SYMBEOSE: Untotes Symbian von der EU wiedererweckt

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Kurz nach Halloween sucht uns ein Zombie ganz eigener Art heim: Symbian OS, eigentlich längst totgesagt, ist wieder da – aufwändig gepampert mit 22 Millionen Euro Subventionen der Europäischen Gemeinschaft. Gut, die Geschicke des Systems liegen nicht mehr in der Hand von Nokia alleine, und die Konkurrenz in Form von Android kommt aus Übersee. Trotzdem: Tut das Not?

Symbian war mal Nokias Cash-Cow und Standard-System für Handys, das Nokia an viele andere Hersteller lizenzieren konnte. Die Finnen verdienten mit, wann immer ein Handy von Siemens oder Sony-Ericsson und anderen über den Ladentisch ging. Mit dem Aufkommen von Touch-Screen-Geräten geriet das System aber arg ins Hintertreffen. Smartphones wie das Nokia N97 sind ein Witz, wenn man schonmal ein iPhone, Palm Pre oder Android-Gerät in der Hand hatte.

Was folgte, war ein Abschied auf Raten. Vor 10 Monaten gab Nokia das System als OpenSource frei. Die mit anderen Firmen wie Samsung und Sony Ericsson gegründete Stiftung werkelt seither an Symbian^4 und leidet unter akutem Geldmangel, während sich immer mehr Hersteller abwenden – auch die in der Symbian-Foundation einschließlich Nokia selbst. Die setzen zwar mittlerweile offiziell auf MeeGo, einem TouchScreen-System, das Android & Co. Paroli bieten soll, werfen aber weiterhin immer neue Symbian^3-Geräte auf den Markt.

Egal wie sehr der Markt angenervt vom veralteten System ist: Für einfache Handys ohne besondere Smartphone-Fähigkeiten oder gar Touchscreen taugt das natürlich noch, was wohl auch Nokias Grund ist, hintenrum am System festzuhalten. Das offizielle Statement pro MeeGo ist vermutlich ein Marketing-Gag für den Smartphone-Markt. Die EU zahlt offenbar gerne 22 Millionen Euro aus dem Artemis-Programm für Embedded-Systeme, um ein totes OS am Leben zu erhalten, wenn Nokia und Mitstreiter den Namen einfach in “Symbeose” ändern.

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