Das Motorola Moto X Style im Test

Ich mag Motorola-Smartphones. Nach dem Motorola Milestone entwickelte sich alles zunehmend in eine konfuse Richtung, doch mit dem ersten Moto X fand man wieder seinen Markt. Inzwischen sind wir bei der dritten Generation angelangt und als eines von drei Familienmitgliedern dieser Generation, soll das Moto X Style hier genauer beleuchtet werden.

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Vor nicht ganz vier Monaten ging in Deutschland das Moto X Syle in den Verkauf, nachdem es bereits Ende Juli 2015 vorgestellt wurde. Jetzt durften wir es endlich länger ausprobieren. Zusammen mit der aktuellen Moto 360 (separater Testbericht folgt) ergibt sich wieder einmal ein elegantes Paket aus dem Hause Lenovorola. Das gewohnte handliche Design und die damit einhergehenden Moto-Maker-Optionen, eine wirklich sehr gute Kamera und das pure Android-Erlebnis – abseits der Nexus-Familie – werden hier stilvoll kombiniert.

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Was mir beim Moto X Style (und damit auch beim Moto X Play und Moto X Force) dennoch arg fehlt – gerade weil 2015 das Jahr war, in dem die Hersteller damit richtig loslegten – ist der Fingerabdruckscanner. Die markante „Delle“ der Motos, in die so wunderschön das Logo und der Zeigefinger passen, wäre der perfekte Platz für einen Fingerabdruckscanner und höchstwahrscheinlich wird er in den 2016er Motos auch endlich kommen. Ein ums andere Mal habe ich mich dabei erwischt, wie ich mich wunderte, dass das Gerät nicht entsperrt – kein Wunder, wenn das Privatgerät einen Fingerabdruckscanner hat.

Bildschirm

Ein Wenig kompensiert das Moto X Style wie seine Vorgänger Moto X und Moto X (2. Generation) das mit der Aktiv-Anzeige, die Benachrichtigungen auf dem Lockscreen zusammenfasst. Leider ist man aber vom AMOLED-Bildschirm abgekommen und das Moto X Play hat nur mehr ein IPS-TFT-Display. Das hat zur Folge, dass die Aktiv-Anzeige immer auch den gesamten Bildschirm anschaltet, während die AMOLED-Modelle ja nur die paar Pixel beleuchten mussten, die die Symbole anzeigen. Nachts sieht man übrigens schön die drei leicht rötlich schimmernden Infrarot-Sensoren, die Gesten wahrnehmen und damit auch die Aktiv-Anzeige einschalten, wenn man mit der Hand vor dem Gerät rumwedelt.

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Design und Verarbeitung

Zur Bildschirmgröße kann man ja stehen wie man will – beim Moto X hat sie sich von 4,7 Zoll, über 5,2 Zoll, zu 5,7 Zoll beim Moto X Style entwickelt. Das bedeutet natürlich auch eine minimale Gesamtvergrößerung in alle Richtungen. So ist es im Vergleich zum Vorgänger 13,1 mm höher, 3,8 mm breiter und auch wenig dicker. Zum Glück ist der Wachstumsschub eher in die Höhe gegangen und die gewölbte Rückseite macht noch immer einen angenehmen Griff.

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Dieser wird durch die eingesetzten Materialien verstärkt. Ich hatte hier nun eine Rückseite aus rotem Saffiano-Leder und diese fühlt sich unglaublich gut an. Das diagonale Webmuster, der auch möglichen Soft-Grip-Oberfläche, wird einen ähnlich sicheren Halt bieten. Der Rahmen war ja schon beim Vorgänger aus Metall und ist es wieder. Hier lässt sich nur bemerken, dass die Unterbrechungen durch die Antennenbänder noch unauffälliger geworden sind (4 statt 6) und der Power-Button geriffelt ist, was zur Bedienbarkeit beiträgt.

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Leistung

Das Moto X Style bewältigt alles, was man ihm entgegenwirft. Für eine Aufschlüsselung von Bencharks könnt ihr gern z. B. bei fonearena in die ausführliche Auflistung schauen. Dort sieht man aber sehr deutlich das Problem mit Benchmarks. Im Testfeld bewegt sich das Moto X Style mal im Mittelfeld, mal in den Top 3 und bei den 3D-Geschichten, oder wenn es um Frames pro Sekunde geht, verliert es ggü. der Konkurrenz. Im echten Leben merkt man davon nichts. Als Beispiel sind hier vom AnTuTu und Geekbench 3 die  Ergebnisse unserer eigenen Testgeräte (sofern vorhanden) gegenübergestellt.

