Smart Home: Devolo Home Control im Test

Das Devolo Home Control ist heute Gast in unserer Smart Home Serie. Ich habe das System von Devolo nun einige Wochen im Einsatz und möchte euch heute meine Eindrücke dazu näher bringen.

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Home Control – Ihr Smart Home zum Selbermachen

So wirbt der Hersteller für das System. Die Installation und die Einrichtung soll also besonders einfach gehen…Ob das wirklich der Fall ist, sollte der folgende Artikel zeigen.

Devolo baut sein System nach dem Baukastenprinzip auf. Ihr habt eine Zentrale und verschiedene Partner (Sensoren und Aktoren), die mit dieser kommunizieren. Devolo hat sich bei der Kommunikation auf den Z-Wave Standard festgelegt. Dieser ist besonders sparsam im Energieverbrauch und hat eine sehr gute Kommunikationssicherheit.  Folgende Komponenten bietet Devolo für euer eigenes Smart Home derzeit an:

  • Home Control Zentrale
  • Bewegungssensoren (inkl. Helligkeits- und Temperatursensor)
  • Tür- & Fensterkontakt (inkl. Helligkeits- und Temperatursensor)
  • Fernbedienung
  • Rauchmelder
  • Steckdose mit An/Abschalter mit Verbrauchsanzeige
  • Raumthermostat
  • Heizkörperthermostat
  • Funkschalter

Ab 2016 sollten außerdem folgende Bestandteile vorhanden sein:

  • Sirene für Alarme
  • Wassersensor
  • Temperatur und Luftfeuchtigkeitssensor
  • Unterputzmodule für Steckdosen, Wandschalter oder Rolladensteuerung

Davon stand mir eine Zentrale, zwei Heizkörperthermostate, zwei Türkontakte, ein Raumthermostat und eine schaltbare Steckdose für den Test zur Verfügung. Genug also, um einen Eindruck von dem System und der Bedienung zu bekommen.

Installation von Devolo Home Control

Die Installation verspricht ja laut Werbespruch besonders easy zu sein. Jeder Komponente liegt ein bedruckter Kaminanzünder (Bedienungsanleitung) bei. Für Leute wie mich, die sich ungern durch eine Anleitung ackern, hat Devolo auch immer ein sehr gutes und ansprechendes Installationsvideo gebaut.

Im ersten Schritt braucht ihr nur die Devolo Zentrale in die Steckdose zu stecken. Diese könnt ihr per Netzwerkkabel oder per Powerline an euren Router anschließen. Der Hersteller hat dabei mitgedacht und eine Powerline Funktion in der Zentrale versteckt. Die Integration in mein bestehendes Devolo dLAN Netzwerk war also überhaupt kein Problem. Leider hat Devolo in der Zentrale kein weiteres WLAN Modul verbaut und auch nicht daran gedacht eine Steckdose zu verbauen. Das heißt, dass ihr auf jeden Fall eine unbenutzbare Steckdose mehr in eurem Raum habt und gerade bei Powerline Nutzung die Installation in einer Verteilerdose Nachteile hat.
Ist die Zentrale angesteckt geht es ab in die Browserversion eure Smart Home Zentrale. Dazu ruft ihr www.mydevolo.com auf und legt euch einen Account an. Auch hier leitet euch Devolo per Assistent gut an.

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Beim Hinzufügen der Zentrale in der Smart Home Zentrale müsst ihr die Seriennummer eingeben, damit der Hersteller den richtigen Anschluss zuordnen kann. Zusätzlich benötigt der Assistent eure Adresse, damit das aktuelle Wetter an eurem Standort angezeigt werden kann. Die Installation verlangt dann noch von euch eine Taste an der Zentrale zu drücken und nach einer Firmware-Installation ist die Einrichtung dann auch schon beendet.

Nun könnt ihr eure einzelnen Komponenten im Menü “Geräte” hinzufügen. Auch das ist spielend leicht…

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Ihr wählt über die übersichtlichen Kacheln das jeweilige Teil aus, welches ihr in eurer Smart Home Zentrale steuern wollt. Für diese Einrichtung hat Devolo auch wieder Installationsvideos und Step-by-Step Anleitungen bereitgestellt.

Raumthermostat:

Heizkörperthermostat:

Steckdose:

Tür/Fensterkontakt:

Bei der Installation der einzelnen Komponenten kann ich euch nur den Tipp geben, die Geräte nicht schon an dem Zielort zu installieren, sondern in der Nähe eurer Zentrale zu bleiben. Die Funkreichweite ist begrenzt, somit macht es Sinn die Verbindung erst einmal zu testen, bevor ihr zum Beispiel Löcher für das Raumthermostat bohrt. Außerdem kann es nicht schaden sich Wege bei der Installation zu sparen.

