Sony dementiert Pläne an eigenen Windows Phones

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Windows Phone? Ja? Nein? Vielleicht? Ein bisschen? Bei Sony hat man jetzt Klartext geredet. Mal wieder. Die Aussagen, die von der japanischen Firma in den letzten Tagen zu dem Thema kommen, könnten gegensätzlicher nicht sein. Wird es nun aber Sony-Smartphones mit Windows Phone geben oder nicht?

Pierre Perron, Sony Manager für Großbritannien, hat sich dem Mobile Magazine gegenüber so geäußert, dass es Interesse an einer gemeinsamen Kooperation gibt und derzeit die Möglichkeiten geprüft werden würden, eine gemeinsame Produktstrategie zu finden. Das klingt natürlich eindeutig danach, dass Windows Phone 8 gute Chancen besitzt, irgendwann auf einem Smartphone von Sony zu landen, aber hier kam nun das Dementi vom Sony Mobile Chef Kunimasa Suzuki. Derzeit wolle man sich voll auf Android konzentrieren und habe keine Pläne auf ein weiteres OS zu setzen. Ebenfalls plane man nicht, ein eigenes OS zu entwickeln, wie es andere Hersteller auch bereits getan haben.

Vor Apple habe man keine Angst. Touchscreen-Smartphones gäbe es bei Sony schon seit 2003 und man könne auf ein umfangreiches Portfolio an Schutzrechten zurückgreifen, so Suzuki weiter.

Sony hat es bislang auch erfolgreich geschafft, sich nicht in die Schusslinie der Patent-Auseinandersetzungen zu werfen und etwas im Hintergrund an der Firmenstrategie und -ausrichtung zu arbeiten. Seit der Trennung von Ericsson ist Sony durchaus als ernstzunehmender Konkurrent zu betrachten. Vor allem beim Design gehen die Japaner keine Kompromisse ein und setzen auf eigene Ideen und Konzepte.

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Oftmals wird kritisiert, dass Sony nicht mit Samsung oder Apple mithalten könne und deswegen auf dem Smartphonemarkt keine Chance haben wird. Das sehe ich anders. Es ist für eine Firma natürlich außerordentlich gut, ein Marktsegment anzuführen und die Konkurrenz hinter sich zu lassen, aber man kann auch, wenn man nicht den ersten Platz belegt, durchaus erfolgreich sein. Sony Smartphones sind keine Massenware, wie es vielleicht bei Samsung der Fall ist. Das sieht man allein daran, wie viele neue Samsung Modelle ununterbrochen auf den Markt kommen.

Trotzdem sind die Android-Smartphones von Sony in Sachen Verarbeitung und Programmierung oben anzusiedeln. In einem Testbericht habe ich das Sony Xperia U jüngst unter die Lupe genommen, und festgestellt, dass man selbst bei einem Einsteiger-Smartphone das Gefühl hat, ein teures und hochwertiges Gerät in den Händen zu halten. Qualität statt Quanität als Firmenphilosophie. Noch ist Sony als Smartphone-Hersteller ein Geheimtipp. Auf Android zu setzen und sich darauf zu konzentrieren halte ich für die beste Idee, die Sony hätte haben können.

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Trotzdem beteuert man selbst, weiterhin auch allen anderen Systemen offen gegenüber zu sein (anders als Nokia, die neben Windows Phone keinen Plan B in der Tasche haben wollen), aber auf zu vielen Hochzeiten tanzen zu wollen, geht meist schief.

Das neue Portfolio an Android-Smartphones hat Sony auf der IFA vorgestellt. Mit den Modellen Xperia T, V und J möchte man in den nächsten Monaten seinen Kundenstamm ausbauen und festigen.

Am Schluss fragt man sich, wie es zu so gegensätzlichen Aussagen kommen konnte. War der Manager bei seiner Aussage zu voreilig und hat vielleicht geheime Pläne verraten, die nicht an die Öffentlichkeit kommen sollten oder ändert man bei Sony einfach nur sehr schnell seine Meinung, wenn es um Themen wie diese geht? Wir werden es wohl nicht erfahren. Das Dementi bedeutet zumindest, dass wir vorerst mit keinen Windows Phones von Sony rechnen können.

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