Nokia E6 im Test: Würdiger Nachfolger des E72?

Nokia-E6-Cover Nokia E6 im Test: Würdiger Nachfolger des E72? Nokia Smartphones Technologie Testberichte

Das Nokia E71 war ein echter Verkaufsschlager und Nokia hat schon mehrere Variationen wie das E72 oder das E5 nachgeschoben. Nun setzt Nokia das Konzept mit dem E6 fort. Ich konnte das Nokia E6 für anderthalb Wochen testen und möchte euch an meinen Eindrücken teilhaben lassen.

Lieferumfang & Unboxing des Nokia E6

Der Lieferumfang ist im Vergleich zu früheren Nokia-Phones etwas reduziert. Vor allem bei der gedruckten Dokumentation hat Nokia gespart und legt nur noch ein paar Faltblätter mit in den Karton. Auch die sonst übliche CD mit der PC- bzw. jetzt Ovi Suite zum Managen des Smartphones am PC ist nicht mehr enthalten, stattdessen ist die Software im Telefon gespeichert, die sich bei der ersten Verbindung via USB oder Bluetooth installieren will. Zum Lieferumfang gehören die folgenden Teile:

  • Nokia E6-00
  • Nokia Akku BP-4L (1.500 mAh Li-Ion)
  • Ladegerät
  • Headset
  • USB-Datenkabel
  • Kurzanleitung

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Mit dem E6 steht nun die fünfte Generation bereit und wiederum haben die Finnen das Innenleben überarbeitet. In erster Linie betrifft dies das Betriebssystem, denn hier setzt man auf das brandneue Symbian Anna, welches eine überarbeitete Version des schon seit geraumer Zeit verwendeten Symbian^3 darstellt. Damit will (und muss) man wieder an die erfolgreicheren Jahre anknüpfen. Ob dies mit dem Nokia E6 gelingen könnte, klärt der nachfolgende Test.

Technische Daten

In puncto Leistung entspricht das E6 prinzipiell dem N8 oder X7. Was auf dem Papier – insbesondere im Vergleich zu Geräten auf Basis von Android oder Windows Phone 7 – nach wenig aussieht, entpuppt sich aufgrund des Symbian-Aufbaus als ausreichend schnell.

Beim Speicherausbau orientiert sich Nokia dann aber doch zumindest teilweise an den Konkurrenten. Acht Gigabyte interner Speicher – per microSD-Karte erweiterbar – sowie ein ein Gigabyte großer ROM entsprechen durchaus dem Stand der Dinge. Lediglich der nur 256 Megabyte große Arbeitsspeicher sollte bei den heutigen Geräten größer ausfallen. Aber auch hier spielt erneut die Struktur des Betriebssystems eine gewisse Rolle, was 1:1-Vergleiche nur schwer möglich macht.

An Verbindungsmöglichkeiten bietet das E6 alles, was das Herz begehrt. Hier stehen im Mobilfunkbereich mit GSM, GPRS, EDGE, UMTS und HSPA alle derzeit wichtigen Protokolle zur Verfügung. Die maximale Übertragungsrate im Downstream liegt im HSPA-Betrieb bei entsprechend ausgebauten Netzen bei 10,2 Megabit pro Sekunde. Deutlich schneller werden Daten via WLAN übertragen, dank „n“-Standard sind hier 150 Megabit pro Sekunde möglich. Sollen beispielsweise drahtlose Headsets eingebunden werden, kann man auf Bluetooth 3.0 zurückgreifen.

Der 3,5 mm-Klinkenanschluss an der Gehäuseoberseite kann nicht nur gewöhnliche Kopfhörer aufnehmen, sondern auch Fernseher und andere externe Wiedergabegeräte können auf diesem Wege per speziellem Kabel genutzt werden. Alternativ kann dies auch per WLAN erfolgen, sofern das Anzeigegerät eine DLNA-Zertifizierung besitzt. Muss das Smartphone geladen werden, kann man dies entweder über das mitgelieferte Ladegerät und den Nokia-typischen Anschluss auf der Unterseite tun oder das Gerät per USB-Kabel mit einem Computer verbinden. In letzterem Fall dauert das Laden aber aufgrund der unterschiedlichen Leistungen länger. Das war mit dem E71 noch nicht möglich. Komplettiert wird die Ausstattung unter anderem durch den verbauten Radioempfänger und das zweite Mikrofon, mit dem störende Nebengeräusche ausgefiltert werden sollen.

