Vom Vinyl zur Mp3 Datei: der Ion Audio LP2CD Testbericht!

Ion-Audio Vom Vinyl zur Mp3 Datei: der Ion Audio LP2CD Testbericht! Technologie

Weit über tausend Schallplatten haben sich über die Jahre bei mir im Wohnzimmer aufgestaut. „Irgendwann muss ich die mal digitalisieren“ habe ich mir schon oft gesagt. Das Konvertieren in das digitale Musikformat fiel aber bisher stets dem Zeitfaktor zum Opfer. Nachdem mir das Ion-Audio LP2CD Aufnahmegerät zum Testen angeboten wurde, war klar, dass ich nun einen neuen Anlauf für dieses Vorhaben unternehmen werde.

Vorneweg sei gesagt, dass auch beim Ion-Audio LP2CD der Zeitaufwand natürlich weiterhin existent ist. Die einzelnen Schritte, die ein manuelles Eingreifen vom Anwender verlangen, reduzieren sich aber dank einer ausgefeilten Benutzerführung. Für den Prozess der Digitalisierung muss der Anwender nämlich lediglich in Form des Auflegens der Schallplatte, des Drückens des Aufnahme- und Startknopfs sowie beim Absenken des Tonarms auf das Vinyl handelnd in das Geschehen eingreifen. Den Rest erledigt das Gerät von alleine.

Aufnahme

Mit dem Absenken des Tonarms auf die Schallplatte kann es mit der Aufnahme dann auch losgehen. Rille um Rille fährt der Tonkopf dabei die Platte ab und zeichnet die digitalen Informationen in einem Flash-Speicher auf. Unbespielte Rillen zwischen den einzelnen Stücken wertet der  Ion-Audios LP2CD als neues Lied aus. Diese Automatik funktioniert auch bei älteren und gebrauchten Platten, die sich durch stärkere Knackgeräusche innerhalb der Trennlinien auszeichnen. Auch bei einem Absinken der Aufnahmelautstärke am Ende des alten und zu Beginn des neuen Tracks lässt sich das Gerät nicht hinters Licht führen. Den Pausenknopf nutzt man beim Umdrehvorgang der Schallplatte. Nachdem dieser aktiviert und die Platte umgedreht wurde, kann man mit der der Digitalisierung der zweiten Seite fortfahren. Die Trenntasten erweist bei Platten ohne Trennrille wie es bei Livemittschnitten von Konzerten der Fall sein kann, nützliche Dienste. Schließlich hat so fix einen neuen Track markiert hat, wo es einem am meisten behagt.

Brennen

Nachdem die  Aufnahme bewerkstelligt wurde, erscheint im intergierten Display sowohl die Anzahl der Stücke als auch die gesamte Spieldauer. Diese dürfte bei Album-LPs bei ungefähr einer Stunde liegen. Die maximale Aufnahmekapzität lieg bei 16 Bit/44,1 kHz jedoch bei 79 Minuten. Um mit dem Brennvorgang nun zu beginnen,  drückt man die Brenntaste vom LP2CD.  Damit beginnt zugleich die Übertragung der nunmehr digitalen Daten aus dem Flash-Speicher auf den CD Rohling. Im Anschluss daran hat man die Möglichkeit, eine weitere CD zu brennen oder den Speicher zu  löschen und den  Plattenspieler damit bereit für die nächste Schallplatte zu machen.  Falls man dazu noch die Ausdauer hat… Der Brennvorgang für die maximal möglichen 79 Minuten Musik nimmt ungefähr 7 Minuten in Anspruch, was  einen  überschaubaren Zeitaufwand darstellt. Neben der Kernfunktionen der schnellen und unkomplizierten Digitalisierung, kann das Ion Audio  Aufnahmegerät aber noch deutlich mehr. Zum einen lässt sich der CD-Brenner natürlich auch als CD-Player für die Stereo-Anlage nutzen. Zum anderen lassen sich externe Audiosignale über den Line-Eingang zuführen, die man dann auf CD brennen kann.  Darüber hinaus kann der Plattenspieler über den Line-Ausgang auch an die HiFi-Anlage angeschlossen werden und dort als Abspielgerät dienen. Das ist ja schon mal ne Menge! Leise Kritik wurde lediglich vom Newsportal Heise geäußert. Hier hätte sich der Tester Peter Röbke-Doerr gewünscht,  vom PC aus via USB Verbindung  auf den Flashspeicher zugreifen zu können

