Testbericht: Nokia N8 – Das Smartphone für Nokiafans

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Das Nokia-Flaggschiff N8 ist nach einer kleineren Lieferverzögerung seit Oktober auf dem Markt. Nun ist das N8 auch bei uns in der Redaktion angekommen, ein Dank dafür an Nokia. Der finnische Handyhersteller erhofft sich, mit diesem Modell an die mittlerweile davon eilenden Smartphones von Apple mit iOS und vielen anderen Herstellern mit Googles Android-Betriebssystem heranzukommen. Ob es die hohen Erwartungen erfüllt?

Unboxing & erster Eindruck

Bereits auf der IFA hatte ich eine erste Begegnung mit dem N8. Damals wie auch heute, bin ich begeistert von der guten Verarbeitung. Der Großteil des Gehäuses ist aus einem Stück Aluminium gefräst, die Enden bestehen aus recht stabil erscheinendem Kunststoff.

Lieferumfang:

  • Nokia N8
  • Nokia Akku (nicht selbst austauschbar)
  • Nokia Stereo-Headset
  • Software
  • USB-Adapter
  • HDMI-Apapter
  • Micro-USB-Datenkabel
  • Netzteil

Design & Handling

Auf der Oberseite befindet sich der HDMI-Port, mit dem sich das Smartphone an einen kompatiblem Fernseher anschließen lässt, sowie der Ein-/Ausschalter und der 3,5mm-Kopfhöreranschluss. Wirft man einen Blick auf die rechte Seite des Geräts, findet man die Läutstärkewippe, einen Hebel zur Ver- und Entriegelung des N8 und den dedizierten Kamerabutton. Links am N8 findet sich eine zweigeteilte Blende, hinter der sich ein SD-Karten-Slot und der Einschub für die SIM-Karte verbirgt. Dass die beiden Slots so leicht zugänglich sind, ist einerseits praktisch, andererseits fände ich es besser, gäbe es eine etwas sicherere Aufbewahrungsmöglichkeit für die SIM-Karte. Denn so lässt sie sich schon etwas zu leicht entfernen. Wobei die SIM-Karte so fest im Slot sitzt, dass ich Angst hatte, sie zu Testende nicht mehr herauszubekommen. Auf der gleichen Seite befindet sich der microUSB-Port, der für den Datenaustausch mit dem Rechner benötigt wird. Auf der Unterseite sind lediglich das Mikrofon und der Anschluss für das Netzteil zu finden. – Ach, beinahe vergaß ich die Öse für eine Trageschlaufe. Auf der Rückseite des Nokia-Phones befindet sich das Schmuckstück des Geräts: die 12 Megapixel-Kamera. Sie steht ein Stück weit aus dem Gehäuse heraus, was ich als störend empfinde. Viele Smartphones besitzen eine Top-Kamera (z.B. das iPhone 4), dennoch ragt die Kamera nicht aus dem schmalen Gehäuse heraus. Sicherlich ist es reine Geschmackssache, ich empfinde es als störend, da das Gerät die Hosentaschen noch mehr ausbeult. Der HDMI-Port des N8 ist durch eine Kunststoffabdeckung verdeckt, die nach regelmäßigem Gebrauch nicht mehr eben abschließt, was bei einem Gerät der Preisklasse nicht sein darf. Die Abdeckung der micrsoSD und des SIM-Kartenslots an der linken Seite ist hingegen relativ schwer zu öffnen. Die recht gute Erreichbarkeit des SD-Karte ist hingegen als positiv zu betrachten. Der eigentliche Grund für die Unterbringung der Karten an diesem Ort ist übrigens der, das der Akku nicht leicht zu entfernen ist. Zumeist ist es üblich, dass die beiden Karten unter dem Akku verstaut sind, dieses ist beim N8 nicht möglich.

Sehr praktisch am N8 finde ich den Homebutton, welcher auf der Front links unten angebracht ist. Mit diesem ist es nicht nur möglich, auf die Startseite zu kommen, sondern auch alle aktuell laufenden Programme anzusehen, zwischen ihnen hin- und her zu wechseln und sie zu beenden. Der Button hat allerdings einen etwas undefinierten Druckpunkt, so dass er sich etwas schwammig anfühlt.

Geschwindigkeit & Display

Dass das Nokia N8 mit einem Cortex ARM11-Prozessor mit 680 MHz und mit einem Arbeitsspeicher mit nur 256 MB ausgestattet ist, merkt man. Im Vergleich zu anderen aktuellen Smartphones der Preisklasse ist die Rechenleistung recht mager bemessen. Die Programme lassen sich teilweise etwas Zeit beim Starten. Besonders beim Mediaplayer war dies zu bemerken. Allgemein ist die Geschwindigkeit aber absolut ausreichend. Die Navigation im Menü und den Programmen läuft absolut reibungslos, hier ist nichts zu beanstanden. Auch Spiele sind problemlos abrufbar und lassen sich ohne Haken und Ruckeln spielen. Nokia hat dem N8 ein AMOLED-Display verpasst, auf dem Farben sehr brillant und satt dargestellt werden. Zwar ist die Auflösung mit 360 x 640 Pixeln etwas niedrig angesetzt, fällt allerdings überhaupt nicht ins Gewicht. Etwas schwerer wiegt die Bedienung über das Display, denn die Oberfläche fühlt sich etwas rauer an als bei anderen Smartphones, so dass man das Gefühl hat, dass ein gewisser Widerstand vorhanden ist. Das kann allerdings von Hand zu Hand unterschiedlich sein. Beim iPhone oder dem Motorola Defy habe ich nicht diesen Eindruck.