Design & Verarbeitung

Nokia-E6-Front Nokia E6 im Test: Würdiger Nachfolger des E72? Nokia Smartphones Technologie Testberichte

Das E6 ist auf der ersten Blick als Nokia-Smartphone zu erkennen. Unverkennbar ist zudem die Verwandtschaft zu den Modellen E71 und Nokia E72. Wie auch bei den Vorgängern wird die Frontalansicht vom Display sowie der Tastatur mitsamt Fünf-Wege-Button geprägt. Hier ist die Funktion deutlich wichtiger als das Design, was aber keinesfalls negativ sein muss. Insgesamt wirkt das Smartphone aus dieser Perspektive sehr kühl und zurückhaltend, einzig der Chromrahmen bringt einen Hauch von Eleganz.

Dennoch habe ich das Gefühl, dass Nokia beim E6 insgesamt mehr Plastik verarbeitet hat. Zwar liegt es deutlich weniger schwer in der Hand als das E71, wirkt dadurch im Vergleich aber deutlich weniger wertig. Auch der Akkudeckel wird seit dem E72 anders mit dem Gerät verbunden. Der rückwärtige Schnappverschluss lässt in mir die Vermutung aufkommen, dass dieser gerade bei häufigem Öffnen und Schließen nicht lange halten wird. Das E71 hält den Akkudeckel durch zwei seitlich angebrachte Schnappverschlüsse deutlich stabiler in Position.

Gänzlich ohne Chrom muss die Rückseite auskommen. Hier dominiert Edelstahl, aus dem die gesamte Rückseite sowie die Seiten bestehen. Auffällig ist hier lediglich der Dual-LED-Blitz. Wenig Phantasie hatte man augenscheinlich bei der Gestaltung der vier Seitenansichten. Hier findet man den hinter einer schützenden Klappe versteckten Micro-USB-Anschluss (links), auf der Oberseite den Einschub für microSD-Karten (ebenfalls mit Deckel), den Ein- und Ausschalter sowie den 3,5-Millimeter-Anschluss für Kopfhörer sowie auf der rechten Seite die Lautstärkeregler, den Auslöser für die Sprachsteuerung und den Schieber für die Display-Sperre.

Nokia-E6-Keyboard Nokia E6 im Test: Würdiger Nachfolger des E72? Nokia Smartphones Technologie Testberichte

Mit Ausnahme des letzten sind alle Knöpfe gut eingefügt und verfügen über kein unnötiges Spiel. Gleiches gilt auch für die Tastatur, die in Sachen Haptik einen sehr guten Eindruck macht. Die Tasten sind zwar immer noch klein, aber erhaben und etwas breiter als beim E71. Ich kam damit gut zurecht, ein Kollege jedoch überhaupt nicht. Generell ist das E6 sehr gut verarbeitet, lediglich der im unteren Drittel des Gehäuses unterbrochene umlaufende Chromrahmen ist hier nicht ganz bündig.

Display

Aufgrund des Konzepts des E6 ist der Einsatz eines großen Displays mit drei, vier oder mehr Zoll quasi unmöglich. Der verbaute 2,46 Zoll große Bildschirm stellt somit das maximal Machbare dar. Dies mag im Vergleich zu „gewöhnlichen“ Smartphones wenig sein, reicht in Kombination mit der Tastatur – Eingaben und Navigation – aber in den meisten Fällen durchaus. Vorteil der kleinen Anzeige: In Kombination mit der Auflösung von 640 × 480 Pixeln ergibt sich eine sehr hohe Bildpunktdichte von 325 ppi. Schrift und feine Linien werden so deutlich und scharf dargestellt. Beim E71 und E72 waren die einzelnen Bildpunkte noch deutlich erkennbar.

