Vernee Mars Pro – Solider Einsteiger-Droide aus Asien

Jedes Jahr kommen massenweise neue Smartphones auf den Markt. Dabei ist alles – von ganz billig bis ganz teuer. Doch wo unterscheiden sich die Flaggschiffe noch von den Mittelklassetelefonen? Macht es Sinn zu einem Premium-Gerät zu greifen, wenn die Mittelklasse immer besser wird? Vor allem aus dem asiatischen Markt drängen immer mehr sehr gute Smartphones zu einem erschwinglichen Preis zu uns. Der bekannteste Hersteller aus dieser Riege ist Xiaomi. Doch auch Vernee hat mit dem Mars Pro ein Eisen im Feuer. Dieses Smartphone möchte ich euch heute genauer vorstellen.

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Vernee Mars Pro: Lieferumfang, Design und Verarbeitung

In der relativ ansprechenden Verpackung findet sich das Telefon selbst, neben einem Charger, einem USB-C Kabel (nimm das LG, die es nicht mal beim Q6 geschafft haben), einem SIM Karten-Tool und etwas bedruckten Papier. Auch in der Verpackung sieht man schon aus welchem Preissegment das Smartphone des chinesischen Startups stammt: Das Smartphone ist nicht etwa in Folie verschweißt, wie es sonst der Fall ist. Es ist in einer Folietüte drin und auch die anderen Komponenten fliegen in der Verpackung herum. Ich war kurz irritiert, ob das ernst gemeint ist. Aber OK. Das muss ja nichts heißen.

Das Mars Pro ist das Upgrade des kleineren Schwestermodells Vernee Mars. Es unterscheidet sich nicht wesentlich vom Vorgänger und überrascht auch nicht mit einem besonders tollen Design. Aber brauch man das unbedingt, wenn man nicht zu einem Premium-Device greift? Meiner Meinung nach nicht. In erster Linie soll ein Telefon dieser Art den Zweck erfüllen. Ob es das tut, dazu später mehr.

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Die Form ist in jedem Fall nicht wirklich überraschend. Auf der Vorderseite des Barrens mit den Abmessungen von 151 x 74 x 7,6 Millimeter und einem Gewicht von 161 Gramm findet sich das große 5,5 Zoll Full-HD Display. Die Ränder ober- und unterhalb des Panels könnten etwas schmaler sein, aber ich habe auch schon breitere gesehen. Über dem Display sitzt neben der Ohrmuschel noch die Frontkamera mit 5 Megapixel Auflösung. Das war es dann auch schon zur Front.

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An der rechten Seite hat der Hersteller die Lautstärkewippe, den Powerbutton und den Fingerabdrucksensor angebracht. An der gegenüberliegenden linken Smartphoneseite ist der SIM Slot für Dual-SIM oder microSD versteckt.

Währen man an der Oberseite des Rahmens den Kopfhöreranschluss findet, hat man an der Unterseite den USB-C Anschluss, einen Lautsprecher und ein Mikro platziert.

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Die Rückseite des schwarzen Gerätes ziert ein Vernee Logo, die 13 Megapixel-Kamera mit Sony IMX258 Sensor, der LED Blitz und zwei Antennenstreifen, die bei meinem Tester schon beim Auspacken unschöne leichte Kratzer zeigten. Ich bin mir nicht sicher, ob die Fertigung oder der Transport daran Schuld sind. Kann man aber verschmerzen, auch dann das nicht sein sollte.

Die Technik, Performance und Akkulaufzeit

Wie bereits erwähnt nutzt Vernee bei dem Mars Pro ein 5,5 Zoll großes Full-HD Panel mit der InCell Technology. Die Pixeldichte beträgt soit 401 ppi, was ein recht ordentlicher Wert ist. Die Farben sind wirken okay, aber nicht ganz so kräftig und brilliant, wie es bei anderen Smartphones der Fall ist. Auch in puncto Helligkeit könnte das Display etwas mehr vertragen. Blickwinkelstabilität und Kontraste sind jedoch gut. Über dem Display ist übrigens noch eine LED verbaut worden, die euch bei eingehenden Benachrichtigungen informiert, was ihr verpasst habt.

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Damit die Inhalte auch fluffig über das Display huschen, hat Vernee einen MediaTek Helio P25 Achtkern-Prozessor mit 2,5GHz je Kern, eine Mali T880 Grafikeinheit und 6 (SECHS) GigaByte RAM verbaut. Das ist recht ordentlich und bringt das Vernee Mars Pro auf 62531 Punkte im AnTuTu Benchmark und im Geekbench auf 825 Punkte im Single Core und 3977 im Multi Core Bereich. Damit schlägt es zahlentechnisch auch ein Huawei P10 Lite.

Klingt doch leistungsmäßig ganz nett oder? Auch während der täglichen Bedienung flutschte Android 7.0 in der fast puren Version und unter dem Decknamen VOS ziemlich gut. Auch im Gamingbereich musste man schon richtig grafikintensive Spiele aufwarten, um das Mars Pro ins Schwitzen zu bringen. Das gefiel mir recht gut. Damit die Spiele auch gut rüberkommen hat Vernee an der Unterseite einen lauten und schnell übersteuernden Lautsprecher verbaut. Hier gibt es deutliches Potential nach oben, denn wirklich gut klingt dieser leider nicht. Wenn ihr Zocker seid und euch für das Gerät interessiert, empfehle ich euch den Griff zum Kopfhörer.

