Shure Aonic 215 und Aonic 4 mit True Wireless Adapter im Test – Testbericht

Die Shure Aonic True Wireless Adapter sind durch ihre Modularität mit verschiedenen Ohrhörern verwendbar. Ob die Modularität im Alltag einen Vorteil bietet und welche Ohrhörer für welchen Einsatzzwecke in Frage kommen habe ich in meinem Alltagstest herausgefunden.

Die Shure Aonic Serie ist unter Musikern, Podcastern und Audioliebhabern durchaus bekannt. In meiner eher unprofessionellen Audiowelt existierten sie bisher nicht. Durch den Tipp eines Mitstudierenden wurde ich auf sie aufmerksam und konnte sie dank der Firma Shure für einige Wochen Testen.

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Testumfeld

Ich habe die Kopfhörer im täglichen Einsatz getestet. Das bedeutet bei mir: Einsatz in Innenräumen, auf Laufwegen, in der Bahn und beim Joggen. Ich würde mich als intensiven Kopfhörer Nutzer bezeichnen. Ich höre verschiedene Genres, aber auch Podcasts. Als Quelle verwende ich die gängigen Streamingdienste. Für den Test habe ich eine Tidal Mitgliedschaft abgeschlossen, um die Kopfhörer auch mit verlustfreiem Audio ausprobieren zu können. Zudem habe ich die Kopfhörer beim Videoschnitt genutzt.

Shure Aonic System

Vorweg muss man wissen, dass die getesteten Shure Kopfhörer modular sind. Sie bestehen aus dem Ohrhörer und dem Kabel bzw. Wireless Modul. Die Verbindung über einen kleinen Stecker wirkt sehr hochwertig und lässt sich dennoch leicht ein und ausstecken. In der Praxis ist das super praktisch.

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Die Stecker an den Ohrhörern wirken robust und lassen sich leicht ein und ausstecken.

Für Aufgeben, die eine niedrige Latenz erfordern, wie beispielsweise Videoschnitt oder Audiobearbeitung können die Aonic mit dem Kabel genutzt werden. Wenn das Kabel zu unpraktisch ist, wie beispielsweise beim Joggen, können die Wireless Adapter angeschlossen werden. Ich habe von Shure zwei verschiedene Ohrhörer zum Testen bekommen. Die Shure Aonic 215 stellen die günstigste Variante im Line Up dar. Die deutlich teureren Aonic 4 befinden sich im Mittelfeld. Ich habe beide Varianten an den Wireless Modulen und mit den Kabeln getestet.

True Wireless Adapter

Ladecase

Die Wireless Adapter werden, wie andere True Wireless Kopfhörer in einem Case aufbewahrt und gleichzeitig geladen. Durch die Bauweise ist das Case leider nicht mehr „hosentaschentauglich“.

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Das Case der Aonic ist leider zu groß für die Hosentasche

Schön ist der Lichtleiter, der den Ladezustand auch bei geschlossenem Deckel anzeigt. Ein wenig unpraktisch ist die Anzeige des Ladezustands an der Unterseite. Erfreulich ist hingegen, dass das Case über USB-C geladen werden kann und an allen meinen Netzteilen zuverlässig funktioniert hat.

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Das Pairing mit meinem Smartphone verlief problemlos. Die Steuerung der Kopfhörer funktioniert über Knöpfe an den Adaptern. In der Play App können verschiede Aktionen für einfaches doppeltes und dreifaches Drücken zugeordnet werden. Der Druckpunkt der Knöpfe ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und nicht wirklich markant. Es gibt einen Environmental Mode, bei dem Geräusche aus der Umwelt in den Kopfhörer mit eingespielt werden. Dieser Funktioniert sehr gut und ohne hohe Latenz. Die Reichweite der Bluetooth Verbindung ist ebenfalls sehr gut und funktionierte in meinem Test durch mehrere Stockwerke hindurch. Die exakte Akkulaufzeit konnte ich nicht feststellen, da ich bei meinem Nutzungsverhalten nie an eine Akku-Laufzeitgrenze gestoßen bin. Einen Anhaltspunkt gibt die Akkuanzeige in der App. Nach ca. zwei Stunden war diese lediglich auf 80% gesunken. Shure verspricht 8 Stunden Laufzeit, das würde ich anhand meiner Beobachtung als realistisch einschätzen.