Das Display wirkt allerdings selbst in der Maximaleinstellung nicht ausreichend hell und auch der Kontrast könnte besser sein. In dunklen Umgebungen ist das E6 für meinen Geschmack nur eingeschränkt zu gebrauchen. Andererseits hält der 1.500 mAh starke Akku so länger durch und muss nicht so häufig an die Steckdose wie konkurrierende Smartphones.

Leider erweist sich allerdings der Touchscreen in einigen Fällen als sehr träge, so das Eingaben mehrfach vorgenommen werden müssen, bis die Sensorik diese erfasst und umsetzt. Bei kleinen Symbolen und großen Fingern musste ich öfter mal korrigierend eingreifen, bis die gewünschte Option gewählt war.

Kamera

Nokia-E6-Kamera Nokia E6 im Test: Würdiger Nachfolger des E72? Nokia Smartphones Technologie Testberichte

In puncto Kamera hat Nokia in der Vergangenheit schon mehrfach ein gutes Händchen bei der Auswahl der entsprechenden Komponenten gezeigt beziehungsweise Wert auf eine für Handys hohe Qualität der Bilder gelegt. Nicht so beim E6. Zwar ist das Gerät in erster Linie für andere Zwecke konzipiert worden, dennoch hat man hier aus Sicht des Nutzers am falschen Ende gespart.

Denn einerseits setzt Nokia auf einen Sensor mit einer Auflösung von acht Megapixeln, verzichtet im Gegenzug aber auf einen Autofokus. In der Produktbeschreibung sprechen die Finnen von einem „Digitalfokus“, der aber beispielsweise Makroaufnahmen quasi unmöglich macht. Immerhin verfügt die Kamera-Software über die üblichen Funktionen wie unter anderem einen Weißabgleich oder verschiedene Stile (Sepia, Schwarzweiß usw.).

Mein aktuelles Smartphone E71 macht mit 3,2 Megapixeln plus Autofokus zwar leicht verwaschene, dennoch bessere Bilder als das aktuelle E6. Zwar waren im Test die Lichtverhältnisse nicht optimal, dennoch hatte ich vom verbauten LED-Licht mehr erwartet. Eine absolute Enttäuschung.

Alle Aufnahmen weisen ein recht hohes Bildrauschen auf, zudem wirken Farben teilweise sehr blass. Weiße Flächen hingegen zeigen einen mehr oder weniger deutlichen Blaustich. Ähnliches gilt auch für Videoaufnahmen. Diese können in der „kleinen“ HD-Auflösung – 1.280 × 720 Pixel – getätigt werden, hier kommt es aber zumindest bei mittelschnellen Drehungen zur Bildung von Artefakten.

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Software

Während die Hardware des E6 in großen Teilen mit der anderer Nokia-Smartphones übereinstimmt, gibt es bei der Software (noch) einen Unterschied. Denn zusammen mit dem Nokia X7 ist das E6 das erste Gerät, das auf Basis von Symbian Anna entwickelt wurde. Dabei handelt es sich prinzipiell um ein erstes großes Update für das seit etwa einem Jahr erhältliche Symbian^3.

Die meisten Änderungen sind eher kosmetischer Natur. Dazu gehören neue Icons in den Menüansichten, leichte Veränderungen bei den Widgets auf den Homescreens sowie eine verbesserte Kalenderansicht. Hier werden nun sowohl der komplette Monat als auch die jeweils tagesaktuellen Termine und Aufgaben gleichzeitig angezeigt. Die tiefgreifendste und wohl auch wichtigste Fortentwicklung betrifft aber den integrierten Internet-Browser.

