Verbraucher-Zentrale greift Soziale Netzwerke an

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Soziale Netzwerke wie Facebook oder MySpace sind feste Bestandteile unseres Alltags geworden. Nicht nur am heimischen PC, sondern auch per Smartphone teilen wir uns unseren Freunden und Bekannten mittlerweile von überall aus mit. Nun hat auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen die Bedeutung dieser Netzwerke erkannt und sogleich einen Forderungskatalog aufgestellt.

Grund für die Beanstandungen ist die Feststellung, dass die Betreiber von sozialen Netzwerken ihre Produkte zwar kontinuierlich weiterentwickeln, sich daraus aber keine Vorteile für die Kunden ergeben. Der Bundesverband schätzt ausdrücklich die Nützlichkeit von sozialen Netzwerken, betont aber auch eindeutig die Notwendigkeit, den Datenschutz und die Transparenz im Umgang mit Daten weiterhin zu verbessern.

So sollen die Nutzer zu jeder Zeit „Herr ihrer Daten“ bleiben. Für jede Verarbeitung zu Werbe- und Marketingzwecken soll es der eindeutigen Zustimmung der Nutzer bedürfen. Dies gilt auch bei Anwendungen von Drittanbietern. Deshalb sollen keine über den Vertragszweck hinausgehenden Daten für Anwendungen oder Dienste erforderlich sein. Dies gilt auch für Neuanmeldungen, bei denen nur ein Mindestmaß an Daten erhoben werden sollte. Gleichzeitig soll sichergestellt werden, dass bei der hürdenlosen Abmeldung von einem Netzwerk auch alle Daten des Nutzers entfernt werden.

Die Netzwerkbetreiber sollen sich ferner ihrer Sorgfaltspflichten stärker bewusst werden. Datendiebstähle und Systemeinbrüche sollen durch strengere Sicherheitsmaßnahmen vermieden werden. Datenklau soll auch durch das mögliche Auslesen mittels Suchmaschinen vermindert werden. Dazu sollen die Standardeinstellungen der Nutzerprofile zugriffsbeschränkt sein, so dass der Nutzer aktiv und bewusst seine Daten verwaltet. Für das Verständnis der möglichen Folgen eines Klicks soll die verwendete Sprache bei der Aufklärung (Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen) einfacher und deutlicher werden.

Der Forderungskatalog (pdf) ist das Resultat diverser Abmahnungen an die sozialen Netzwerke. Sie hatten sich in den Nutzungsbedingungen Rechte über den Umgang privater Daten von ihren Mitgliedern eingeräumt. Bislang konnten sich die Anwälte der Netzwerke nur auf ein paar schwache Punkte einlassen. Freiwillige Zugeständnisse und faire Vertragspositionen den Mitgliedern gegenüber sind jedoch von keinem der Plattformbetreiber angekündigt worden. Hier trotzdem einmal die vier Einigungen. Sie zeigen im Vergleich zu den Forderungen noch deutliches Entwicklungspotenzial:

  1. Die Verarbeitung von persönlichen Daten darf nur mit nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Nutzers geschehen.
  2. Die Mitglieder entscheiden, ob Profil und Daten mittels Suchmaschinen zu finden sein sollen.
  3. Das Urheberrecht der von den Nutzern erstellten Inhalte liegt allein bei den Nutzern.
  4. Die Betreiber haben darauf verzichtet, Profile ohne vorherige Information “aus beliebigen Gründen” zu löschen.

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12 Jahre zuvor

…feiner blog – wir kommen öfter.

PREGAS

BLICKWERFER
12 Jahre zuvor

Ich frag mich was bei Einigung 3 geeinigt wurde. Das ist ohnehin so und das wird ein soziales Netzwerk auch nicht ändern können. Urheber bleibt der “Erschaffer”, ob man nun will oder nicht. Selbst wenn der Urheber wollte könnte er es nicht abtreten. Eine Urheberschaft ist nicht übertragbar. Allerhöchstens z.B. die Nutzungsrechte als Teil der Urheberrechte, aber niemals die gesamte Urheberschaft.

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