Parrot Bebop Drone: Quadrocopter mit 14-Megapixel-Weitwinkel-Kamera im Test

Wir haben uns in den vergangenen Wochen die Parrot Bebop Drone angeschaut: 14-Megapixel-Kamera, 390 Gramm, 500 Euro. Aber für wen eignet sich die Drohne und wo liegen ihre Stärken und Schwächen?

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Mit der AR.Drone von Parrot fing alles an

Als Kind wollte ich immer ein Modellflugzeug haben. Bekommen habe ich allerdings nie eines. Vielleicht war das auch ganz gut so, denn ein Modellflugzeug ist eben kein Kinderspielzeug und erfordert einiges an Geschick und Können – zumindest wenn man nicht mit einem Totalschaden im nächsten Baum landen möchte.

Dann kamen irgendwann die Drohnen, genauer gesagt die erste Version der AR.Drone von Parrot, die auf der CES 2010 in Las Vegas vorgestellt wurde. Freilich gab es Quadrocopter schon lange vorher, aber der vergleichsweise günstige Preis und die Möglichkeit, die Drohne per iPhone-App zu steuern, sorgten für einiges an Aufsehen. Mitte 2012 hatte dann auch ich endlich die Gelegenheit, die Parrot AR.Drone zu testen – und musste schnell feststellen, dass in der Praxis doch nicht immer alles so einfach funktioniert, wie im Herstellervideo. Die Steuerung war noch recht unpräzise, die Kameraqualität schlecht und ab und an machte die Drohne einfach was sie wollte. Aber hey, für 350 € und die erste Generation war das dann doch irgendwie alles ganz ok.

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Parrot Bebop Drone – mehr als nur ein Spielzeug

Inzwischen sind wir einige Schritte weiter und bei der Parrot Bebop Drone angelangt. Wenn man das neueste Modell aus dem Hause Parrot das erste Mal in der Hand hält, ist man zunächst irritiert, denn die Drohne ist kleiner als ihre Vorgänger. Dafür macht sie sowohl optisch als auch von der Verarbeitung her einen deutlich hochwertigeren Eindruck. Aber gut, das muss sie ja bei einem Preis von knapp 500 Euro auch.

Und los geht’s. Der erste Probeflug. Die Verbindung zum iPhone ist schnell hergestellt, die App so gestaltet, dass man sich schnell zurecht findet. Außerdem hat man die Wahl zwischen drei verschiedenen Steuerungs-Modi, so dass für jeden das Richtige dabei ist. Bevor ihr euch das erste Mal in luftige Höhen wagt, solltet ihr die maximale Flughöhe der Drohne auf 3 m begrenzen und auch bei der Geschwindigkeit das Limit zunächst niedrig ansetzen. Auf diese Weise stellt ihr sicher, dass ihr euch in aller Ruhe an die Steuerung gewöhnen können, und nicht gleich bei den ersten Flugversuchen einen Crash baut.

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Die Kamera überzeugt

Zwei Dinge sind mir bei der Parrot Bebop Drone sofort aufgefallen: die Steuerung ist äußerst präzise, die Kameraqualität sehr gut – und damit meine ich nicht “man kann halt was erkennen”-gut, sondern so gut, dass man problemlos ein Video in 1080p erstellen kann. Möglich macht das die integrierte Kamera mit „Fisheye” (Linse 186° 1/2,3″) und 14-Megapixel-Sensor. Eine Video-Stabilisierung (3-Achsen, digital) darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Videos werden mit einer Auflösung von 1920×1080 Pixeln (30fps) aufgenommen. Für Fotos stehen maximal 4096×3072 Pixel zur Verfügung.

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Was ich persönlich toll finde: man kann die Kamera leicht “schwenken”, das bedeutet, dass man bei gleich bleibender Position der Drohne unterschiedliche Blickwinkel einfangen kann. Wie bereits erwähnt, sind die Aufnahmen tadellos, lediglich wenn man direkt in die Sonne fliegt, hat die Software Probleme mit dem Weißabgleich. Allzu gewagte Flugmanöver, die die Video-Stabilisierung an ihre Grenzen bringen, sollte man dennoch vermeiden, wenn man optimale Ergebnisse erzielen möchte. Die Parrot Bebop Drone bleibt am Ende eben eine Drohne mit integrierter Kamera und keine DSLR mit Rotoren. Das kann man für den Preis auch einfach nicht erwarten.