Dieser versteht nun auch einige HTML5-Kommandos und Teile von Flash 10, mein E71 musste hier bisher oft kapitulieren. Neben einer überarbeiteten Optik ist aus Sicht des Nutzers aber wichtig, dass der neue Browser deutlich schneller auf Eingaben reagiert und für den Seitenaufbau weniger Zeit benötigt. Eine weitere – auch im Browser anzutreffende – Neuerung ist leider auf dem E6 aufgrund der physikalischen Tastatur nicht vorhanden. Denn mit Symbian Anna steht die vorinstallierte Tastatur nun auch im Portraitmodus in QWERTZ-Anordnung zur Verfügung. Bisher musste man sich hier mit den virtuellen Zifferntasten begnügen oder eine Drittanbietertastatur installieren.

An der Struktur der Menüs hat sich nichts verändert. Nach wie vor wirkt der Aufbau im Vergleich zur Konkurrenz stellenweise etwas zu verschachtelt, Nutzer älterer Symbian-Version dürften sich aber sofort zurechtfinden. Auffällig ist, dass das gesamte System teilweise etwas langsamer reagiert, als man es beispielsweise vom N8 oder E7 her kennt. Ob man mit dem Anna-Update nun dichter zur Konkurrenz in Form von Android, iOS und Windows Phone 7 aufgeschlossen hat, dürfte nicht zuletzt eine Frage des eigenen Geschmacks sein.

Im Alltag

SMS & E-Mail

Natürlich stellt sich beim E6 als erstes die Frage, wie es sich bei der Textkommunikation schlägt. Denn aufgrund der QWERTZ-Tastatur ist das Smartphone geradezu für den Einsatz als „E-Mail-Maschine“ prädestiniert. Und enttäuscht wird man nicht. Das Tippen mit der guten Tastatur macht eine Menge Spaß und geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase deutlich schneller vonstatten als bei einer virtuellen Tastatur. Aber auch im Vergleich zu Geräten mit einer echten Tastatur im Landscape-Format wie beispielsweise dem E7 sind Texte spürbar schneller getippt. In dunklen Umgebungen profitiert man von der ausreichend guten Beleuchtung der Tasten. Dennoch empfand ich die Beleuchtung insgesamt schwächer als beim E71.

Generell überzeugen die Eingabeoptionen, zu denen auch der Fünf-Wege-Button sowie die vier Schnellstarttasten daneben gehören. Mit diesen wird standardmäßig der Homescreen, der Kalender, der E-Mail-Client oder das Kontaktverzeichnis aufgerufen. Der Nutzer kann jede Taste aber zusätzlich mit einer zweiten Aktion belegen, die dann durch ein langes Halten aufgerufen wird. Voreingestellt sind hier der Taskmanager sowie neue Einträge im Kalender, dem Kontaktverzeichnis sowie das Erstellen einer neuen E-Mail. So hat man ohne langes Navigieren durch die Menüs die wichtigsten Funktionen in „Reichweite“.

Telefonieren

Aber auch beim Telefonieren macht das E6 eine durchaus gute Figur. Verbindungsabbrüche konnten im Verlauf des Tests nicht festgestellt werden, der jeweilige Gesprächspartner war in allen Situationen gut zu verstehen, wenn auch etwas dumpf. Dank des zweiten verbauten Mikrofons wird man selbst auch dann verstanden, wenn man sich in einer lauten Umgebung befindet, da dieses Mikro ausschließlich dazu dient, Umgebungsgeräusche zu analysieren und diese herauszufiltern. Allerdings fehlt es hier und da an ein wenig Feinabstimmung, andere Geräte mit dieser Funktion beherrschen das Ausfiltern von Nebengeräuschen etwas besser.

Im Web browsen

Beim Surfen im Internet macht das Smartphone keine ganz so gute Figur. Dies liegt in aller erster Linie an dem relativ kleinen Display sowie den Performance-Problemen bei mehr oder weniger umfangreichen Seiten. Hier wird das Scrollen in der Horizontalen oder Vertikalen zu einer mühseligen Angelegenheit. Die Anzeige mit ihren rund zwei Zoll beschränkt den sichtbaren Ausschnitt darüber hinaus doch deutlich, zudem nehmen die beiden eingeblendeten Symbole am unteren Rand des Displays zusätzlichen Raum weg. Ebenfalls störend: Für die Navigation innerhalb des Browsers können die Hardware-Tasten überwiegend nicht genutzt werden, einzig der seit Jahren bekannte Cursor kann hier bewegt werden.