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Damit ihr mit dieser Hardware auch durch den Tag kommt, sorgt ein 3.500 mAh starker Akku für Strom. In meinem Test bin ich auf eine Akkulaufzeit von fast 2 Tagen gekommen, was recht ordentlich. In Screen-On Zeit macht das mal weniger, mal mehr als 5 Stunden. Daumen hoch dafür. Auch an einen Schnelllademechanismus hat man gedacht. Natürlich wird hier kein Quick-Charge eingesetzt aber es gibt ein Pendant dazu. Das mitgelieferte Netzteil schafft es den Akku in weniger als zwei Stunden vollzutanken. Saft für einen Tag habt ihr sogar schon nach 30 Minuten.

Die Software, Telefonie & Fingerabdrucksensor

Wie bereits erwähnt läuft auf dem Gerät quasi Stock Android. Man findet nur leichte Anwendungsanpassungen von Vernee in dem VOS. Zu 95% handelt es sich aber um ein reines Android 7.0 Nougat, was ich persönlich klasse finde. Ich brauche diese Anpassungen wie TouchWiz, EMUI oder wie auch immer nicht. Wer es anders möchte, kann Android so anpassen wie er will. Da muss ich kein Layout aufdoktriniert kriegen. Mir ist lediglich aufgefallen, dass es an einigen Ecken nicht zu 100 Prozent richtig übersetzt ist, aber das störte mich nicht wirklich.

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Leider ist Version 7.0 nicht wirklich aktuell. Das von mir eingesetzte Gerät bekam aber zumindest die Sicherheitsupdates vom 7. August. Weiterhin leidet das Gerät leider auch an der potentiellen FOTA / ADUPS Spyware. Ich habe leider keine Informationen dazu gefunden, ob Vernee das zeitnah patchen will oder Oreo zeitnah kommt.

Der Fingerabdrucksensor liegt meiner Meinung nach an einem guten Punkt im Rahmen. Ich persönlich hätte ihn lieber auf der Rückseite als im Rahmen rechts aber dort kann man den Daumen auch ganz gut zum Scannen ablegen. Leider funktioniert der Sensor nicht wirklich zuverlässig. Im meinem Fall wurden lediglich sechs von zehn Versuche korrekt erkannt. Das könnte an der relativ kleinen Fläche des Sensors liegen. Wenn ihr also einen wirklich zuverlässigen Sensor braucht und keine Lust auf ein / zwei Versuche mehr habt, dann ist das Gerät wohl nichts für euch.

Das Thema Telefonie ist bei Smartphones nach wie vor wichtig. Das Vernee Mars Pro bietet eine Unterstützung für alle bei uns üblichen Bänder an (auch Band 20) und kann somit uneingeschränkt genutzt werden. Wer Dual-SIM möchte, kann ebenfalls ohne zu zögern zu dem Gerät greifen. Alternativ nutzt ihr eine SIM mit einer microSD Karte mit bis zu 256 GB. Das Smartphone selbst kommt mit 64 GB von denen noch knapp 50 frei sind. Der Netzempfang war in meinem Test in Ordnung (Vodafone) und ich konnte keine Probleme feststellen. Was jedenfalls nicht besonders gut war: die Gesprächsqualität. Die Anrufe klangen sehr dumpf, zu leise und der Lautsprecher neigte zum Kratzen.

Die Kamera des Vernee Mars Pro

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Der Hersteller setzt bei der Hauptkamera auf eine 13 Megapixel Kamera mit einem Sony IMX258 Sensor und einer Blende von f/2.0. Das ist in der Theorie gar nicht so schlecht. In der Praxis produziert die Kamera bei ordentlichen Lichtverhältnissen auch ordentliche Bilder. Die Fotos leiden jedoch unter einen zu hohen Helligkeit und die Farben sind mir persönlich zu blass und nicht ganz realitätsnah. Sobald das Licht etwas weniger wird, neigt die Kamera außerdem schnell zum Rauschen und Details gehen durch Artefakte verloren. Ein Foto-Smartphone ist das Gerät dann schon einmal nicht. Für den berühmten Schnappschuss zwischendurch ist es meiner Meinung nach aber ausreichend (wenn es nicht gerade im Dunkeln ist).

Die Frontkamera ist mit seinen 5 Megapixel in Ordnung. Auch hier sind die Farben etwas zu blass geraten.

Bilder des Geräts gibts in meinem Google Album

Fazit zum Vernee Mars Pro

Das Vernee Mars Pro kostet aktuell 160 Euro und ist damit nicht besonders teuer. Für diesen Preis bekommt man relativ viel fürs Geld. Das Smartphone strahlt nicht in einem Premiumgewand sondern setzt auf Zweckmäßigkeit. Die Performance ist vollkommen in Ordnung und kann sich auch im Vergleich zu wesentlich preisintensiveren Geräten sehen lassen. Die berechneten Inhalte werden dazu auf einem relativ guten Display dargestellt. Lediglich der Lautsprecher trübt das Bild des Multimedia-Handys ein wenig. Hier kann jedoch ein Kopfhörer Abhilfe schaffen. Die Gesprächsqualität ist verbesserungswürdig und die Kamera schneidet im Vergleich zu Konkurrenten wie dem Honor 5x meiner Meinung nach etwas schlechter ab.

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Wer ein Smartphone braucht, welches ein Arbeitsesel sein soll oder zum Zocken benutzt wird, wird mit dem Vernee Mars Pro einen potenten Beifahrer finden. Liegt der Fokus eher im Kamera oder Selfiebereich, solltet ihr euch nach Alternativen im Preissegment um die 200 Euro umschauen.

Vielen Dank an Gearbest für die Bereitstellung des Testexemplars.

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Folgt mir ^^

Olli

Ist beruflich im SAP Geschäft tätig, seit 2015 nach langer Pause aber wieder in der Blogosphäre unterwegs. Hat eine attestierte „Technik-Macke“ mit einer Vorliebe für Apple-Produkte.
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https://www.stereopoly.de

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