Sony MDR-1 im Test – immer noch das Over-Ear Flaggschiff der Japaner

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Nachdem ich Jabras On-Ear-Kopfhörer für euch ausprobiert habe, bin ich natürlich immer noch auf der Suche nach dem perfekten Weg Ton in den Gehörgang zu befördern. Da mir On-Ears nicht so behagen, sind Over-Ears der nächste logische Schritt. Sony hat in dem Segment die Modelle der MDR-1-Reihe im Angebot, von denen die mit Kabel und der dort eingebauten Fernbedienung mit Mikro explizit für den Einsatz an iOS-Geräten gedacht sind. Ich habe nun das Einsteigermodell MDR-1R – ohne Bluetooth oder Geräuschminimierung (Noise Cancelling) ausprobiert.

Die MDR-1R sind seit ziemlich genau einem Jahr auf dem Markt und sind in der Zeit zwar knapp 70 € günstiger geworden, aber immer noch Sonys „prestige Kopfhörer“.

Auf der IFA 2013 wurden zwar gerade die neuen MDR-10 On-Ears vorgestellt, die den Jabra REVO zum Verwechseln ähnlich sind, aber diese ersetzen nicht die Over-Ears im Portfolio.

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Wenn das Silikon versagt

Die Sony MDR-1 R sind sehr angenehm zu tragen, doch ist die Bauweise komplett aus Kunststoff hier Fluch und Segen zugleich. Natürlich sind sie trotz der Größe sehr leicht und dank der Kugellager der Hörermuscheln und dem anpassbaren Kopfbügel drücken sie nirgends. Allerdings hatte mein Modell die unangenehme Eigenschaft, bei jeder kleinen Kopfbewegung deutlich zu knarzen. Hier reibt Kunststoff auf Kunststoff. Silikonringe in den Gehäuseverbindungen sollen genau das verhindern, aber sie tun es nur unzureichend.

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Die Klammern, die die Hörermuscheln am Bügel befestigen, sehen leider auch nicht sehr hochwertig aus, wenn man sie etwas näher betrachtet, was bei dem Preis etwas schade ist. Insgesamt fehlt der Eindruck von Wertigkeit, dem der großartige Sound und die bequeme Tragbarkeit gegenüberstehen.

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Frequenzexkurs

Sony gibt für die MDR-1 einen Frequenzbereich von 4 Hz bis 80 kHz an, der durch Membrane mit 40 mm Durchmesser abgestrahlt wird – etwas übertrieben – liegt doch der maximale(!) Hörbereich des Menschen zwischen 20 Hz (tiefste Töne) bis 20 kHz (höchste Töne). Bei etwa 4 kHz ist unser Gehör am Empfindlichsten und nimmt in beide Richtungen ab, sodass wir an den Grenzen unserer auditiven Wahrnehmung kaum noch Frequenzen auflösen können, was sich mit dem Alter noch stärker einschränkt. Vermutlich nennt Sony die MDR-1 auch deswegen „Prestige“, weil Audiophile gern behaupten, sie würden mehr hören können und damit diesen Markt ansprechen. Oder weil sie es konnten.

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Von diesen technischen Spitzfindigkeiten abgesehen, klingen die Over-Ears ziemlich großartig, gerade Bässe fangen nicht an zu dröhnen. Leider sind sie nicht so gut transportabel wie zum Beispiel die Jabra REVO, die man falten kann. Dank der Gelenke lassen sie sich natürlich „flach machen“ und in der mitgelieferten Tasche aufbewahren, aber sie nehmen trotzdem ordentlich Platz ein. Die hippen Leute tragen ihre Kopfhörer ja sowieso um den Hals, da geht das schon. Etwas störend empfand ich persönlich den sehr seltsam/tief sitzenden Anschluss des Klinkenkabels. Dieses steckt man nicht direkt in eine der Muscheln, sondern – an eine Art Wurmfortsatz der linken Klammer – daneben. Der Anschluss trägt unnötig auf.

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Fazit:

Die Sony MDR-1 sind auch ein Jahr nach ihrem Verkaufsstart noch großartige Kopfhörer, die ein wenig unter ihrer Bauweise leiden. Die mitgelieferten 3,5-mm-Kabel sind längs geriffelt und verhindern so wirklich effektiv ein verheddern. Die Kabelfernsteuerung mit Mikro funktioniert leider nur an iOS-Geräten zu 100%. In Verbindung mit Android-Geräten funktioniert nur die Haupttaste zum Starten und Pausieren der Wiedergabe.

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Die MDR-1R gibt es in Schwarz mit rotem Akzent als MDR-1RB und in Silber/Braun als MDR-1RS für ungefähr 170-180 €. Wer bereit ist, ~100 € mehr auszugeben, bekommt die Kopfhörer auch noch in einer kabellosen Variante mit Bluetooth (MDR-1RBT) ODER mit aktiver Geräuschunterdrückung (MDR-1RNC). Neben dem iOS-Kabel liegt noch ein Zweites ohne Kabelfernbedienung für die Stereoanlage bei. Der Karton ist sehr hübsch (and not for sale!):

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Bloggt über Technik und kritisiert andernorts Filme. Versucht das Wesentliche vom Unsinn zu trennen und ist passionierter Burgerfotograf.

5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich habe mir die MDR-1R in schwarz/rot zugelegt und kann die hier genannten Mängel zum Glück nicht nachvollziehen. Bei mir ist der Kopfhörer frei von jeglichem Knacksen, nur der Kabelanschluss klappert etwas. Ansonsten wirklich ein hervorragender Kopfhörer

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