Kamera & Galerie

Kamera_Nokia_N8 Testbericht: Nokia N8 - Das Smartphone für Nokiafans Featured Nokia Nokia N8 Reviews Smartphones Technology Testberichte Eines der Kernstücke dieses Smartphones ist eindeutig die Kamera. So gut wie keines der mir bekannten Smartphones verfügt über eine Digitalkamera mit 12 Megapixeln mit Zeiss-Optik und Xenon-Blitz, außer vielleicht das ein oder andere Sony Ericsson-Gerät. Abgesehen von meinem eingangs getätigten Einwand, dass die Kamera nicht so weit aus dem Gehäuse ragen müsse, habe ich nicht viel bei der Kamera zu beanstanden. Mithilfe des dedizierten Kameraauslösers lässt sich die Kamera starten, nach recht kurzer Zeit ist sie bereit Bei schlechten Lichtverhältnissen wird der Xenon-Blitz zugeschaltet.

Die Bildqualität am Tage stellt sich als gut heraus, trotz der Zeiss-Optik und des hellen Blitzes sind die Fotos bei Dunkelheit eher Mittelmaß. Im Großen und Ganzen kann man die Kamera mit einer Einsteiger-Kompaktkamera vergleichen. Die integrierte Software zur Bearbeitung von Fotos ist im Vergleich zu anderen Smartphones sehr umfangreich. Denn neben eines Rote-Augen-Korrekturprogramms lassen sich die Fotos bereits im Gerät mit Effekten versehen, die Größe ändern, zuschneiden und einiges mehr. Was der Kamera fehlt, um eine bessere Bildqualität zu erzielen, ist die Unterstützung von HDR (High Dynamic Range Image). Dabei handelt es sich um eine Aufnahmetechnologie, mit der sich Bilder naturgetreuer und in einem hohen Dynamikumfang festhalten lassen. Zur Wiedergabe von Fotos und Videos im Gerät hat Nokia eine Diashow bereitgestellt, die leicht zu bedienen ist und ein wenig an die Cover-loow-Ansicht von iTunes erinnert.

Bedienung & Betriebssystem Symbian^3

Symbian^3-Screen1 Testbericht: Nokia N8 - Das Smartphone für Nokiafans Featured Nokia Nokia N8 Reviews Smartphones Technology Testberichte

Vor Veröffentlichung des N8 hatte es den Anschein, als solle mit Symbian^3 ein Neuanfang gemacht werden, um an Platzhirsche auf dem Smartphonemarkt wie Apple mit iOS 4.x und Googles Android aufzuschließen. Was Nokia im Rahmen der Überarbeitung seines hauseigenen Betriebssystems auf die Beine gestellt hat, wirkt indes irgendwie immer noch altbacken. Zwar wurde versucht, Symbian^3 an die Eigenschaften der Steuerung per Touchscreen anzupassen – die drei Homescreens lassen sich mithilfe verschiedenster Widgets und Shortcuts individualisieren – doch so richtig rund finde ich es nicht. Hier möchte ich allerdings hinzufügen, dass ich in meiner Handy- und Smartphonegeschichte Besitzer nur eines Nokia-Phones war, das einem iPhone weichen musste. Symbian ist und war schon immer eine Glaubens- und Einstellungssache.

Keyboard

Dennoch: Die virtuelle Tastatur gefällt mir überhaupt nicht. In der Porträt-Ansicht hat man die bekannte Handytastatur, bei der durch mehrmaliges Tippen auf eine Taste der Buchstabe ausgewählt werden muss. Andere Smartphones verfügen auch in der horizontalen Ansicht über eine QWERTZ-Tastatur und wechseln bei der Nutzung der Telefonfunktion auf ein Zahlenmenü. In der Panoramaansicht gefällt das Keyboard. Die Empfindlichkeit und Genauigkeit ist Top. Ich wünschte mir, dass man das Gerät vollständig im Querformat bedienen kann, was auch zum Großteil geht.

Email

Die Email-Funktion ist gut umgesetzt. Viele der einschlägigen Maildienstleiter sind bereits angelegt, so dass POP und SMTP-Server nicht selbst angelegt werden müssen. Um Google Mail per Push aufs N8 zu erhalten und seine Kontakte, Kalender etc. zu synchronisieren, muss wie bei anderen Smartphones auch, ein Exchange-Daten hinterlegt werden. Die Installation geht einfach vonstatten.

