Twitter stellt TweetDeck für Adobe Air, iPhone und Android ein

tweetdeck Twitter stellt TweetDeck für Adobe Air, iPhone und Android ein Netzwelt Twitter

Twitter, bekannt und beliebt dafür, Dienste zu kaufen und sie dann zugrunde gehen zu lassen. Jetzt trifft es die nächsten Versionen des damals sehr beliebten Twitter-Clients. Nicht nur die Adobe Air Version wird jetzt eingestellt, sondern auch die Apps für iPhone und für Android.

Es ist ein wenig frustrierend, denn TweetDeck für iPhone und Android war meines Wissens die einzige Smartphone-App für Twitter, bei der man Listen und Suchen selbst zusammenstellen konnte und diese dann durch einen Slide erreichbar waren.

Es wäre nicht vermessen zu sagen, dass TweetDeck maßgeblich an dem Erfolg von Twitter beteiligt war. Wäre Twitter ausschließlich ein Webdienst geblieben, dann wäre der Erfolg, den man heute feiert überhaupt nicht möglich gewesen. Die Macher von TweetDeck haben sich jederzeit angestrengt, die Funktionen des Webdienstes intuitiv in die Software zu integrieren. Das war Twitter nie so ganz recht. Es kam irgendwann immer häufiger zu Störungen der API und irgendwann kaufte man TweetDeck auf. Eine neue TweetDeck-Version wurde veröffentlicht und diese war durchzogen mit Bugs und Fehlern. Viele Nutzer wollten ihre TweetDeck-Version nicht mehr updaten oder besorgten sich extra eine ältere Version, da diese wenigstens funktionierte.

In den letzten Tagen war abzusehen, dass auch diese ältere – funktionierende – Version bald nicht mehr funktionstüchtig sein wird. TweetDeck für Adobe Air, also das klassische TweetDeck wird nun eingestellt und die Twitter Apps noch dazu.

Was genau stört Twitter an Clients von Drittanbietern? Twitter verdient unter anderem durch Werbung. Diese schalten sie auf ihrer Webseite. Wenn aber nun Clients eingesetzt werden – und TweetDeck war hier ein Marktführer unter den Clients – dann fehlen Twitter die Pageloads auf der Webseite. Indem man den größten Dienst aufkauft um ihn angeblich weiterzuführen, ihn dann aber kontinuierlich zu zerstören, bringt man die Nutzer dazu sich auf die hauseigenen Lösungen zu stürzten.

Diese Rechnung ging allerdings nicht ganz auf, daher wird es auch in Zukunft stärkere Einschränkungen geben, was die Twitter API für alle Apps betrifft. Hier sollen die Abfragen stark dezimiert werden. Twitter versucht die User langsam wieder zurück zu holen, nachdem man es versäumt hatte, auf den Ansturm angemessen zu reagieren. Theoretisch lässt sich das auch nachvollziehen. Doch die eigenen Lösungen von Twitter sind im Vergleich zu den Drittanbietern eher halbherzig. Mir gefällt die Entwicklung nicht, die Twitter an den Tag legt. Vielen anderen auch nicht. Eine Wahl hat man aber auch nicht unbedingt.

– via verge

0 0 votes
Article Rating
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x