Testbericht des LG GW300: klein, leicht und günstig

LG-GW300-Cover Testbericht des LG GW300: klein, leicht und günstig LG Electronics Technologie Testberichte

Nach dem Testbericht über Motorolas Flaggschiff möchte ich Euch nun ein kleines, handliches Handy vorstellen, das im Blackberry-Design mit QWERTZ-Tastatur daherkommt. Mit einem Anschaffungspreis von ca. 100 Euro bewegt es sich preistechnisch eher im unteren Segment. Doch wie schlägt es sich denn so im Test?

Das Messenger-Handy, wie es auf dem LG-Blog genannt wird, erinnert in der Tat an die Blackberry- Smartphones, doch gehört es mehr in die Samsung Corby-Klasse, die tendenziell für jüngere Anwender konzipiert wurde. Doch schauen wir uns das gute Stück einmal an.

Unboxing

Lieferumfang

  • Akku
  • Ladegerät
  • Bedienungsanleitung
  • USB-Datenkabel
  • Headset

Ausstattung

Wie auf den ersten Blick auf den Lieferumfang zu sehen ist, fehlt eine microSD-Speicherkarte. Doch das ist zu verkraften, da diese ja mittlerweile für’n Apple und ein Ei zu bekommen sind. Angeblich lässt das GW300 eine maximale Speicherkartengröße von 4GB zu. Eine 8GB Speicherkarte wurde trotz dieser Vorgabe des Herstellers erkannt. Das beiliegende USB-Datenkabel dient sowohl zur Verbindung mit dem Computer, als auch zum Laden des Akkus. Der beiliegende Kopfhörer mit integrierter Freisprecheinrichtung ist nicht das Maß aller Dinge. Hier ist wiederum sehr vorteilhaft, dass der Kopfhöreranschluss dem 3,5 mm Standard entspricht, so dass man auch einfach höherwertige Kopfhörer anschließen kann.

Das LG GW300 kann als ein Messenger-Phone gesehen werden – es ist von Haus aus mit einer Applikation für Facebook versehen. Zudem hat es auch einen Email-Client, doch das haben mittlerweile die meisten Standardhandys. Das besondere an diesem Handy sind eindeutig die diversen Applikationen,wie der Facebook-Client, der Zugang zu Windows Live sowie zu einigen Google Diensten wie Maps, Mail, Blogger und die Suche. Solche Applikationen würden bestimmt viele Freunde finden, wär da nicht die Geschwindigkeitsbremse in Form der fehlenden UMTS-Unterstützung.

Die weiteren Ausstattungsmerkmale sind eher Standard. So finden wir neben dem mittlerweile üblichen MP3-Player noch ein praktisches UKW-Radio. Die Bedienung des Systems geht leicht von der Hand und wirft keine weiteren Fragen auf. Leider lassen sich keine weiteren Applikationen hinzufügen, doch das wäre wiederum zu viel verlangt für ein Handy dieser Preisklasse.

Die Benutzung der QWERTZ-Tastatur erfordert etwas Übung. Denn die Tasten sind recht klein und sitzen nah beieinander. Wer mit kleinen Finger ausgerüstet ist, wird allerdings keine Probleme damit haben. Der Druckpunkt der Tasten ist leicht schwammig aber dennoch stark genug definiert. Die insgesamt 6 Buttons unter dem Display sind klar beschreiben und dienen der kompletten Navigation durch die Menüs.

LG hat sogar an kleine Details gedacht. Zum Beispiel lässt sich die microSD-Karte ohne Probleme und Gefummel aus dem Gehäuse entfernen. Man öffnet die Blende unten links am GW300 und nimmt die Karte problemlos heraus. Etwas enttäuschend ist allerdings die Qualität der Abdeckblenden, die auch beim USB-Anschluss Verwendung findet – auf Langlebigkeit sind diese nicht ausgelegt. Das Material ist ein weicher Kunststoff, bei dem ich Angst habe, ihn vom Gehäuse zu rupfen.

Design und Verarbeitung

Wie bereits eingangs erwähnt, erinnert das LG GW300 an die Blackberry Volltastatur-Smartphones des kanadischen Herstellers RIM, die durch ihre Officetauglichkeit bekannt und beliebt sind. Im Vergleich zum LG wiegen die Blackberrys allerdings um einiges mehr und sind auch wertiger verarbeitet. Doch beim GW300 handelt es sich schließlich nicht um ein hochpreisiges Businesswerkzeug.

Das GW300 ist außerordentlich dünn und an allen Ecken abgerundet. Daher liegt es gut, doch ungewohnt, in der Hand. Mit seinem Gewicht von unter 100 Gramm gehört das Handy zu den Leichtgewichten unter den Handys mit einer kompletten Tastatur. Der Grund für das Gewicht ist allerdings in den Materialien zu finden, aus denen das GW300 besteht: in erster Linie Kunststoff. Doch bei einem so günstigen Handy ist auch nichts anderes zu erwarten. Das Material ist jedoch nicht gleich ein Grund das Gerät zu disqualifizieren. Denn die Verarbeitung ist gut. Einziges Manko: Es knirscht gelegentlich.

Unterhaltung

Die Ausstattungsmerkmale entsprechen so ziemlich jedem Standard-Handy. So finden wir neben dem mittlerweile üblichen MP3-Player noch ein praktisches UKW-Radio.

MP3-Player

Über den MP3-Player ist nichts negatives zu berichten. Der Sound ist okay, es bestehen keinerlei Optionen den Klang per Equalizer individuell einzustellen. Die Tracks lassen sie nach Interpreten, Alben oder Genre anzeigen. Darüber hinaus kann man je nach Laune Playlisten erstellen oder sich per Zufallswiedergabe berieseln lassen.

