Während die Männer auf Google+ rumhängen, vergnügen sich die Frauen auf Pinterest

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Es scheint sie zu geben, die typischen “Mann” und “Frau” Netzwerke. Das kann man jedenfalls meinen, wenn man sich die Geschlechterverteilung auf den verschiedenen Netzwerken ansieht. Zwei extreme Beispiele sind Google+ und Pinterest. Während Google+ männerdominiert scheint, sind auf Pinterest größtenteils Frauen unterwegs. Aber wieso?

Auch wenn wir in einer Gesellschaft leben, in der Mann und Frau gleichgestellt sind, werden uns in unserer Kindheit und Jugend gewisse Stempel aufgedrückt, wenn wir heranwachsen. Ein Mädchen spielt mit Puppen und ein Junge mit Spielzeugautos. Selten sieht man einen Jungen mit einer Puppe spielen.

Von Mädchen wird erwartet, kreativ zu sein. Ihre Kreativität wird gefördert. Männer hingegen sollen praktisch veranlagt sein, sich mit technischen Dingen auseinandersetzen – einfach funktionieren.

Dieses Rollenbild, wenn auch oben überspitzt dargestellt, wird uns von unseren Eltern mitgegeben und es prägt uns, ob wir wollen oder nicht. So fühlt man sich zu gewissen Dingen mehr oder weniger hingezogen und hat unterschiedliche Interessen.

Schaut man sich nun beide Netzwerke einmal an, sieht man schnell wieso die Geschlechterverteilung so groß ist. Ich bin in beiden angemeldet und sehe Google+ als einen sehr guten Ort, um technische und politische Themen zu besprechen. Schaue ich in meinen Bekanntenkreis, sind die meisten, die sich für Politik und Technik interessieren Männer. Da in neuen Netzwerken, die in direkter Konkurrenz zu etablierten Seiten entstehen, natürlich erst einmal die technikversierten Early Adopter Mitglied werden und diese männlich sind, gab es zu Beginn viele Männer.

Wenn sich eine Frau einmal dorthin verlief, dann verschwand sie schnell wieder “Hier sind nur komische Männer und die reden über nichts, was mich interessiert.” Für Technikbegeisterte ist Google+ mittlerweile eine der besten Kommunikationsplattformen. Google+ ist etwas für die “Macher”. Für jene, die ihre Stimme erheben wollen und selbst Inhalte kreieren. Frauen konsumieren lieber. Die Aussage “Hier ist nichts, das mich interessiert” schließt nämlich per se den Gedanken aus, selbst etwas zu schaffen und einfach mal anzufangen.

Kommen wir zu Pinterest. Pinterest ist eigentlich das genaue Gegenteil von Google Plus. Hier geht es nicht um eigene Inhalte und nicht darum lange Texte und Kommentare zu schreiben, sondern darum, zu konsumieren. Das eigene kleine private Sammelalbum schöner Dinge. Nach Auswertung der Facebook-Fans sind 97,6 Prozent der Fans Frauen.

Die schwierigsten Aktionen sind das “liken” und das “repinnen”. Man sieht ein Bild, denkt wenige Sekunden nach und findet es entweder gut oder doof, macht ein Herzchen dran (like) oder teilt es selbst (repin). Alles keine besonders männlichen Vorlieben.

Während man bei Google+ nicht von einer absichtlichen Zielrichtung auf ein Geschlecht sprechen kann, richtet sich Pinterest ganz klar an Frauen und diese nehmen das Angebot dankbar an.

Der Artikel beschreibt die Umstände natürlich ein wenig überspitzter als sie tatsächlich sind, skizziert aber grob die Gründe der Verteilungen. In naher Zukunft wird Google+ mehr weibliche Mitglieder bekommen, hat sogar schon ein Drittel an weiblichen Mitgliedern. Dass Pinterest allerdings mehr aktive männliche User haben wird, glaube ich eher nicht.

Trotzdem ist es interessant zu sehen wie groß sich nur kleine Faktoren auswirken können und wie man mit einem Konzept schneller Frauen oder Männer erreicht.

– via networkworld | Techcrunch

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