Test: Fünf Rucksäcke für Digitalnomaden

Rucksäcke. Fragt man 20 Leute, bekommt man 20 verschiedene Antworten, welcher denn der Schönste, Praktischste und Bequemste sei. Fünf Firmen waren so freundlich, ihre Produkte im folgenden Vergleichstest antreten zu lassen: Rucksäcke für den täglichen Gebrauch – “Daypacks” – sollten es sein, die mindestens ein Notebook und/oder Tablet zu verstauen wissen, funktional sind, dem Stadtwetter trotzen und nicht schäbig aussehen.

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So begab es sich im Herbst 2015, dass mein lang verwendeter Wenger-Rucksack aus einer REWE-Punktesammelaktion (viele von euch werden die Taschen sicher kennen oder selbst besitzen), sich begann aufzulösen. Ich tat also, was ein Internetmensch so macht und befragte meine Twitter-Follower nach Meinungen und Vorschlägen. Auf diesen Vorschlägen basierte meine Anfragerunde und Burton, Osprey, Booq, Jack Wolfskin und Fjäll Räven haben geantwortet und geliefert. Ich habe versucht um die 90 Euro zu bleiben, damit auch der Preis vergleichbar ist, aber ausgerechnet die beiden “Kleinen” im Testfeld – also der Booq Cobra squeeze und der Fjäll Räven No. 21 medium, fallen hier aus dem Rahmen, wobei man bei Booq das Spezial-Obermaterial bezahlt und bei Fjäll Räven den Namen (und das Leder).

Offensichtlich unterscheiden sich die Rucksäcke in ihrer Größe und damit auch in ihrem Fassungsvermögen. Dieses erwähne ich natürlich in den Spezifikationen, soll im eigentlichen Test aber weitgehend außen vor bleiben, da es ja sonst nicht ganz fair wäre. Ihr wisst schon selbst wieviel Stauraum ihr benötigt. Das Volumen schwankt zwischen 20 und 28 Litern, wobei der Booq Cobra squeeze mit seinen spitz zulaufenden Enden deutlich weniger fasst, als die Mitstreiter. Ich bespreche die Rucksäcke in der Reihenfolge ihres Eintreffens, eine persönliche Rangliste findet sich am Ende des Beitrages. Ich habe alle fünf Rucksäcke abwechselnd über den “Winter” getragen, hier meine Eindrücke.

Burton Annex

Der Burton Annex war der erste Rucksack, der bei mir eintraf und hinterließ gleich einen sehr guten Eindruck – eine hochgelegte Latte für die folgenden Bewerber um die Krone. Sein Inneres ist durch fünf Reißverschlüsse zu erreichen und hat zwei identische Seitentaschen, die mit einem Clip zu öffnen sind.

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Über den beiden Seitentaschen gibt es insgesamt vier Befestigungsmöglichkeiten – Lederschlaufen – in die sich mit Klettbändern z.B. Stative hängen lassen, oder mit Karabinern alles mögliche.

Der Hauptraum ist vierfach unterteilt – Laptop, Tablet, Kleinkram (Netz mit Schlüsselclip), Rest – wobei das hinterste Fach für den Laptop durch einen zweiten, äußeren Reißverschluss über die Rückenlänge schnell erreichbar ist.

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In der Haube befindet sich ein mit Fleece gefüttertes Fach für Kleinkram wie Brille oder Smartphone. In der Front gibt es unter der Haube ein weiteres Fach mit waagerechtem Reißverschluss und darunter Eines mit senkrechtem Reißverschluss.

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Die zwei Riemen lassen sich beliebig in der Länge verstellen und können beispielsweise eine gerollte Matte oder Jacke halten. Er hat leider kein ausgeprägtes Rückenpolster, aber dafür die variablen Schulterpunktriemen von Wanderrucksäcken geerbt, die sonst keiner der Rucksäcke bietet (s. u.). Das ist ein defintiver Ergonomie-Pluspunkt. Brust- und (entfernbare) Hüftgurte runden die Stabilisierungsmöglichkeiten ab.

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Den Annex gibt es in acht/neún verschiendenen Material- und Farb/musterkombinationen und die von mir getestete Variante “True Black Triple Ripstop” besteht aus 300D Polyester Ripstop (Obermaterial) und 600D Polyester (Boden und Rückseite) (Bedeutung).

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Ich bin inzwischen nicht mehr der Ansicht, dass Rucksäcke grundsätzlich schwarz oder maximal dunkelblau sein dürfen und Burton offeriert hier für jeden Geschmack etwas. Mir persönlich gefällt z.B. der blau-weiße “High Rise Twill” und der “Beaver Tail Crinkle”. Tatsächlich gibt es eine auslaufende Kollektion mit Preisen ab 60 Euro und eine Neue für 90 Euro pro Rucksack (siehe weiterführende Links).