Aber nicht nur im Browser fällt die Bedienung zumindest leicht negativ auf. Auch in einigen Menüs setzt Nokia auf eine Mischung aus Tastatur und Touchscreen. Kann beispielsweise zwischen mehreren Optionen gewählt werden, ist die Auswahl mit dem Fünf-Wege-Button möglich, bestätigt werden muss aber via Druck auf das Display. Hier scheint die Integration der Tastatur im Vergleich zum E72 nicht gänzlich gewollt gewesen zu sein.

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Multimedia

Besser sieht es da wieder bei den Multimedia-Funktionen aus. Sowohl beim Abspielen von Musik, als auch von Videos gibt sich das E6 keine wirkliche Blöße. Zwar sind sowohl das mitgelieferte Stereo-Headset als auch der rückwärtig verbaute Lautsprecher eher weniger für die hochwertige Wiedergabe von Tönen geeignet, jedoch kann man hier problemlos auf andere Geräte ausweichen. Videos mit einer Auflösung von maximal 1.280 × 720 Pixeln können auch auf externen Anzeigen wie beispielsweise einem Fernseher wiedergegeben werden. Allerdings setzt Nokia hierbei nicht auf eine Übertragung via HDMI sondern ein Composite-Kabel, welches auf Seiten des Smartphones den 3,5-Millimeter-Anschluss an der Oberseite nutzt. Dabei muss man aber auf den populären MKV-Container verzichten, unterstützt wird hier lediglich MP4.

Apps

Sucht man Unterhaltung in Form eines Spiels, so kann man diese unter anderem über den bekannten Ovi Store herunterladen. Hier stehen viele von anderen Plattformen her bekannte Titel zur Auswahl bereits, wobei die Auswahl im Vergleich zu Android und iOS stellenweise deutlich geringer ausfällt. Die Installation war teilweise unnötig kompliziert: Nach Anmeldung im Ovi Store hatte ich trotz USB Verbindung nicht die Möglichkeit, die Installationsdatei direkt auf das Gerät zu laden. Stattdessen wurde mir angeboten, mir den Download-Link per SMS auf das Handy zu senden. Sehr umständlich und überhaupt nicht nachvollziehbar. Der Download per Handy-Browser war dermaßen fummelig, dass ich es aufgegeben habe, die ansonsten gute „Bus & Bahn“ App zu installieren. Man sieht zwar einen Ladebalken, wird aber im Unklaren darüber gelassen, ob eine Installation erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Ausdauer

In Sachen Akkuleistung kann das E6 dafür aber mit vielen aktuellen Geräten mithalten, auch wenn dies in einigen Fällen auf eine geringere Qualität der Grafik zurückzuführen ist. Und man muss sich auch darauf einrichten, dass der Akku bereits nach wenigen Stunden wieder geladen werden muss.

Generell gibt es sehr deutliche Unterschiede in der Laufzeit. Während man im „normalen“ Alltag – einige Telefonate pro Tag, Abgleich zweier E-Mail-Konten, einige Minuten Surfen – durchaus drei bis vier Tage mit einer Ladung auskommt, wird man beim Videoschauen auf YouTube via WLAN bereits nach knapp drei Stunden gewarnt.

