ich zwischen Kamera und Galerie wechseln wollte.

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Ich habe ungelogen noch kein brandneues Smartphone gehabt, das in drei Wochen normaler Nutzung nach Anbrechen der Packung so oft abgeschmiert ist, wie das Moto G (3. Gen). Zwei Mal hat es bei einem solchen freiwilligen Neustart, dann auch zusätzlich zum Gesamtvergnügen, die eingelegte SIM nicht erkannt. Unverständlich ist mir auch, dass die beiden Vorgänger in meinen Tests nie solche Probleme gemacht haben. Löblich ist, dass LTE für unsere Region jetzt von Anfang an mit an Bord ist und mit tatsächlichen 8 GB in der Grund(speicher)ausstattung ist es auch empfehlenswert. Mit mehr Luft nach oben (16 GB + 2 GB RAM via Moto Maker) sieht das garantiert noch besser aus – zumindest entspricht das der Konfiguration meines eigenen, privaten Moto X von 2013, das nie solche Probleme macht.

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Aber natürlich ist nicht alles schlecht, weit davon entfernt: Die neuen Kameras und der neue Blitz sind erste Sahne für den Preis. Außerdem ist es bei richtiger Handhabung durchaus wasserdicht, obwohl die Shell beim normalen Anfassen an den Kanten schon ganz schön unschön knarzt. Es folgen ein paar Aufnahmen, die mit dem XT1541 (Modelnummer des neuen Moto G) entstanden sind. Wie ihr in der Galerie sehen könnt, gibt es zwei Formate zur Wahl – Breitbild (16:9) mit 9,7 MP oder Standard (4:3) mit den vollen 13 MP der Kamera. Das eine Selfie entstand mit dem Bildschirm-Blitz.

Leider kann man sich beim Moto G dieses Jahr nicht mehr zwischen Dual-SIM und LTE entscheiden (für irgendwen war das sicher ein Kaufgrund). Die Dual-SIM-Variante gibt es irgendwo auf der Welt, aber nicht hier. Der Bildschirm ist zwar scharf, aber leider etwas mau was die Farben betrifft, von den Spezifikationen her (5”, HD 720p – 1280×720 – 294 ppi, Corning Gorilla Glass 3), gleicht er jedoch dem der zweiten Generation. Die großen Lautsprecher sammeln nach wie vor Staub gut ein..

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Die Moto-eigene Aktivitätsanzeige, die ich immer noch heiß und innig liebe, nützt super auf einem AMOLED-Display, das ja nur die dann wenigen aktiven Pixel mit Strom versorgen muss, aber nicht wirklich auf einem herkömmlichen IPS-Display, das immer komplett hintergrundbeleuchtet wird, wenn eine Benachrichtigung eingeht. Trotzdem leistet der verbaute Akku mit seinen 2470 mAh wirklich hervorragende Arbeit. Mit 10-12 Stunden mit einer Ladung kam ich stets mühelos über den Arbeitstag. Mein Moto X (2200 mAh) muss ich inzwischen im Büro an die Leine legen oder unterwegs mal mit etwas Akkupack-Energie versorgen.

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Ich bin sehr froh, dass das grundlegende Design mit seiner Wölbung erhalten blieb, auch ist die neue wechselbare Rückseite mit ihren Diagonalriffeln nochmal angenehmer zu halten, als die Soft-Touch-Oberfläche (Fingerqabdruckmagnetoberfläche) der Vorgänger. Die Fingerablage (die „Delle“ mit dem Motorola-Logo) ist immer noch am rechten Fleck und der neue Steg, der die Delle mit der Kamera verbindet, sieht schick aus und spielt bei der neu hinzugekommenen Individualisierung im Moto Maker eine Rolle.

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Die Farboptionen für die Rückseite lassen sich auch nachträglich ändern – diese gibt es als Shells für das Moto G (3. Gen) in 10 Varianten für je 14,99 Euro. Wer das Moto G (3. Gen) noch weiter schützen möchte, bekommt für je 29,99 Euro Flip Shells in fünf Farben.

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Fazit

Wer WhatsApp benutzen, brauchbare Fotos unkompliziert machen und teilen möchte, der kann zum Moto G in seiner Grundausstattung greifen. Wer jedoch tatsächlich Apps aus dem Google Play Store lädt und etwas produktiver sein möchte (Banking, Foto- und Videoapps, Podcasts, Clouddienste neben Google Drive…) und nicht nur auf einem Kanal rumhängt, der sollte wirklich die größere Speichervariante in Betracht ziehen, mit der man immer noch 100 Euro günstiger wegkommt, als mit dem nächstgrößeren Moto, dem Moto X Play, das dann natürlich ganz andere Vorteile hat.

Regulär ist das neue Moto G ab 229 Euro (1 GB RAM + 8 GB Speicherplatz) zu haben. Vereinzelt gehen Anbieter aber auch schon 13 Euro runter (siehe Preis.de-Vergleich).

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Wer sich sein Moto G direkt im Moto Maker individualisieren möchte, muss mit mindestens 249 Euro rechnen, wobei die von mir dringend empfohlene Konfiguration mit 16 GB (und 2 GB RAM) noch einmal 30 Euro mehr kostet – also 279 Euro. Es gilt zu beachten, dass die im Handel verfügbaren Coupons für den Moto Maker bisher nur die 8-GB-Version (also 249 Euro, z.B. bei Amazon) abdecken.

weiterführender Link: Motorola Moto G (3. Gen)

Folgt mir 🙂

Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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