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weiterführende Links: Burton Annex Backpack Alte Kollektion | Neue Kollektion

Osprey Flap Jack

Das Erste, was mir am Flap Jack aufgefallen ist, ist das Rückenpolster mit engmaschigem Netz, dass von allen Rucksäcken im Test für die beste Belüftung sorgt. Dieses geriffelte Rückenpolster ist extrem angenehm zu tragen und setzt sich in den Schulterriemen fort. Obwohl hier die Riemen über einen Steg am Schulteransatz verbunden sind, ist er angenehm zu tragen und die Last verteilt sich gut, ohne dass die Riemen einscheiden.

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Bei enger angebrachten und verbundenen Schulterriemen ist das leider schonmal der Fall. Auch der Flap Jack hat in der Höhe verstellbare Brustgurte und abnehmbare Hüftgurte (siehe 2. Video). Will man besonders lang und/oder besonders viel transportieren und soll der Rucksack nicht verrutschen, sind die Gurte unverzichtbar.

Osprey bietet separat auch Regencover an, wobei dem Flap Jack die Größe Small (20-35 Liter) passen sollte. Auch wenn die große Klappe (Flap) alles Darunterliegende vor Regen schützt, ist ausgerechnet das Brillenfach unter dem Henkel ungeschützt. Während Burton dessen Reißverschluss mit einer Lasche bedeckt, ist er bei Osprey völlig ungeschützt.

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Wie es der Teufel so will, kam es direkt am ersten Tag des Testlaufes mit dem Flap Jack zu einem unerhörten Regenguss und dieses kleine Fach war undicht. Wenn man dort Elektronik aufbewahrt, ist das eher ungeil. Deshalb wenn es regnet: Kondom drüber oder das Fach leer lassen.

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Ansonsten gefällt mir die Aufteilung sehr gut und dass man mit einem Handgriff den Clip vom Überschlag öffnen kann und so an die inneren Fächer gelangt. Links gibt es eine mit Gummiband gesicherte Tasche für Getränkeflaschen oder Schirm und rechts eine hohe, flache Tasche, in die auch z.B. eine 1-Liter-Flasche passt. Hierbei ist zu bedenken, dass das dort Verstaute, eher Platz vom Innenraum einnimmt, da sie sehr flach aufgenäht ist.

Öffnet man nun den Überschlag begegnen einem drei Fächer und drei Reißverschlüsse. Die offenen Fächer sind für Laptop, Tablet und Großvolumiges. In das innere Fach mit Reißverschluss passt Irgendwas, ebenso in das im Zwischenraum – prädestiniert für Kabelage oder Akkus.

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An vorderster Stelle befindet sich das Organizer-Fach mit U-Reißverschluss. Stifte, Schlüssel und Kleinkram finden hier Unterschlupf. Dieser Rucksack ist kein Unisexmodell, ihn gibt es speziell angepasst (fürs schmalere Rückgrat) für Frauen als Flap Jill.

Ich will noch einmal betonen, wie sehr angenehm dieser Rucksack zu tragen ist – meinem Rücken schadete er auch voll beladen nicht. In der Mitte unter dem Clipverschluss ist übrigens ein Reflektor, an den man auch ein LED-Fahrradlicht klipsen kann. Sicherheit geht vor! Den Flap Jack gibt es in vier Farben für 90 Euro (EVP). Bei Amazon und Co. gibt es ihn ab – knapp über – 70 Euro.

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weiterführender Link: Osprey Flap Jack Pack | Flap Jill Pack

Jack Wolfskin Rushcutter

Der Rushcutter von Jack Wolfskin hat eine dreigeteilte Rückenpolsterung, die sich allerdings zumindest bei mir immer wie ein Brett im Rücken angefühlt hat, die zwei verstellbaren Gurte dürfen natürlich auch nicht fehlen, wobei sich der Hüftgurt auch komplett entfernen lässt, wenn er im Alltag nicht benötigt wird. Im Clip vom Brustgurt ist sogar eine kleine Notfallpfeiffe(!) integriert, falls man beim Wandern verschütt geht.

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Die Hauptgurte sind wie beim Osprey im Schulterbereich verbunden, allerdings ein Stück schmaler, was bei mir zu einem seltsamen Tragegefühl führte. Bei den Taschen begegnen einem links und rechts zwei elastische Seitentaschen, deren Inhalt mit kleinen Gurten festgezurrt werden kann.

