Motorola One Macro im Hands-On

Gestern hat Motorola das nächste Gerät der Motorola-One-Familie vorgestellt: Das Motorola One Macro. Wir konnten das Gerät und seine Macro-Linse im Deutschen Technikmuseum in Berlin ausprobieren und schildern euch hier den ersten Eindruck vom Gerät.

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Wie schon beim Motorola One Zoom, dass zur IFA 2019 vorgestellt wurde, handelt es sich beim Motorola One Macro NICHT mehr um ein Android-One-Gerät. Es setzt zwar den Trend der Serie fort, sich ein spezifisches Feature zu greifen und in den Vordergrund zu stellen, aber eben mit normalem Android 9. Persönlich empfinde ich diesen Schritt als inkonsequent und ein Stück weit auch als Mogelei (diplomatisch ausgedrückt), denn das „One“ stand halt ursprünglich für das verwendete Betriebssystem. Im Motorola One, Motorola One Vision und Motorola One Action stimmt das auch.

Das bedeutet, dass die Update-Garantie, die mit Android One einhergeht, für die Geräte Motorola One Zoom und Motorola One Macro nicht greift und man bei Lenovo für diese Smartphones auch nur ein Major-Update verspricht, das auch in einem beliebigen Zeitrahmen kommen wird. Aber kommen wir nun zum Motorola One Macro und dem was es auszeichnet.

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Das Kamerasystem

Das verbaute „K.I.“-Kamerasystem mit Laserautofokus/ToF-Sensor besteht aus drei Teilen. Der Hauptsensor kommt mit 13 Megapixeln und Blende f/2.0. Für die Makroaufnahmen kommt ein 2-Megapixel-Sensor mit Blende f/2.2 zum Einsatz und ein weiterer 2-Megapixel-Sensor mit Blende f/2.2 ist für die Tiefenerkennung. Mir dem Makro kann man bis zu 5x näher an ein Objekt, als mit der normalen Linse und noch scharf stellen, genügend Licht vorausgesetzt. Auf der Vorderseite sorgen 8 Megapixel und Portraitmodus für Selfies.

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Der „K.I.“-Part schlägt sich dabei in sieben Features nieder, die in irgendeiner Weise Machine Learning basierend auf visuellen Daten nutzen. Die Auto-Smile-Capture-Funktion erkennt lächelnde Gesichter und macht im richtigen Moment ein Foto. Bis zu fünf Gesichter/Personen im selben Frame können erkannt werden. Die Smart Composition versucht aufgrund des Bildinhaltes einen automatischen Crop nach der Drittel-Regel und stellt diesen als zweites, optionales Bild zum selben Motiv in die Galerie. Die Bildoptimierung nutzt die Entfernungsmessung und schlägt den jeweils passenden Fotomodus vor: Geht man nah an ein kleines Objekt wird der Macro-Modus angeboten, erkennt die Kamera eine Person, der Portrait-Modus.

motorola-one-macro-makroaufnahme Motorola One Macro im Hands-On Events Google Android Hardware Motorola Smartphones Technology YouTube Videos

Bei der Portraitausleuchtung, dem digitalen Zoom, dem Nachtmodus und beim Face Unlock kommt ebenfalls Machine Learning zum Einsatz.

Beispielfotos

Leider wirken Fotos insgesamt sehr sehr kühl und so interessant eine Makro-Kamera auch klingt – Ultraweitwinkel und Telefoto sind ja nun schon zu Hauf umgesetzt worden – lässt die Umsetzung zu wünschen übrig. Man benötigt sehr viel Licht, um ein Motiv wirklich gut einzufangen und die Kombination aus lichtschwacher Linse, niedrig auflösendem Sensor und einem Bildprozessor der überschärft (alle Fotos haben dieses elende Rauschen), bringt zumindest bei Innenaufnahmen keine glorreichen Ergebnisse hervor.