Steuerung eures smarten Zuhauses

Wenn ihr alle Komponenten installiert habt, sollte eure Zentrale ungefähr so aussehen:

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Ihr seht hier eine Übersicht der Bestandteile und deren Status. Nun stehen euch folgende Menüpunkte zur Verfügung:

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Geräte

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Im Menüpunkt Geräte könnt ihr Komponenten über das “+” Zeichen hinzufügen. Ansonsten seht ihr eine Übersicht der verschiedenen Bestandteile mit den dazugehörigen Informationen: Name, Ort, Status und Einstellung, Batteriestand, Statistik (Temperatur, Verbräuche) und Einstellungen. Dort könnt ihr Namen, Ort etc. ändern oder das Gerät komplett aus der Steuerung entfernen.

Gruppierungen

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Der Name des Menüs ist hier Programm. Man kann verschiedene Geräte miteinander Gruppieren und somit die Einstellungen vereinfachen. Beispiel: Im Bad ist ein Heizkörperthermostat und ein Raumthermostat an der Wand installiert. Wenn ich initial an dem Raumthermostat die Temperatureinstellung ändere, passiert gar nichts. Wenn ich nun aber ein oder mehrere Heizkörperthermostate mit dem Wandthermostat gruppiere, dann ändert sich überall die Temperatur. Das heißt: Wenn ich einem Gerät oder im Browser 20°C einstelle, wird das Setting auf alle gruppierten Geräte synchronisiert (wenn man das möchte).

Der Menüpunkt bietet außerdem die Möglichkeit Orte zu pflegen.

Zeitsteuerung

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Die Zeitsteuerung kennt ihr bestimmt schon aus dem Honeywell evohome Test und genauso funktioniert es auch hier. Ihr könnt in diesem Menü Zeitpunkte festlegen, an denen Thermostate, Gruppierungen etc. irgendetwas machen sollen. In dem Beispiel im Screenshot seht ihr die Temperatureinstellung für die Heizung im Bad. Man könnte aber auch schon abends die Kaffeemaschine soweit vorbereiten, dass früh um sechs Uhr automatisch die Steckdose anschaltet und der Kaffee fertig durchgelaufen ist, wenn ihr aus dem Bad kommt. Jeder hat doch seine Rituale, die sich hier automatisieren lassen.

Szenen

In dem Menüpunkt Szenen könnt ihr verschiedene Zustände eurer installierten Komponenten zusammen definieren. Das heißt, wenn ihr zum Beispiel die Szene “Aufstehen” definiert, werden automatisch Lampen eingeschaltet, Heizungen hochgedreht oder ähnliches. Eine Szene “Urlaub” könnte alle Steckdosen abschalten, die Heizung runter regeln und die Alarmanlage scharf schalten.

Nachrichten

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Im Punkt Nachrichten könnt ihr eure Benachrichtigungsarten definieren und automatische System-Nachrichten einstellen. Ihr könnt für jede Benachrichtigungsart festlegen, ob eine SMS, Mail oder Push-Nachricht gesendet werden soll. Im Moment sind SMS noch kostenlos. Das soll sich aber demnächst ändern und man wir für SMS Pakete bezahlen müssen.

Regeln

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Im Punkt Regeln könnt ihr verschiedene Wenn-Dann Einstellungen festlegen. In meinem Beispiel bekomme ich eine Push-Nachricht, wenn die Haustür geöffnet oder geschlossen wird. Im Test hatte das schon etwas von Stalken, wenn man der Frau sagt “Ach du bist jetzt grade nach Hause gekommen :-)”.

Regeln sind wahrscheinlich das mächtigste Werkzeug, wenn es um die Automatisierung des eigenen Zuhauses ist. So könnte man im Zusammenspiel mit Bewegungsmeldern und Sirenen sogar eine effektive Alarmanlage abbilden.

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Solltet ihr euch für das Devolo System entscheiden, ist es im Moment noch sehr empfehlenswert die Browservariante zur Bedienung zu nutzen. Obwohl auch die Website so ihre Fehler hat, die sich kaum reproduzieren lassen.  Mein Feedback zur mobilen App habe ich bereits adressiert, denn das Programm ist voller Fehler und wirklich träge. Übrigens handelt es sich lediglich um die mobile Darstellung der Website und nicht um eine native App. Außerdem hat man auf dem Smartphone oder Tablet auch nicht den vollen Funktionsumfang und die Bedienung lässt wirklich zu wünschen übrig. Auf Nachfrage bei Devolo bekam ich aber die Information, dass man bereits fieberhaft an einer richtigen App für iOS und Android arbeite. Honeywell macht vor, was eine gute App ist!