FM-Radio

Das Radio ist einfach gehalten und es bedarf zur Aktivierung eingesteckte Kopfhörer, die als Antenne fungieren. Nach ersten Tests lief die automatische Senderauswahl mit anschließender Speicherung nicht so leicht von der Hand, wie es eigentlich sein sollte. Hier wäre eine intuitivere Bedienung wünschenswert. Ein besonderes Feature ist wohl die Möglichkeit nach dem Starten des Radios den eingebauten Lautsprecher zu benutzen. Zwar ist der Klang nicht der beste, doch das war auch nicht zu erwarten.

Die Bedienung des Systems geht leicht von der Hand und wirft keine weiteren Fragen auf. Leider lassen sich keine weiteren Applikationen hinzufügen, doch das wäre wiederum zu viel verlangt für ein Handy dieser Preisklasse.

Kommunikation und Dienste

Neben den umfangreichen Unterhaltungselementen wie dem FM-Radio und dem MP3-Player befinden sich ebenso eine Kalenderfunktion, ein E-Mail-Client, ein Webbrowser und eine Anbindung an Dienste wie Windows Live, Google (Mail, Maps, Blogger und Suche)  sowie Facebook. So schön es auch ist, dass das Handy diese Dienste unterstützt, so wenig funktioniert es allerdings. Es ist nicht so, dass die Dienste nicht laufen, doch aufgrund der fehlenden Unterstützung von WLAN und UMTS dauert es unendlich lange, bis sich der Facebook Client die Daten aus dem Netz gezogen hat. Google Maps kann man aus diesem Grund ohnehin vergessen.

Kamera

Bei der integrierten Kamera handelt es sich um einen 2 Megapixel Knipser, der ganz ohne Blitz daher kommt. Bei Tage produziert das Gerät Fotos von ausreichender Qualität. Für gelegentliche Schnappschüsse reicht die Kamera allemal aus – man darf aber nicht zuviel erwarten. Durch einige Filter wie Sepia, Schwarz/Weiß und dergleichen lassen sich die Bilder zudem schnell modifizieren. Obendrein ist ein Videomodus vorhanden, mit dem sich spontan kleine Filmchen drehen und per Email, MMS oder per Bluetooth versenden lassen. Die Videos haben ein Aufnahmeformat von 176 x 144 Pixel, was extrem gering ist. Hier hat der Hersteller offenbar, wie auch bei der Pixelzahl von 2MP an die fehlenden schnellen Datenverbindungen gedacht.

Weitere Einstellungsoptionen:

  • Farbeffekt: Sepia, Schwarzweiß, Negativ und Blau
    Weißabgleich
  • Nachtmodus
  • Qualität: Superfein, Fein und Normal
  • Dauer: Nachricht und Normal
  • Im Kameramodus kommen hinzu:
    • Aufnahmemodus: Normal und Serienaufnahme
    • Timer: 3, 5, 10 Sekunden

Für den Hausgebrauch und gelegentliche Aufnahmen reichen die Formate auf jeden Fall aus. Wie erwähnt, hält zwar die Bildqualität nicht mit üblichen Kameraphones mit, doch im Vergleich mit beispielsweise dem iPhone 3G muss es sich nicht verstecken.

Fazit

Das LG GW300 ist ein Messengerhandy mit QWERTZ-Volltastatur, das seinen Preis durchaus wert ist, bzw. für seinen geringen Preis von ca. 100 Euro mehr bietet, als viele andere Geräte der Preisklasse. Das Handling ist einfach und intuitiv. Sowohl die Kamera, als auch der MP3-Player und das Radio leisten gute Dienste. Gut gemeint, aber schlecht umgesetzt sind die Zusatzdienste von Google, Microsoft und Facebook  – was soll man mit solchen webbasierten Anwendungen, wenn die Datenverbindung gähnend langsam ist?

Falls jemand nach einem günstigen Handy zum Telefonieren, Musik oder Radio hören und einem gelegentlichem Schnappschuss sucht, dem würde ich das GW300 durchaus ans Herz legen.

Das LG GW300 bekommt man ohne Vertragsbindung bereits für unter 100 Euro im Preisvergleich.

Technische Daten:

  • GPRS/EDGE
  • USB 2.0, Bluetooth, microSD-Slot
  • QWERTZ-Tastatur
  • Kommunikation: SMS, MMS, E-Mail (E-Mail Client: POP3, SMTP, IMAP4)
  • Radio, MP3-Player
  • Maße (L x B x H): 115,5 x 61 x 12,75mm
  • Gewicht: 95 Gramm
  • Display: 2,4 Zoll QVGA TFT Farbdisplay (262.000 Farben, 240 x 320 Pixel
  • Kamera: 2 Megapixel (Fotos: 1600 x 1200 Pixel; Videos: Max. 320 x 240 Pixel),  digitaler 4x Zoom
  • Akku: 900mAh Li-Ion
  • Frequenzen: Quadband (850/900/1.800/1.900MHz)
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Französich, Spanisch, Portugiesisch, Niederländisch,
    Rumänisch
  • Personalisierung: Hintergrund Ansichten, Livesquare, Schriftart
  • Speicher: ca. 15MB (dynamisch), microSD ab 4GB (8GB passen auch)
  • Audioformate: MP3, AAC, AAC+,AAC++,WMA, AMR, MIDI
  • Videoformate: 3GP, MP4
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Stephany
12 Jahre zuvor

I have the same one , but pink. It’s a verry good phone! 😡

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