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Die Bebop Drone mit dem Smartphone steuern

Die Parrot Bebop Drone lässt sich per iPhone- beziehungsweise iPad-App steuern. Wie bereits angesprochen, stehen dabei unterschiedliche Steuerungsoptionen zur Verfügung, die allesamt einfach und intuitiv sind.
Per Live-View sieht man zudem stets was die Kamera der Drohne gerade einfängt. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn man die Bebop Drone kurz mal aus den Augen verliert, etwa wenn diese hinter einem Baum verschwindet.

Für einen Rundflug über einer Wiese oder einem Strand ist das vollkommen ausreichend, sobald jedoch Hindernisse dazu kommen, man über nicht zugänglichen Bereichen fliegt (Schluchten, Berge, Seen, etc.) oder Personen verletzt werden könnten, würde ich stets zu der Variante mit Skycontroller greifen. Einerseits lässt sich die Drohne damit wesentlich präziser steuern, andererseits vergrößert sich die maximale Signal-Reichweite deutlich
und Verbindungsabbrüche werden minimiert.

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Ich hatte beispielsweise mehrfach das Problem, dass die Parrot Bebop Drone die Verbindung zu meinem iPhone 6 Plus verloren hat. Über dem freien Feld ist das kein Problem, da die Drohne dann einfach in der Luft stehen bleibt, man sich ihr zu Fuß annähern und die Verbindung wiederherstellen kann. Wenn das allerdings passiert, wenn man gerade über dem Meer oder einem eingezäunten Grundstück unterwegs ist, steigt der Adrenalinspiegel doch recht schnell an – Return-to-Home-Funktion hin oder her.

Fazit

Die Parrot Bebop Drone ist kein Spielzeug, das man sich kauft, um einmal im Monat eine Runde über dem Feld zu drehen. Die Parrot Bebop Drone ist aber auch keine Foto-Drohne, die man einsetzt, um hochprofessionelle Aufnahmen zu erstellen. Dafür reicht die 14-Megapixel-Kamera mit ihrer digitalen Stabilisierung einfach nicht aus. Außerdem wiegt Parrots neueste Drohne nur 390 Gramm inklusive Akku. Das hat Vorteile (einfacher Transport,  geringe Schäden, wenn man mit einem Hindernis kollidiert), wirkt sich aber negativ auf die Flugstabilität aus, wenn es draußen windig ist. Nur zum Vergleich: die Dji Phantom 2 VISION wiegt 1,3 Kilo!

Der Punkt ist nun aber der: nur die wenigsten von euch werden eine Drohne kaufen wollen, um professionelle Aufnahmen zu erstellen. In der Regel geht es darum, im Urlaub, bei einem Ausflug oder bei einer Veranstaltung, einige Impressionen aus der Luft festzuhalten und diese dann in ein Gesamtvideo einzubetten. Und genau dazu eignet sich die Parrot Bebop Drone perfekt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt.

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Außerdem bietet die Parrot Bebop Drone einen weiteren Vorteil, der vor allem für Einsteiger eine wichtige Rolle spielt: Sie ist einfach zu reparieren. So gut wie alle Komponenten kann man nachbestellen und im Handumdrehen austauschen. Und glaubt mir: früher oder später werdet ihr Bekanntschaft mit einem Baum machen 😉

Abschließend noch ein kurzer Hinweis, der meiner Meinung nach in keinem Artikel zu diesem Thema fehlen darf: bevor ihr mit einer Drohne abhebt, solltet ihr immer eine Haftpflichtversicherung für Modellflugzeuge abschließen, denn normale Haftpflichtversicherungen decken entsprechende Schäden nicht ab. Am Ende muss natürlich jeder selbst entscheiden, wie risikobereit er ist, aber wenn eine Drohne versehentlich mal auf eine Landstraße fliegt und ein Unfall passiert, seid ihr eben schnell mal mit 10.000 € und mehr dabei. Behaltet das einfach im Hinterkopf.

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Jahrgang 1986. Blogger & Journalist. Politologe & Anglist. Technik & Kaffee.

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