Telekom drosselt bald offiziell DSL-Kunden, die „zu viel“ Traffic verursachen

Telekom-Drosselung Telekom drosselt bald offiziell DSL-Kunden, die "zu viel" Traffic verursachen Netzwelt

Jetzt ist es offiziell: Bei der Telekom wird man ab Mai alle Neukunden mit einem Volumen-Paket für DSL versorgen. Eine echte Highspeed-Flat wird es also in den neuen Tarifen nicht mehr geben. Angeblich soll dieses Kontingent zwar so hoch angelegt sein, dass man als „normaler“ Internetnutzer nicht in den kritischen Bereich kommt, aber nachdem ich mir die Begrenzungen angesehen habe, zweifle ich schon sehr daran.

Die neuen Tarife werden wie folgt aussehen:

Ab dem 2. Mai 2013 sind folgende Volumina in den Festnetztarifen integriert:

  • Tarife mit  bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
  • Tarife mit  bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
  • Tarife mit  bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
  • Tarife mit  bis zu 200 Mbit/s: 400 GB

Laut Telekom reicht das kleinste Paket für:

Neben dem Surfen im Netz und dem Bearbeiten von Mails ist dieses Volumen beispielsweise ausreichend für zehn Filme in normaler Auflösung plus drei HD-Filme, plus 60 Stunden Internetradio, plus 400 Fotos und 16 Stunden Online-Gaming.

Praktisch sieht das aber anders aus. Dieses Datenvolumen wird man definitiv schneller erreichen, wenn man sein Internet für mehr als nur Emails verwendet. Gerade im Gaming-Bereich holt man sich Spiele oft nicht mehr als physikalischen Datenträger sondern setzt auf Steam, Origin und Amazon Download. Spiele können teilweise auch mal 30 oder mehr GB groß sein.

Wer nun wie ich eher ländlich wohnt und froh sein kann, überhaupt DSL 16.000 zu haben, bekommt von der Telekom zwar trotzdem kein schnelleres Internet, aber eine Begrenzung zusätzlich. Zudem erschließt sich mir die Logik nicht, wieso man die Grenzen „so hoch“ ansetzt, wenn doch durchschnittlich 2 Drittel weniger verbraucht wird? Wie kommt man bei der Telekom denn dieser Logik nach an die benötigten Mehreinnahmen, die man braucht um das Netz auszubauen?

Bei der Telekom weiß man natürlich, dass man sich als Anbieter von „Telekom Entertainment“ ins eigene Fleisch schneiden würde… Deswegen wird das Datenvolumen dieses Dienstes nicht mitberechnet. Das von anderen Anbietern ähnlicher Dienste (Watchever, Lovefilm) aber schon! Netzneutralität? Fairer Wettbewerb? Nicht mit der Telekom. Zwar werden alle anderen Dienste außer Entertainment (und Internettelefonie der Telekom) gleichwertig behandelt, aber dieses „außer“ reicht schon, um die Pläne der Telekom bedenklich zu finden, wenn nicht sogar abzulehnen.

Das ist übrigens nicht das erste Mal, dass der Deutschen Telekom das Thema Netzneutralität völlig gleichgültig ist. Dass man mobil den Traffic von Spotify nicht anrechnet, den Traffic anderer Anbieter von Streamingdiensten jedoch schon, brachte den Anbieter im letzten Jahr bereits ins Gespräch und in die Kritik.

Die neuen Tarife gelten nicht für Bestandskunden, sondern nur für Neukunden. Bestandskunden sollen frühestens ab 2016 betroffen sein. Was die Telekom aber verschweigt ist, dass auch Bestandskunden neue Verträge abschließen müssen, wenn sie beispielsweise umziehen. Verträge „mitnehmen“ kann man bei der Telekom nämlich schon seit einigen Jahren nicht mehr und man bekommt beim Umzug einen neuen Vertrag mit neuer Vertragslaufzeit und eben auch den neuen Vertragsbedingungen.

Nein, liebe Telekom. Wenn ihr drosselt, dann berechnet alle Dienste, denn dann merkt ihr sehr schnell, dass eure Tarifänderungen nicht einmal ansatzweise eine gute Idee sind.

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7 Jahre zuvor

Liebe Deutsche Telekom AG, das ist nicht wirklich euer Ernst oder? Drosselung der Bandbreite bei Datenverbrauch???… https://t.co/KzD4NGP4K2

7 Jahre zuvor

FUCK THIS SHIT!!!

Ich wechsel die TELEKOM… WEG MIT DEM DRECK!!!… https://t.co/LQhPxWTQaq

Christian
7 Jahre zuvor

Davon wird meiner Meinung nach vor allem Unitymedia profitieren.

7 Jahre zuvor

RT @stereopoly Telekom drosselt bald offiziell DSL-Kunden, die “zu viel” Traffic verursachen https://t.co/Bw5azy5lzv mmpf…

[…] Gestern haben wir euch kundgetan, dass die Telekom tatsächlich ernst damit macht, wieder Volumentarife einzuführen. Wer ab dem 2. Mai 2013 einen neuen Anschluss bucht, bekommt Download-Obergrenzen aufgedrückt, die an die maximale Geschwindigkeit gekoppelt sind. Dazu kommt die de facto Abschaffung der Netzneutralität, die mit der Nichtanrechnung der Spotify-Nutzung auf Volumentarife begann und nun dem eigenen Medienkonsumprodukt “Entertain” einen Vorteil gegenüber Diensten wie Lovefilm oder Watchever einräumt. Nach Gezeter netzauf netzab, hat sich die Telekom nun geäußert und ein paar Fragen zu der Umstellung beantwortet. […]

Telekom – Rückschritt statt Fortschritt | BlogStudent.de
7 Jahre zuvor

[…] einmal begann: Künftig wird die Telekom ihren Neukunden keine Flatrates mehr verkaufen, sondern nur noch volumenbasierte Tarife. Das bedeutet: Wer mehr als die vertraglich vereinbarten Gigabytes verbraucht, dessen Anschluss […]

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