Nokia und Windows Phone: ein Drama in mehreren Akten – jetzt sollen es günstige Einsteiger-Modelle richten

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Ich habe mich hier ja schon öfters mit dem Thema Nokia und Windows Phone beschäftigt, doch auch nach mehreren Monaten ist es den Finnen noch immer nicht gelungen, auf dem Smartphone-Markt Fuß zu fassen. Im Gegenteil: erst gestern sorgte Nokia mit der Ankündigung massiver Stellenstreichungen für Aufsehen und dabei sollte doch gerade die Lumia-Reihe mit Windows Phone den Weg zurück an die Spitze des Mobilfunkmarkts ebnen. Auf einer Investorenkonferenz ließ Nokia CEO Stephen Elop  nun verlauten, dass günstige Einsteiger-Modelle mit Windows Phone den Konzern endlich konkurrenzfähig machen sollen. Meiner Meinung nach der falsche Weg.

Machen wir uns nichts vor: das Hauptproblem von Nokia sind nicht die Smartphones, sondern das Betriebssystem. Microsoft versucht mit allen Mitteln das hauseigene mobile Betriebssystem Windows Phone zu pushen, bislang aber ohne Erfolg. Persönlich bin ich zwar ein großer Fan von Windows Phone und erachte dieses als bedeutend gelungener als Google Android, was aber nichts daran ändert, dass die Marktakzeptanz sehr gering ist. Dafür gibt es mehrere Ursachen:

  • Microsoft hat von Anfang an versucht, Windows Phone im Premium-Bereich zu platzieren – davon zeugen die ersten Windows Phone-Smartphones, die durch die Bank weg bei über 500 € lagen. Das Problem: wer sich in diesen Preisregionen bewegt, greift entweder gleich zu einem iPhone (Must-Have-Faktor) oder ist überzeugter Anhänger von offenen Plattform und holt sich ein Android-Smartphone. Das Verkaufsargument für Windows Phone fehlt einfach.
  • Anwendungen für Windows Phone sind im Marketplace verglichen mit der Konkurrenz unverhältnismäßig teuer
  • Microsoft fährt die gleiche Schiene wie Apple. So sind beispielsweise keine Dateiübertragungen via Bluetooth möglich und auch mit den eigenen Klingeltönen ist das so eine Sache. Was viele Nutzer bei Apple akzeptieren, gilt bei Windows Phone als inakzeptabel.

Wer schon einmal ein Modell aus der Lumia-Reihe in der Hand hatte, der weiß, dass Nokia die Hardware durchaus gelungen ist. Smartphone-Käufer machen ihre Kaufentscheidung heutzutage aber immer häufiger von der Software abhängig. Die Marke der Hardware spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. Solange Nokia kein Android-Smartphone ins Programm aufnimmt, geht die Talfahrt weiter – da hilft auch ein Windows-Phone Smartphone für 150 Euro nichts.

– via bgr

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Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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10 Jahre zuvor

amen.

10 Jahre zuvor

Vor knapp 20 Jahren hatte ich zum Einstieg in die Mobilfunkwelt ein Philips-Handy mit ausziehbarer Antenne, danach bis in die aktuelle Smartphone-Ära ca. 15 Jahre lange NUR noch Nokia-Geräte. Nokia war in dieser Zeit meines Erachtens fast immer eine absolute Premiummarke im Segment.

Jetzt bin ich auf ein Samsung Galaxy S2 umgestiegen, weil ich vom Nokia X6 maßlos enttäuscht war. Die Schließung des Werks in Ulm zeigt meiner Ansicht nach das Nokia sich nun ausschließlich auf Smartphones fokussieren möchte um nicht gänzlich den Anschluss an den Markt zu verlieren. Siehe auch: https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nokia-aus-in-ulm-das-hat-uns-wie-ein-schlag-ins-gesicht-getroffen.8dc487aa-33a9-4e33-b0e8-93e0897274f2.html

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