nachrichten.de: Ergebnis ist erst der Anfang

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Nun gibt es kein Zurück mehr: Der neue Nachrichtendienst mit dem so treffenden, aber wie ich finde ein wenig langweiligen, Namen nachrichten.de ist online. Doch ob der alternative Name „Google News Killer„, der natürlich spannender klingt, so treffend ist?

Mit dem neuen Nachrichtendienst entsteht ein bisschen Musik auf dem Markt und Google News wird mal ein wenig Konkurrenz gemacht, das soll ja bekanntlich beleben. Das Etikett als Google Konkurrent wird der neue Nachrichtendienst wohl nicht mehr los. Und will er sicher auch nicht. Lange genug hat Hubert Burda an Google News rumgenörgelt – jetzt folgen Taten. Das sind noch ganz frische Taten natürlich, denn es hat gerade erst sein Betastadium erreicht und liegt noch nicht ganz in trockenen Tüchern:

„So arbeiten wir mit Hochdruck an einer Lösung für die RSS-Feeds, die ab und zu falsche Links enthalten. Zudem hakt es manchmal noch bei unserem Kommentar-Feature oder dem Live-Ticker auf der Homepage.“

Dennoch zeigt der neue Nachrichtendienst sein Können und es gibt neben diesen kleinen Makeln, die sicher bald bereinigt werden, viel zu bestaunen. Natürlich in aller erster Linie mal News. News findet man natürlich nicht nur, sondern sucht sie auch und dafür bietet dieses Portal eine Suchfunktion. Diese filtert und durchsucht Nachrichten nach Quellen, Rubriken und Erscheinungszeitraum. Dabei bezieht das Portal seine Informationen aus 482 Quellen, wie man auf der Webseite lesen kann. Andere Angaben in Höhe wie auf Meedia, dort steht 594, sind dann entweder Übertreibungen oder Tippfehler. Auch 482 sind eine durchaus stattliche Zahl. Ein aktueller Newsticker auf der rechten Seite gibt einen ständigen Überblick über neue News.

Die Suchfunktion ist die eine Seite. Die andere Seite ist die Bezahlung. Denn der Dienst hat ein Fair-Share-System beziehungsweise Revenueshare-Modell, durch das Urheber von Texten auch finanziell profitieren. An registrierte Publisher zahlt nachrichten.de (also Burda) 20 Prozent der Umsätze. Doch wie funktioniert das in der Theorie? Erst einmal muss ein Mindestumsatz pro Quelle erreicht werden, dann erst gibt es eine Beteiligung an den Werbeumsätzen. Der Publisher schließt dafür einen Vertrag mit Tomorrow Focus, in dem vereinbart ist, dass durch nachrichten.de die Inhalte gecrawlt werden dürfen.

„Hierfür hat nachrichten.de eine Tracking-Technologie entwickelt, die es ermöglicht, die angezeigten Text-Snippets, also die stark verkürzten Meldungen pro Quelle auch auf Übersichtsseiten mit mehreren Quellen zu zählen.“

Also, hier heißt es Publisher. Das ist der Verlag, der Autor oder der Urheber vom Text. Der bekommt durch diesen Dienst natürlich mehr Traffic und daran sind ja alle Verlage und wie sie alle heißen interessiert. Außerdem bringt dieser Dienst auch noch ein bisschen Knete ins Haus und das kann auch nicht schaden. Bis allerdings Geld fließt, kann es ein wenig dauern. Das zeigt die Finanzrechnung in diesem Blogeintrag.

Also genug der Blumenwiese, auf der die lachenden Kinder toben und der Hund bellt und sich freut, die Bienen summen, während natürlich nicht zu heiß und nicht zu kalt, die Sonne scheint. Es gibt da eben noch die dummen Crawling-Systeme, von denen der „Publisher“ sein Leben abhängig macht. Diese funktionieren ähnlich wie die Google News nach bestimmten Merkmalen. Gute journalistische und quer gedachte Inhalte, Individualität und fundiertes Wissen kommen da nicht weit. Weit kommen viel mehr Artikel, die nach bestimmten Muster aufbereitet werden. Je mehr wir uns davon abhängig machen und uns danach ausrichten, desto mehr geht von dem eigentlichen Interesse am Schreiben auch verloren. Dennoch werden Google News, nachrichten.de und Co. weiter voranschreiten und den Ton der Nachrichten mitbestimmen.

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