Während meines Tests ist mir außerdem ein seltsames Phänomen aufgefallen. Nach einiger Zeit fing auf einmal die Steckdose an zu spinnen. Sie schaltete sich spontan an und aus. Es stellte sich heraus, dass die Dose ein Verbindungsproblem zur Smart Home Zentrale hatte. Solltet ihr also planen dieses System einzusetzen, empfiehlt es sich die Zentrale irgendwo mittig zwischen allen installierten Komponenten zu stecken. Nach einer Neupositionierung der Zentrale trat das Problem auch nicht mehr auf. Durch den Honeywell evohome Test habe ich außerdem die Thermostate an andere Heizkörper gemacht. Die neue Verbindung stellte sich als relativ schwierig heraus, da das System anscheinend Probleme hatte, das Gerät zuerst komplett aus dem System zu nehmen. Nach dem dritten Versuch funktionierte aber alles, obwohl ich die Meldung bekam, dass das Thermostat NICHT installiert wurde. Seltsam. Vielleicht hab ich auch einfach etwas falsch gemacht.

Ansonsten habe ich während meiner Benutzung keine größeren Probleme feststellen können. Was mir aber auf jeden Fall fehlt ist eine IFTTT Unterstützung. Darüber könnte man zum Beispiel das Honeywell evohome System, die Netatmo Geräte und das devolo Home Control System miteinander verbinden und interagieren lassen. Ich hoffe, dass der Hersteller hier nochmal nachliefert.

Mein Fazit zum Devolo Home Control System

Das Devolo Home Control lässt sich wirklich relativ gut installieren und auch bedienen. Der Hersteller kann also sein Werbeversprechen zum Großteil einhalten. Kleinere Softwareprobleme oder die fehlende native App trüben den Eindruck aber etwas. Der meiner Meinung nach große Vorteil des Systems ist das Baukastenprinzip. Da die Komponenten alle nicht ganz preiswert sind, wird man sich zum Start wahrscheinlich erstmal das Starterset kaufen. Nach und nach kann man dann Bestandteile aufstocken und irgendwann ein komplett eingerichtetes smartes Zuhause bauen. Durch den Z-Wave Standard hat man außerdem die Möglichkeit fremde Hersteller in das System einzubinden. Leider fehlt aber der IFTTT Kanal, um gänzlich andere Smart Home Systeme wie Honeywell evohome, Philips Hue, Elegato Eve oder andere zu integrieren.

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Mit den neuen Komponenten wird das System noch einmal einen Schub bekommen, denn es gehört dann zu den wenigen Smart Home Lösungen, die Unterputzmodule unterstützen. Der Wassermelder oder auch die Alarmsirene sind weiterhin wertvolle Ergänzungen, wobei Devolo hier sicherlich noch mehr im Köcher hat. (Hier gehts zur Homepage von Devolo Home Control)

Mein Fazit könnte man also folgendermaßen zusammenfassen:

Devolo Home Control – Smart Home Allrounder mit kleinen Schwächen

Wenn Devolo hier vor allem im Softwarebereich aufholt, dann kann man sich auf ein sehr gutes Smart Home System freuen. Dabei müsst ihr aber aktuell mit folgenden Preisen rechnen:

Vielen Dank an Devolo für die Bereitstellung der Geräte!

 

unbenannt Smart Home: Devolo Home Control im Test Gadgets Smartphones Software Tablets Technologie Testberichte
Folgt mir ^^

Veröffentlicht von

https://www.stereopoly.de

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.

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Max
6 Jahre zuvor

Wow, wirklich eine sehr lange, dafür aber auch sehr ausführliche Vorstellung vom Home Devolo Control Set. Dein Fazit deckt sich genau mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen. Ansich eine feine Sache, doch leider noch momentan sehr, sehr teuer. Ich denke aber, dass die Preise im Laufe der Zeit auf jeden Fall fallen werden und damit das ganze auch für mehr Leute interessant wird.

[…] Thema bei uns im Blog. Schon viele Geräte sind mittlerweile durch meine Hände gegangen wie bspw. Devolo Home Control, Honeywell evohome, Netatmo Welcome etc., aber noch nie war eins aus der Kategorie Apple HomeKit […]

6 Jahre zuvor

Hey danke für den sehr schönen und ausführlichen Bericht. Wirklich eine Überlegung wert das Set.
Mfg

[…] Devolo Home Control Starter Paket hatten wir im Dezember hier im Blog mit einem Test bereits vorgestellt. Der Hersteller von Netzwerktechnik etc. bietet damit ein […]

[…] noch einmal der Test von letztem Jahr. Mittlerweile gibt es auch eine native App zum System und eine Menge mehr […]

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