Sonstiges

Ansonsten bietet des E6 zahlreiche bereits von vielen anderen Nokia-Smartphones her bekannte Funktionen. Dazu gehört mit „Ovi Karten“ sicherlich eine der besten Navigationslösungen im Handy-Bereich. Nettes Gimmick: Die aktuelle Version von Ovi Karten kennt jetzt auch Bus- und Bahnverbindungen, die auf Tastendruck eingeblendet werden können. Aber auch USB-OTG (On the Go) ist hier möglich, womit direkt auf Inhalte von per USB-Kabel angeschlossenen Geräten zugegriffen werden kann. Ärgerlich: Anders als noch in der Vergangenheit liefert Nokia keinen dafür erforderlichen Adapter mit. Ebenfalls nicht vorhanden ist ein FM-Sender, mit dem sich Musik einfach auf einem in Reichweite befindlichen Radio wiedergeben lässt.

In einigen Fällen berichten Besitzer des E6 über einen Konstruktionsfehler. Dieser betrifft die Benachrichtigungs-LED, die unterhalb des Fünf-Wege-Buttons zwischen Tastatur und Display platziert ist. Hier soll teilweise der Abstand zwischen Steuerkreuz und dem mittig darin eingelassenen Schalter zu gering sein. Somit wird das Leuchten nicht wahrgenommen. Beim Testgerät war dieser Fehler zumindest bis zu einem gewissen Grad zu beobachten, nur in dunklen Umgebungen konnte der Lichtschimmer wahrgenommen werden, auch dies ist bei E71 deutlich besser gelöst.

Fazit

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Mit dem E6 macht Nokia vieles richtig, leistet sich aber auch einige Schnitzer. Dazu gehören beispielsweise die nicht ganz durchdachte Steuerung, das nicht wirklich überzeugende Display sowie die Abstinenz eigentlich notwendiger Kabel (AV-Kabel, USB-OTG-Adapter). Aber auch das halbherzige Kamerakonzept (hohe Auflösung, Dual-LED-Blitz, kein Autofokus, schlechte Bildqualität) wirft Fragen auf.

Im Gegenzug punktet das Gerät mit einer guten Tastatur, einer über weite Strecken guten Verarbeitung und Materialwahl sowie eine guten Akkulaufzeit, die man bereits von anderen Symbian-Geräten kennt. Am Ende reicht es aber nicht für eine Empfehlung.

Wer keinen gesteigerten Wert auf die Kameraauflösung oder einen Touchscreen legt, könnte mit den Vorgängern E71 bzw. Nokia E72 unter Umständen besser beraten sein, zumal sich so je nach Variante Geld sparen lässt.

Ein separates Fazit zu Symbian Anna: Mit dem ersten großen Update zeigt Nokia, dass man die Unterstützung für das noch immer weit verbreitete Betriebssystem nicht aufgibt. In Summe ist es aber lediglich ein Schritt in die richtige Richtung, mit der für Anfang 2012 erwarteten Aktualisierung auf Symbian Belle darf man dann mehr erwarten.

Verfügbarkeit & Preise

Das Nokia E6 ist seit Ende Mai in den Farben schwarz, silber und weiß erhältlich. Je nach Farbe beginnen die Preise bei rund 300 Euro.

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Nokia E72 Nutzer
11 Jahre zuvor

Schöner, ausführlicher Bericht, wie man ihn sonst nur von wenigen englischsprachigen Seiten kennt. Danke.

Andreas Horn
11 Jahre zuvor

Ich habe dienstlich ein E6-00 bekommen, weil ich es mit ausgesucht habe, aber es hat mich enttäuscht. Die Navisoftware z.B. (und vermutlich auch anders Apps) kann man nicht auf die Zusatz-SD-Karte packen. Beim Zugriff auf den Massenspeicher oder die SD-Karte vom Rechner aus (Windoof) kriegt man immer mal wieder Speicherfehler im Telefondisplay angezeigt. Mein privates E66 ist besser, deshalb werde ich privat nicht auf das E6-00 umsteigen, sondern mich bei Android umsehen!

Andreas Horn
11 Jahre zuvor

Der Fairnis wegen muss ich nachtragen, es lag nicht am Telefon, nach einem Austausch der 32 GB SanDisk in eine 32 GB CnMemory SD-Karte ging alles so wie es soll …

Trotzdem hat mich das Anna noch nicht überzeugt – das Betriebssystem des E66 fand ich besser …

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