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Aber auch die zwei Makros im Sonnenlicht am Ende sehen sehr leblos aus. Ja, man kommt sehr nah heran und der Laser fokussiert auch relativ schnell, aber richtig ansprechend sehen die Ergebnisse nicht aus. Das ganze Konzept wirkt, als wollte man einfach nur „der Erste“ auf dem Markt sein, ohne sich groß Gedanken über die Umsetzung von Makrofotografie in einem Smartphone gemacht zu haben.

motorola-one-macro-back Motorola One Macro im Hands-On Events Google Android Hardware Motorola Smartphones Technology YouTube Videos

Ausstattung

Das Motorola One Macro wird zum Start für knapp 200 Euro zu haben sein und muss dafür natürlich auch an ein paar Ecken sparen. So kommt statt einem Qualcomm-SoC ein Octa-Core-Prozessor von MediaTek (Helio P70@2,0 GHz) zum Einsatz, der recht effizient sein soll und ein 6,2″-„Max Vision“-Display mit Tropfen-Notch und halt auch nur HD+ (1.520 x 720 Pixel, 270 ppi). Diese Energiesparer werden mit einem 4.000-mAh-Akku kombiniert, der bis zu zwei Tage am Stück durchhalten soll und mit „Rapid Charge“ (10 Watt) immerhin etwas schneller geladen werden kann. TurboPower (z.B. 18 Watt beim Moto G8 Plus) bleibt den Qualcomm-Modellen vorbehalten.

motorola-one-macro-space-blue Motorola One Macro im Hands-On Events Google Android Hardware Motorola Smartphones Technology YouTube Videos

Das Motorola One Macro ist ein Dual-SIM-Gerät, mit Hybrid-Slot. Optional kann so eben auch eine mircoSD, statt einer zweiten Nano-SIM, mit bis zu 512 GB eingelegt werden. Von Haus aus kommt es mit 4 GB RAM und 64 GB internem Speicher in den Farben Space Blue und Ultra Violet. Der Fingerabdrucksensor befindet sich wie immer hinten im Logo und das Motorola One Macro ist nach IP52 wasserabweisend designt. Leider muss man auf 5-GHz-WLAN und Bluetooth 5.0 verzichten, das Motorola One Macro hat nur WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz) und Bluetooth 4.2 aber immerhin USB-C als Anschluss und einen Kopfhörerausgang.

motorola-one-macro-bottom Motorola One Macro im Hands-On Events Google Android Hardware Motorola Smartphones Technology YouTube Videos

Das Motorola One Macro kann z.B. bei Amazon für 199,99 Euro vorbestellt werden, es kommt am 30. November 2019 auf den Markt. Mein Hands-on Fazit ist, dass das Smartphone super ausschaut, sich nett anfühlt und die wie immer beigelegte Hülle ist etwas, dass jeder Hersteller machen sollte. Aber – und hier ist egal wie günstig ein Gerät ist – wenn mein Hauptverkaufsargument, das sogar im Namen meines Gerätes steht, nicht hält was es verspricht, dann kann ich das so nicht anbieten. Wem mit zwei gesunden Augen gefällt das denn, wenn am oberen Rand – zugegeben zum fünffachen Preis – die DSLR oder zumindest die Point-and-Shoot-Cameras angegriffen werden und nur noch Nuancen Unterschiede machen.

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So ist das alles nichts weiter als Spielerei in einem Budget-Smartphone, dass sicherlich gut über die Runden kommt, wenn man damit nicht viel mehr als kommunizieren will, was ja meist schon ausreicht. Die stromsparenden Einsparungen sind sicher nützlich, wenn man ein Gerät möchte, dass einfach länger ohne geladen zu werden durchhält, aber es heißt eben nicht „Motorola One Power“. Ich weiß nicht, ob bei der Kamera künftige Software-Updates noch was reißen können, denn ich glaube, es ist in diesem Fall eher die Hardware, die der Aufgabe nicht gewachsen ist.

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weiterführender Link: Motorola-Produktseite

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Michael S.

Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.
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