Kalender

Beim Kalender lässt sich allerhand einstellen, es gibt Monats-, Wochen und Tagesansichten. Eingetragene Aufgaben lassen sich außerdem anzeigen. Zwar ist das Display schon relativ groß, die Anzeige des Kalenders wirkt allerdings viel zu fein und klein. Will ich einen einzelnen Tag im Kalender anwählen, so muss ich schon gut treffen, um den richtigen zu bekommen. Die Funktionsweise und auch der -umfang gefallen mir gut, an der Bedienung müsste meiner Meinung nach noch ein wenig gefeilt werden.

Software & Ovi Store

Dem Nokia N8 wurden allerhand Programme mitgegeben. So gibt es unter anderem, ohne es aus dem OVI-Store installieren zu müssen, ein Office-Programm, PDF-Viewer, YouTube und eine Software zur Bildbearbeitung. Wer mehr Software benötigt, kann sie sich aus dem Ovi-Store herunterladen. Das Angebot an verfügbaren Apps ist zwar nicht so groß wie bei Apple oder Android, dennoch ist das Angebot okay. Zugriff auf den Katalog erhält man über die installierte OVI-Store-App, die unter Umständen vor der Nutzung aktualisiert werden muss. Eine Anmeldung ist wie üblich erforderlich. Praktisch: Für den, der keine Lust hat, über den kleinen Screen des N8 nach Apps zu suchen, lässt sich über den Computer-Browser im Ovi-Store die Software auswählen und an das Phone senden.

Multimedia

Die Multimediaeigenschaften des N8 sind umfangreich. Neben eines Musikplayers, der mit seinem Cover-Flow in der Panoramaansicht beinahe wie ein iPod touch anmutet, sind sowohl Videos als auch Fotos in einer Diashow anzeigbar. Wer seine mit dem N8 aufgenommenen HD-Videos (720p) nicht nur auf dem auf dem kleinen Display sehen möchte, hat die Option, diese über den integrierten HDMI-Port wiederzugeben, der Dolby Digital Plus Surround unterstützt – die notwendige Anlage vorausgesetzt. Testen konnte ich diese Funktion leider nicht, halte sie allerdings für erwähnenswert Für Fans der Radio-Dudelei hat Nokia seinem Flaggschiff ein UKW-Radio mitgegeben, welches seine Dienste tut, wie es sich gehört. Wer seiner eigenen Musik lieber über ein in der Nähe stehendes Radio lauschen möchte, kann sich der FM-Transmitter-Funktion bedienen. Ein nettes Gimmick, das Nokia seinem Top-Smartphone mitgegeben hat, aber im Grunde nicht mehr zeitgemäß ist, ist der USB-Adapter, mit dem sich ein USB-Stick direkt mit dem N8 verbinden lässt, um Daten hin- und her zu schieben. In Zeiten von cloud-Diensten wirkt es ein wenig der Zeit hinterher, dennoch ist es wohl das einzige mir bekannte Gerät, das über die dafür notwendige Soft- und Hardware verfügt. Wer allerdings den Datenclouds nicht so traut und lieber auf Speichersticks setzt, um Datenmengen zu bewegen, dürfte an dieser Funktion seine Freude haben. Der Datenaustausch geht recht rasch vonstatten.

Browser

Beim Browser sind manche Bedienungsabläufe umständlich. Um beispielsweise eine Webseite zu öffnen, muss der Nutzer den Browser öffnen, dann per Fingertipp die Adressleiste aufrufen, den Namen der Webseite eingeben, die Eingabemaske schließen und dann auf Öffnen klicken. Es ist zu empfehlen, einen alternativen Browser zu laden.

Fazit

Ich habe mich mit großer Neugier auf das Nokia N8 gefreut, sollte es doch einen Neuanfang für Nokia darstellen, um in der Kategorie Smartphones mithalten zu können. Dies ist Nokia meiner Meinung nicht erfolgreich gelungen. Denn obwohl die Hardware top verarbeitet, der Funktionsumfang groß ist und manche Features bei nur wenigen Oberklasse-Smartphones zu finden sind, so reichen alle Anstrengungen nicht aus, um in der Android- und iPhone-Klasse mitzumischen.

Der Grund für dieses Urteil ist vornehmlich das Betriebssystem Symbian^3. Die Nutzer-Oberfläche ist zu verschachtelt, die Bedienung zu umständlich und das Design wirkt altbacken. Wer allerdings ein Freund eines umfangreichen Funktionsschatzes ist, dem kann ich das Nokia N8 ernsthaft ans Herz legen. Vor allem Besitzer eines Nokia-Handys fühlen sich bestens aufgehoben. Dies kann mir ein Kollege bestätigen. Er hat ein Nokia N97 besessen und ist auf das N8 umgestiegen, er hat den Kauf bisher keine Sekunde bereut.

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