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Unter den nach oben gerichteten Kompressionen (die zwei Gurte) befinden sich die drei Hauptfächer. Das Hinterste beherbergt das extra gepolsterte Laptopfach, das Mittlere ist im Grunde der Organizer mit seinen Kleinfächern und dem Schlüsselhaken und im Vordersten befindet sich eine herausnehmbare Tablet-Hülle.

Wie ihr unschwer erkennen könnt, kommt der Rushcutter von Jack Wolfskin mit seiner eigenen Regenhaube, die sich in einem fach am Boden befindet und auch abnehmbar ist. Da alle Reißverschlüsse nach oben zeigen, und obwohl ich keine Probleme bei Nieselregen hatte, ist es schon auch ratsam, diese Haube bei richtigem Regen auch einzusetzen, damit der Rucksackinhalt trocken bleibt.

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Der Rushcutter besteht auch aus zwei verschiedenen Polyester-Sorten für den Körper (Full Dull 300D, weich) und den Boden (Full Dull 600D, robust), wobei sie sich beim Rushcutter angenehmer anfühlen, als beim Burton Annex, der schon sehr nach einer Zeltplane kommt.

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Der Jack Wolfskin Rushcutter kostet 99,95 Euro EVP, ist bei Amazon aber auch 10 Euro günstiger zu haben. Ihn gibt es in Schwarz oder Mocca. Er sieht durch sein nach oben gezogenes, fast windschnittiges Design schmaler aus als er ist (Maße zum Vergleich in der Tabelle unten), ist aber auch eher für schmalere Rücken geeignet, wegen der enger stehenden Gurte. Er dürfte sich mit angelegtem Hüft- und Brustgurt so auch als Fahrradrucksack eignen.

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weiterführender Link: Rushcutter Pack Tagesrucksack

Booq Cobra squeeze

Als ich mich auf die Suche nach geeigneten Kandidaten begab, wurde mir aus der laptoptaschetragenden Bohéme die Firma Booq nahegelegt, die wohl auch Rucksäcke hätten. Damals waren noch Boa und Cobra angesagt, und wie es der Zufall so wollte, hatte die Firma erst ein paar Tage zuvor ein neues Modell in den USA vorgestellt: Den Cobra squeeze, der dann auch hier zum Test kam.

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Es fällt schon auf den Bildern auf den Seiten des Herstellers auf, dass hier mehr Zeit in Organisationsdesign gesteckt wurde und in das verwendete Material. Von allen fünf Rucksäcken im test fühlt sich der Booq Cobra squeeze einfach am großartigsten an. Es geht ein wenig in Richtung Jeansstoff, nennt sich aber “Bionic Yarn” und besteht zu 47% aus recyceltem PET und aus 53% Baumwolle. Der Stoff is wasserabweisend.

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Aber es ist nicht nur der Stoff, der zum Anfassen einlädt: Die Reißverschlüsse von YKK sind breit, überlappend (wasserdicht) gearbeitet und das Verschlusssystemäquivalent zu mit sattem Ton zufallenden Autotüren. Es klingt ein wenig lächerlich, das so herauszustellen, und obwohl die anderen Firmen ebenfalls High-Tech-Gewebe und robuste Verschlüsse einsetzen, fällt der Unterschied zum Cobra squeeze einfach auf. 

Wie der Name schon andeutet, “quetscht” sich hier allen dicht an dicht, um möglichst wenig Volumen einzunehmen. Das verhindert zwar effektiv den zusätzlichen Transport eines kleinen Einkaufs, reicht aber für den täglichen Bedarf. Im Gegensatz zu den anderen Rucksäcken ist er sehr spezifisch aufgestellt.

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Während die anderen mehr oder weniger “auch ein Laptopfach” haben, dreht sich beim Cobra Squeeze alles hauptsächlich um den Transport eines Rechners nebst Zubehör. Unter dem Griff befindet sich die erste kleine, gefütterte Tasche, für Smartphone oder Brille.

Das Rückenpolster ist auch sehr gut und kommt dem vom Osprey recht nahe, aber erreicht nicht ganz dessen Struktur. Der Cobra squeeze wird von einem großen Fach dominiert, dass man quasi aufschält wie einen Apfel. Darin befinden sich dann drei große Fächer, mit ausgesprochen dickem Laptopschutz und drei kleine Fächer für Kram. In der “Schale” gibt es ein weiteres Fach innen, das über die gesamte Länge der Schale verläuft und ein Netz.