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Kameras

Auf den eher nutzlosen „Ringblitz“ des Vorgängers hat man zugunsten eines Zweifarbtonblitzes verzichtet und der Frontkamera (5 Megapixel) gleich auch noch einen spendiert (s. u.).

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Die Hauptkamera löst jetzt mit 21 Megapixeln aus und die größere Blendenöffnung mit f/2.0 ggü. f/2.25 lässt mehr Licht auf den Sensor fallen.

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Video kann in Ultra HD (4K, 3840 × 2160) aufgezeichnet werden, die Standardeinstellung der Kamera ist aber auf 1080p HD. Mit 4K schreibt man pro Minute Video etwa 360 MB in den Speicher. Im unten stehenden Video habe ich einmal ein paar Szenen im 4K-Modus aufgenommen und mit etwas Zeitraffer versehen.

Ich fand ja schon die Fotos vom Vorgänger nicht schlecht und mit dem neuen Sensor werden sie noch eine Spur schärfer. Leider hat sich die Moto-Kamera-App nicht weiterentwickelt und wird Diesem nicht ganz gerecht. Ja, sie ist nach wie vor super einfach zu bedienen, aber während andere Hersteller anfangen einen Pro-Modus, wenigstens optional, einzubauen, hat sich hier in zwei Jahren nicht viel getan. Man kann zwar beide Lautstärketasten zum Auslösen verwenden und Fokus und Belichtung auf dem Display intuitiv anpassen, aber manchmal wäre beispielsweise ein Standardauslöser am Bildschirmrand nicht verkehrt. Von ISO-Voreinstellung, Weißabgleich, Verschlusszeit und manuellem Fokus fehlt jedoch jede Spur. Hier ein paar Beispielbilder.

Akku

Das Moto X Style verfügt über eine für Motorola neue Ladetechnik, die mit dem richtigen und mitgelieferten Ladegerät die Ladezeit des 3.000-mAh-Akkus extrem verkürzt. Die Schnellladetechnik bei Motorola heißt „TurboPower“ und das Netzteil unterstützt drei verschiedene Modi. Im Standardmodus gibt es bei 5 Volt 2,85 Ampere aus. Im Modus „Turbo 1“  liefert es die selben 2,85 Ampere allerdings mit 9 Volt und im Modus „Turbo 2“ 2,15 Ampere mit 12 Volt. Der jeweils mögliche Modus wird automatisch gewählt und im Display erscheint der Hinweistext „TurboPower angeschlossen“. Ich kam mit einer Ladung gut über den Tag.

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Wenn man TurboPower nutzen möchte, benötigt man ein entsprechendes Ladegerät – die alten Strom-zu-USB-Stecker bringen das nicht. Leider ist das Kabel mit dem 25-Watt-Netzteil fest verbunden und es fehlt eine Möglichkeit, mehr als ein Gerät gleichzeitig damit zu laden. Auf Laden durch Induktion verzichtet Motorola. Die TurboPower-Ladegeräte von Motorola sind übrigens mit Qualcomms Quick Charge 2.0 kompatibel und können Geräte, die diese Spezifikation unterstützen, auch schnell laden. Ein leeres Moto X Play ist 1 Stunde und 21 Minuten wieder vollständig geladen. Es ist damit eines der schnellsten Geräte auf dem Markt, geschlagen nur von Oppo und dem brandneuen Moto X Force (weniger als 70 Minuten) aus dem eigenen Haus, dessen riesiger Akku sogar noch 1.800 mAh mehr fasst. Motorolas TurboPower fügt dem Akku mehr Kapazität pro Minute hinzu als andere Technologien (Quelle: Android Authority).

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Allgemeines

Das Moto X Play gibt es im Handel in schwarz oder weiß mit 32 GB Speicher und Soft-Grip-Rückseite. Bei Amazon werden dafür derzeit 472 Euro fällig, auf Motorola.de im Moto Maker geht es bei 499 Euro los. Bis 1. Februar ist Winterschlussverkauf auf Motorola.de und der Einstiegspreis wurde um 30 Euro auf 469 Euro gesenkt! Holz oder Leder kosten 20 Euro Aufschlag und möchte man 64 GB statt 32 GB muss man 45 Euro mehr hinlegen. Maximal wird man also 564 Euro bei einer Anschaffung ohne Vertrag los. Egal welche Speicherversion man kauft – neben der nano-SIM passt auch noch eine microSD bis max. 128 GB auf den Träger.

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weiterführender Link: Motorola

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

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[…] geladen – einmal in 1080p (FullHD) von einem Huawei Mate 8 und einmal 4K (UHD) von einem Motorola Moto X Style. Das Video kann in beiden Fällen 1:1 im Schnittprogramm dargestellt werden, auch wenn beim […]

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