Samsung überlegt verlustbehaftete LCD-Sparte auszugliedern: Konzentration auf OLED

Samsung-OLED Samsung überlegt verlustbehaftete LCD-Sparte auszugliedern: Konzentration auf OLED Technologie

Samsung hat heute überraschend verkündet, dass man darüber nachdenke, seine LCD-Sparte, die derzeit für Verluste sorgt, auszugliedern. Man wolle sich danach auf die Entwicklung und Herstellung von OLED-Displays konzentrieren. Diese sind laut dem südkoreanischen Unternehmens die Zukunft und werden LCD Panels bald ersetzt haben können. LCD-Fernseher gehören laut Samsung bald der Vergangenheit an. Als ersten Schritt beendete Samsung sein LCD – Joint Venture mit Sony.

Bereits seit dem zweiten Halbjahr 2010 ist das LCD-Geschäft nicht mehr profitabel. Alle beteiligten Firmen bekommen zu spüren, dass die günstigeren Konkurrenzprodukte aus China den Markt überschwemmen und die Preise in den Keller treiben. Marktbeobachter hatten vermutet, Samsung würde seine Stellung nutzen um profitablere LCD-Displays auf den Markt zu bringen, mit der Abspaltung hatte niemand gerechnet.

Samsung Entscheidung zeigt, wie schlecht es der Display-Industrie wirklich geht. LG Display hat bereits das fünfte Quartal in Folge mit Verlusten beendet und Sharp rechnet mit einem Netto-Verlust von 3,7 Milliarden Dollar für das Jahr bis März.

Die Ausgliederung bringt Samsung zwei entscheidende Vorteile. Zum einen haben sie die Möglichkeit, sich auf die Weiterentwicklung der OLED-Technologie zu konzentrieren. Zum anderen könnte man mit einem Tochterunternehmen den Kundenstamm vergrößern. Auch wenn Samsung mit seinen LCD-Panels als Hersteller Anlaufstelle für andere Firmen war, wurden sie von Firmen gemieden, mit denen sie in anderen Bereichen in direkter Konkurrenz stehen. Bestes Beispiel hierfür ist Apple, die ihre Displays für iPhone und iPad nun von Samsungs größtem Rivalen LG Display beziehen.

Kritiker befürchten, dass Samsung die Panel-Zukäufe anderer Firmen einschränken wird um sein eigenes Spin-Off besser auf dem Markt positionieren zu können. Diese Annahme scheint berechtigt und bedenkt man, dass Samsung nur 40 Prozent seiner Panels selbst herstellt und den Rest hinzukauft, scheint man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen zu können, indem man durch eine Ausgliederung die Nachfrage versucht selbst zu befriedigen. Damit streicht man sich das Geld ein, was man sonst durch Zukäufe an die Konkurrenz verloren hätte und minimiert ihren Gewinn.

OLED Displays kennen wir aus den derzeitigen High-End Smartphones. Im Gegensatz zu LCD kann man OLED-Displays sehr dünn gestalten, da sie keine Hintergrundbeleuchtung benötigen. Sie leuchten von selbst. Dadurch sind sie kontrastreicher, farbechter, dünner und stromsparender als die vorhergehende LCD-Technologie. Obwohl die Herstellung des OLED-Leuchtmaterials günstiger ist, sind Monitore und Fernseher mit OLED-Displays um ein vielfaches teurer. Das Problem liegt bei der exakten Stromversorgung und Ansteuerung der einzelnen Pixel. Hier kann man sich nicht auf die Erfahrungen der LCD-Technik zurückgreifen, da OLED völlig anders konzipiert ist und mit steigender Größe der Displays die gleichmäßige Stromversorgung und korrekte Ansteuerung aller Pixel problematisch wird.

Wie groß die Preisunterschiede zwischen LCD und OLED derzeit sind, sieht man an dem von LG auf der CES vorgestellten 55 Zoll OLED Fernseher. 55 Zoll ist schon eine beeindruckende Größe, aber als LCD-Fernseher nicht mehr ungewöhnlich. Das OLED-Modell von LG würde allerdings 10.000 Euro kosten und ist damit für den Privatgebrauch nicht mehr erschwinglich.

Dazu kommt, dass OLED-Displays derzeit eine kürzere Lebensdauer haben als vergleichbare LCD-Displays. Die Pixel altern je nach Farbe auch unterschiedlich, sodass das Bild mit der Zeit farbstichig wird. Das lässt sich durch automatische Farbabgleiche bis zu einem gewissen Grad zwar anpassen, aber auch nicht unendlich. Sowohl Preis als auch Lebensdauer sind beides Gründe, die den Kunden vom Kauf von OLED außerhalb kleinerer Geräte, wie Smartphones abschrecken.

Der derzeitig führende Hersteller von OLED Displays ist Samsung Mobile Display, da AMOLED und Super AMOLED Displays in den Samsung Smartphones ihren Einsatz finden.

Ob man die Display-Entwicklungen nun nach Samsung Mobile Display verlagert oder Samsung Mobile Display in den neuen Ableger integriert ist noch nicht klar. Derzeit ist auch noch nichts beschlossen. Samsung wägt derzeit die Möglichkeiten ab. Eine Lösung, die letztendlich aber zur Verbesserung der OLED-Technologie führt und die für den Endverbraucher erschwinglich macht, ist eine Lösung im Sinne des Kunden.

– Quelle: Reuters

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