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Aonic 215 (links) und Aonic 4 (rechts)

Aonic 215

Die Aonic 215 sind die günstigsten Ohrhörer der Aonic Serie. Im Set mit den True Wireless Adaptern kosten Sie 229€. Für diesen Preis ist der Klang angemessen. Angenehme Bässe, für meinen Geschmack ein wenig zu viel Höhen. Diese können allerdings im Equalizer, in der Play App korrigiert werden. Im direkten Vergleich mit meinen, sonst im Alltag genutzten AirPods Pro, sind die Aonic 215 ganz klar überlegen.

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Aonic 4

Nochmal definierter und voller klingen die Aonic 4 gegenüber den Aonic 215. Die AirPods Pro haben sie weit hinter sich gelassen. Die ersten Takte von “Easy On Me“ waren für mich, der wenig Erfahrung mit guten Kopfhörern hat, ein ganz neues Erlebnis. Mir kam es so vor, als könnte ich Details hören, die mir zuvor nie aufgefallen sind. Weder die klare Stimme von Adele, noch die tiefen Bässe in „Doin‘ it Right“ von Daft Punk konnten die Aonic 4 an ihre Grenze bringen.

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Durch das transparente Gehäuse sieht man die Komponenten der Aonic 4

Kabel oder nicht Kabel?

Seit es bezahlbare Bluetooth Kopfhörer gibt, war ich ein starker Verfechter der kabellosen Technik. Die Aonic konnten das zum Teil ändern. Beide Kopfhörer haben eine Gemeinsamkeit: Über Kabel klingen Sie besser. Das sollte keine Überraschung sein. Die grundsätzlich Klangqualität geht bei der Übertragung allerdings nicht verloren. Dennoch sind die feinen Details, die mich von Anfang an begeisterterten, nicht mehr so schön wahrnehmbar. Das hat dazu geführt, dass ich in Situationen, in denen ich Zeit hatte bewusst Musik zu hören, lieber das Kabel genutzt habe. Die Flexibilität diese danach wieder loswerden zu können, ist dennoch sehr praktisch.

Fazit

Die Shure Aonic True Wireless Gen 2 haben durch ihre Flexibilität und Wandlungsfähigkeit das Potential, die Bedürfnisse von professionellen Anwender:innen abzudecken. Denkbar sind Podcaster Musiker oder Cutter, die durch die Wireless Adapter ihre Ohrhörer auch in der Freizeit verwenden können. Aber auch Casual User können mit ihnen glücklich werden. Ein Hinderniss könnte sein, dass die Wireless Adapter über bzw. hinter den Ohren getragen werden. Dadurch sitzen sie zwar sehr sicher und angenehm im Ohr, das auf und absetzten ist aber gewöhnungsbedürftig. Die meisten True Wireless Kopfhörer in dieser Klasse besitzen eine Noise Canceling Funktion. Die Aonic haben das nicht. Brauchen sie meiner Meinung nach aber auch nicht. Durch die vielen mitgelieferten Ohrstöpsel sollte jeder einen perfekt passenden finden, um eine gute Abschirmung von Umgebungsgeräuschen zu erreichen. In meinem Fall war die passive Abschirmung so gut, dass ich das Noise Canceling meiner Airpod Pros nicht vermisst habe. Das führt mich zur abschließenden Frage: Sollte man die Aonic bei der Auswahl von True Wireless Kopfhörern in betracht ziehen? Meiner Meinung nach kommt das ganz darauf an, was man bereit ist auszugeben und was der geplante Anwendungsbereich ist. Wer nach guten True Wireless Kopfhörern sucht, sollte sich die Aonic 215 für 229€ definitiv anschauen. Die Aonic 4 sollten in meinen Augen nicht als Wireless Kopfhörer gekauft werden, sondern als Monitorkopfhörer für spezielle Einsatzzwecke. Wer die hat, kann sie in Kombination mit den True Wireless Adaptern auch in der Freizeit nutzen. Der Aufpreis von über 200€ für die Aonic 4, mit den Wireless Modulen, ist einfach zu viel, um sie ausschließlich kabellos zu nutzen. Wer das vor hat, sollte diesen Sprung nicht machen.

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Vielen Dank an die Firma Shure für die Bereitstellung der Kopfhörer.

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