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Links und rechts gibt es je zwei Fächer, die beim Befüllen allerdings auch nach innen ragen und eher flache Dinge (Flugtickets, Pass) aufnehmen können. Hier passen maximal 0,5-Liter-Flaschen hinein (oder ein kleiner Schirm) und in einem ist auch der Haken für das Schlüsselbund.

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Den Booq Cobra squeeze zeichnet eine weitere Besonderheit aus – den ab Werk befestigten Terralinq-Code. Jede Tasche hat eine einzigartige Nummer, an Hand der sie dem Besitzer zugeordnet werden kann (wenn man sich nach dem Kauf für den Service anmeldet). Sollte die Tasche also in einem Fundbüro auftauchen oder jemand sie finden und wird Terralinq informiert, besteht immerhin die Möglichkeit seine verlorene Tasche zurückzuerhalten. Booq ruft für den Cobra squeeze 195 Euro auf und ist derzeit nur über ihre eigene Seite zu beziehen.

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weiterführender Link: Booq Cobra squeeze

Fjällräven No. 21 Medium

Mit dem Rucksack No. 21 bedient Fjällräven traditionshungrige Großstädter, denn er basiert auf dem ersten Rucksack des Gründers aus den 60er Jahren, der damit auf Grönlandexpedition ging.

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Die zwei Tragegurte sind an ihren Enden mit Lederriemen am Rucksack befestigt und lassen sich auch nur dort wie Gürtel anpassen. Sie sind zwar getrennt voneinander am Rucksack befestigt, aber leider sind sie auch sehr, sehr schmal beieinander, so dass der No. 21 für mich persönlich nicht gut zu tragen war. Schmalere Personen sind hier klar im Vorteil.

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Links und Rechts befinden sich zwei offene, nichtelastische Taschen für sehr schmale Behälter. Öffnet man die zwei Lederriemen, gelangt man zuerst an ein kleineres flaches Fach in der Front und die Sack-Öffnung zum Hauptstauraum. Darin befindet sich ein Fach für die Laptopolsterung, das Laptopfach, ein kleines Täschchen mit Reißverschluss und eine zylindrische Halterung mit Schnur, in die z.B. eine große Flasche passt

Ich empfand den No. 21 als den am umständlichsten zu handhabenden Rucksack im Testfeld. Nicht nur muss man den Rucksack zum verkürzen oder verlängern der Gurte abnehmen, um an irgendwas im Inneren heranzukommen muss man zwei Lederriemen lösen, den Seesack öffnen und umstülpen.

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Tradition und gute Materialien sind ja super, aber nicht wenn dafür 50 Jahre Ergonomieentwicklung über den Haufen geworfen werden. Die beiden schmalen Polster als Rückenpolsterung zu bezeichnen ist auch etwas gewagt. Immerhin perlt Regen am robusten, atmungsaktive, Grönlandwachs-imprägnierten “G-1000 Heavy Duty”-Gewebe ab. Den No. 21 gibt es auch noch in Small und Large – mit etwas weniger/etwas mehr Stauraum.

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Die Verarbeitung ist über jeden Zweifel erhaben, ich glaube nur nicht, dass er sich für den täglichen Gebrauch so wirklich gut eignet. Er hat Eigenschaften, die ihn tatsächlich eher für Tageswanderungen auszeichnen und nur eher zufällig ein Fach, in das auch ein Laptop passen würde. Die zusätzliche Polsterung für das Fach, und somit den Laptop, lässt sich nämlich auch einfach herausnehmen.

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Aus ganzen 14 Farben kann man hier wählen, wobei das Testmuster “560 – Navy” war. 189,95 Euro möchte Fjällräven für diesen Retrorucksack via Globetrotter, bestimmte Farben gehen bei Amazon aber auch günstiger weg (rot gibt es z.B. für 119 Euro)

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weiterführender Link: Rucksack No. 21 Medium

Spezifikationen

Burton Annex Osprey Flap Jack Booq Cobra squeeze Jack Wolfskin Rushcutter Fjäll Räven No. 21 Medium
Volumen (l): 28 21 ca. 11,2 28 20
Gewicht (kg): 0,9 0,91 1,09 1,06 1,05
Abmaße (cm): 51 × 27 × 18 48 × 33 × 24 43 × 30 × 16 49 × 35 × 24 45 × 32 × 22
Laptopgröße: 15,6″ 15″ 16,4″ 15,6″ 15″

