WhatsApp, iMessage, Telegram & Co. zeigen Wirkung: SMS-Nutzung sinkt erstmals, nach 20 Jahren im Dienst.

Heute hat die BITKOM (Branchenverband der Telekommunikationsdienstleister) eine Statistik – auf Basis von Daten der Bundesnetzagentur – veröffentlicht, die deutlich zeigt, dass den Netzbetreibern die Felle – beim einstiegen Abfallprodukt der Mobilfunktechnik – davon schwimmen.

bitkom-bundesnetzagentur-sms-nutzung WhatsApp, iMessage, Telegram & Co. zeigen Wirkung: SMS-Nutzung sinkt erstmals, nach 20 Jahren im Dienst.  Netzwelt Smartphones

Der Short Message Service ist seit Dezember 1992 in GSM-Netzen im Dienst und hat von Jahr zu Jahr – noch 5 Jahre nach Einführung des ersten Gerätes, mit dem wir heute den Begriff Smartphone verbinden (iPhone) – in der Nutzungsstatistik zugelegt. Tatsächlich hatte die SMS-Nutzung, im 20. Jahr ihres Daseins, ihren Höhepunkt mit 59,8 Mrd verschickten Nachrichten.

2013 war nun das Jahr des Umschwungs. WhatsApp, iMessage, der Facebook Messenger, Google Hangouts und die zahllosen, weitgehend kostenlosen Alternativen (bis auf den App-Kauf) stehen 19 Cent/SMS bzw. Paketen gegenüber, die niemand mehr bereit ist auszugeben oder dazuzubuchen. Selbst in Verträgen mit Inklusiv-SMS, werden die aufgrund der Limitierungen des Services nur noch selten genutzt. Man lässt sich über SMS heutzutage höchstens noch PINs für Zwei-Faktor-Authentifizierung oder als Mobile TAN fürs Onlinebanking zuschicken oder aktiviert einmalig – über die Mobilfunknummer – den Kurznachrichtendienst der Wahl.

Gefühlt spielt SMS für mich ja seit Einführung von WhatsApp keine Rolle mehr, tatsächlich wurden 2013 aber immer noch 37,9 Mrd Nachrichten verschickt, was nicht Nichts ist. Der eigene Service der deutschen Netzbetreiber (Joyn), mit modernen Features und als SMS/MMS-Nachfolger lanciert, krankt an dem nicht-Verlassen des Betastadiums und einem unrealistischen, nicht konkurrenzfähigen (aber noch nicht umgesetzten) Finanzierungsmodell.

Der Status von Joyn ist völlig unklar und wird auch seit dem Release der Apps nicht weiter kommuniziert. Es macht jedenfalls niemand mehr Werbung damit. Im Gegenteil, E-Plus bietet WhatsApp als komplett kostenlosen Service an, der sogar funktioniert, wenn die Pre-Paid-Karte leer ist (im Gegensatz zu SMS). Das wär doch mal ein Schritt gewesen: SMS einfach grundsätzlich nutzbar machen, in allen Netzen. Geld wird damit – bei dem Trend – in 2-3 Jahren, sowieso nicht mehr in dem Umfang verdient.

Quelle: BITKOM

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

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[…] ihr euch noch an letztes Jahr? Da kam es nach 20 Jahren zum ersten Mal zu einem Absinken der Nutzerzahlen von SMS und der […]

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