Software

Das freiverfügbare Audioprogramm Audacity bekommt der Käufer von Audio Ion mitgeliefert.  Die Software ist sowohl für den Mac als auch den PC nutzbar und ist dabei behilflich, lästige Knack-und Rauschgeräusche,  die während der Aufnahme entstanden, wieder „glattzubügeln“. Meinem Paket von Ion Audio lag dann noch „EZ Vinyl Converter“ bei mit dem  man die Ergebnisse der Vinylaufnahmen direkt in die hauseigene iTunes-Datenbank überspielen kann.

Das Gehäuse, die Nadel und noch mehr:

Der Ion LP2CD Plattenspieler macht einen okayen Eindruck was das Äußere angeht, wobei mir das viele Plastik nicht unbedingt gefällt und ich mir lieber ein Alu-Druckguss-Gehäuse gewünscht hätte wie ich es von meinem geliebten Technics 1210ern gewohnt bin.  Das Ausfahren des CD Schubfachs wirkt auch irgendwie wackelig. Der Riemenantrieb ist wohl ausreichend. Schließlich geht es hier um nicht den harten Dj Gebrauch .

Der Tonarm lässt sich leicht bedienen. Das Auflagegewicht lässt sich individuell bis 2,5 g einstellen. Zudem ist noch  eine Antiskating-Justage vorhanden, die ich für den Preis aber auch als selbstverständlich erachte. Das Tonabnehmersystem kann bei mir dahingegen keine Pluspunkte einheimsen. Dafür macht es schlicht einen zu billigen Eindruck, der auch bei der Wiedergabe zu hören ist.  Daher kann ich  hier nur anraten, sich mit einem Tonabnehmesystem von Ortofon in andere Wiedergabespähren zu katapultieren.  Im Preisvergleich findet man hierzu schon was ab 60 Euro.

Fazit

Bei einigen Nostalgikern wird sich bei dem Gedanken an eine MP3-Datei wahrscheinlich der Magen umdrehen. Allerdings ist dieses Dateiformat extrem praktisch. Schließlich lässt sich so der Inhalt von riesigen Plattenschränken einfach in einem handlichen Musikplayer durch die Gegend spazieren.  Aus diesem Grund haben auch immer mehr weltbekannte DJs wie Dj Hell oder Richie Hawtin den Weg der Digitalisierung gewählt. Der Rücken freut sich nämlich einen Laptop mit den ganzen MP3-Titeln zu transporttieren statt immens schwere Plattenkoffer durch die Weltgeschichte zu hieven. Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung berichten, dass sich auf den Schallplatten nach einigen Zeit immer mehr Kratzer ihre Spuren auf dem Vinyl hinterlassen, was man dann auch zu hören bekommt.  Bei digitalen Daten, die auf einer CD gebrannt sind, ist das in diesem Ausmaß natürlich nicht der Fall. Die Digitalisierung zahlt sich also aus auch wenn es immer noch einen großen zeitlichen Aufwand darstellt. Der ION Plattenspieler bietet bei diesem dabei eine gute Unterstützung. Dies vor allem aufgrund seiner intuitive Nutzerführung und den durchdachten Default-Einstellungen. Ein Tonabnehmersystem sollte man sich aber noch besorgen!

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Nicole Haase
11 Jahre zuvor

Im ersten Moment habe ich mich gefragt, warum ich denn diesen Zeitaufwand nicht mit einem kurzen Klick abkürzen soll und dann fiel mir auf, dass ich irgendetwas am Living Colour Album vermisst habe in der rein digitalen Variante.
Manchmal gehört dieses urige Rauschen einfach dazu, oder?

Gelöste Frage: Wie kann man Daten richtig löschen? | datenrettung
11 Jahre zuvor

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