Fazit und persönliche Rangliste

Mein 1. Platz wird eindeutig vom Osprey Flap Jack eingenommen, der sich am Ende als bequemster Rucksack herausgestellt hat. Er passt meinem Rücken am besten: Die Polsterung und die breiten Gurte sind einfach spitze. Auch wenn ausgrechnet das Brillenfach bei einem Regenguss nicht trocken bleibt, passt in ihn insgesamt genug (auch ein kleiner Einkauf) hinein, man kommt schnell an alles ran und kann sinnvoll aufteilen. Ein sehr enger 2. Platz wird vom Burton Annex eingenommen, der einfach nur ein wenig mehr von der tollen Osprey-Polsterung lernen könnte, sonst selbst fast überhaupt nichts wiegt und jeder Reißverschluss unter einer Abdeckung verschwindet. Er ist aufgrund seiner Herkunft auch etwas multifunktionaler und eignet sich durchaus auch für eine Tageswanderung mit seinen Ösen und Schlaufen, in die Isomatte, Jacke oder Tripod passen. Andererseits mag ich Rucksäcke, die auch leer ihre Form halten und das tut der Annex nun wahrlich nicht, ist dafür aber auch der Leichteste. Auf dem 3. Platz steht bei mir der Booq Cobra squeeze. Sein Material ist erste Sahne, die Reißverschlüsse sind das Äquivalent zum satten Schliessen von Türen teurer Autos und er hat ebenfalls eine gute Polsterung. Wenn man mal nicht viel zu tragen hat, reicht der völlig aus. Der 4. Platz kommt dem Rushcutter von Jack Wolfskin zu, an dem eigentlich nichts verkehrt ist, außer dass er mir eben nicht sehr gut sitzt, ihn zeichnet nur eben auch nichts sonderlich aus. Den letzten und 5. Platz gebührt der No.21 aus dem Hause Fjäll Räven. Wer 50 Jahre Ergonomieentwicklung aus dem Fenster wirft, um Hipsterriemchen zu verkaufen, hat es nicht anders verdient. Dass ich mit diesem Urteil recht alleine dastehe ist mir bewusst, denn in bestimmten Berliner Stadteilen läuft damit jeder 3. rum – das Ding verkauft sich also allein über den Retrofaktor an geneigte Grönlandwachsbenutzer.

Die Reihenfolge basiert einzig auf meinem persönlichen Geschmack, auch wenn als Basis meiner Entscheidung für die Rangliste, die Erfahrungen im täglichen Gebrauch herangezogen wurden. Was sich als praktisch herausgestellt hat und was eher nicht, war hier am Ende entscheidend. Habt ihr das ultimative Backpack auf dem Rücken? Dann lasst uns nicht dumm sterben und teilt eure eigenen Erfahrungen. Erwähnt werden sollte natürlich auch, dass es weitaus mehr Hersteller mit grandiosen Produkten gibt. Seien es Ortlieb, Deuter, Manfrotto, Thule oder PKG und so weiter. Jeder wird einen eigenen Einsatzzweck haben und danach sein Modell auswählen. Ganz ähnlich wie Burton aus der Snowboardecke kommt und ihre Rucksäcke immer auch ein wenig diesen Touch haben, gibt es von Manfrotto Tagesrucksäcke, die sich auch für eine Fototour umbauen lassen.

Mir persönlich ist ein gesundes Mittelmaß aus Fassungsvolumen und Eigengewicht wichtig. Tatsächlich ist es immer sinnvoll, bei einer Neuanschaffung, in einen Laden mit großer Auswahl zu gehen, um auch den tatsächlichen Sitz zu überprüfen und ggf. die richtige Einstellung direkt vornehmen lassen zu können. Der Rushcutter von Jack Wolfskin ist hier das beste Beispiel: Grundsätzlich ist er ein super Rucksack, mit vielen Verstaumöglichkeiten, guten Rückenpolstern und der Einzige, mit dem typischen versteckten Regenschutz im Boden. Nur leider passt er meinem breiten Rücken so gar nicht, obwohl er sich in den Maßen vom Burton und Osprey kaum unterscheidet. Ich kann also bei einem Ausrüstungsgegenstand, wie einem Rucksack, von einem Blindkauf nur abraten.

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

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[…] den täglichen Gebrauch. Er ist robust und wird so einiges verzeihen. Er kommt nicht ganz an den Flap Jack von Osprey heran, der hat einfach noch mehr Optionen. Er ist trotzdem eine klare Empfehlung, insbesondere, […]

[…] erinnert ihr euch an meinen kleinen Rucksacktest vom Februar. Dort war einer der Rucksäcke auch ein Booq, nämlich der Cobra squeeze. Wer sich den Cobra […]

[…] hat der Apollo 30l stark an den Burton Annex (siehe Testbericht) erinnert, wobei der aber bei mir immer noch gewinnt. Die Zugänge zum Inneren sind jetzt nicht […]

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