Schafft es England, den guten Musikgeschmack zu retten?

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Schaltet man heutzutage das Radio oder die Musiksender MTV und VIVA ein, ist es oft bedauerlich welche unerträglichen Schnulzen einem da entgegen trällern. In England hat sich nun massiver Widerstand gegen die ausufernde Kommerzialisierung des Musikbetriebs formiert. Weit über 800.000 Facebook Fans haben sich bereits auf der Rage Against The X Factor Seite eingetragen.

In England gibt es alljährlich einen Wettkampf darum, welcher Musiker sich an Weihnachten die Krone aufsetzen darf, – sprich den ersten Platz der Single Charts belegt hat. In den letzten Jahren ging der Titel „Christmas Number One“ aber immer an einen X-Factor Teilnehmer. Diese Musikshow entspricht im Wesentlichen dem, was wir hierzulande mit DSDS serviert bekommen. Damit dieses Jahr nicht schon wieder ein weichgespülter Artist das Podest erklimmt, hat sich nun Widerstand im Netz formiert. Die Gründer der Rage Against The X Factor schicken gegen den Gewinner der sechsten X-Factor Staffel Joe McElderry, die Rockhasen von Rage Against The Machine (RATM) ins Feld. Aus diesem Grund wird man auf der Fanseite darum gebeten den aktuellen RATM Song „Killing The Name (den Song habe ich von meinen Schulparties noch in äußerst guter Erinnerung ; ) ) “, auf den verschiedenen kostenpflichtigen Downloadportalen herunterzuladen, um die „X-Factors“ am 24.12 nicht auf den Chart Thron zu lassen. Die Antikommerz –Aktion hat sich in Windeseile viral verbreitet und stößt dabei auf ein gewaltiges mediales Echo. Neben der gigantisch hohen Zahl an Facebook-Mitgliedern, hat auch das Rolling Stones Magazin unter anderem auch die Times und die Dailymail von dem aktuellen Kopf-an-Kopf Rennen berichtet. Aktuell sieht es so aus, als ob die massive Unterstützung aus dem Netz erste Früchte trägt. Mit 83.276 Downloads liegt nämlich “Killing In The Name” knapp vor den 77.401 verkauften Exemplaren, die Herr McElderry bisher aufs Parkett gelegt hat. Die Chancen stehen also gut, dass der „Christmas Number One“ Wettbewerb seine glorreiche Tradition wieder fortführen darf. In der Liste der Gewinner tummeln sich nämlich solche klangvollen Namen wie Human League, die Beatles (sie konnten den „Christmas Number One“ Pokal gleich viermal einfahren), Cliff Richard oder die Pet Shop Boys. Es wird also Zeit, dass qualitativ hochwertige Musik auch wieder im Mainstream landet.

Warum dies so wichtig ist, erkennt man wohl am besten, wenn man sich die Videos der zwei Konkurrenten zu Gemüte führt:



Wenn ich mir die deutschen Single Charts anschaue und dort eine gewisse Lady Gaga auf Platz 1 positioniert sehe, dann frage ich mich, wann sich hier der Widerstand gegen den Kommerz formiert. Ich wäre schon mal dabei! Wie seht ihr die Sache? Denkt ihr, dass ich maßlos übertreibe und seid glücklich über die Musikformate, die uns täglich im Radio oder im TV geliefert werden?

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Mr. DAnzig
12 Jahre zuvor

Ich finde die Aktion absolut unterstützenswert und es zeigt mal wieder, dass man mit einfachen Mitteln und dem richtig Thema viele Leute mobilisieren kann.

Ich glaube aber, es geht hier weniger um den Kommerz der einzelnen Songs, denn auch RATM nehmen gerne das Geld mit und spielen Ihre Konzerte nicht 4 free. Es geht vielmehr um die Art und Weise wie der Weg der Künstler zu Ihrer Karriere war, wer die Songs geschrieben hat und was sie damit bezwecken wollten. Eine Band wie RATM hat sich über Jahre hochgespielt, ist politisch engagiert und drückt mit einem Song wie Killing in the name of mehr aus als es irgendein weichgespülter Casting-Song es jemals getan hat. Kein Wunder, das die Leute irgendwann genug von diesem Casting-Sch**** haben.

Übrigens finde ich den Vergleich mit Lady Gaga nicht ganz gelungen. Ich mag ihr Musik auch nicht besonders, aber Sie ist schon lange im Geschäft, spielt hervorragend Klavier und hat einen professionellen musikalischen Background. Definitiv kein “künstlich gemachter” Pop-Star!

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