Während sich einige im Smartphone-Segment schwer tun, verdienen andere Geld mit Feature-Phones

motorola-razr-cover Während sich einige im Smartphone-Segment schwer tun, verdienen andere Geld mit Feature-Phones Technologie

Gestern hatten wir ja bereits eine kleine Geschichtsstunde, die sich mit der Entwicklung des Smartphonemarktes in den letzten fünf Jahren beschäftigt hat. Heute werfen wir einen Blick darauf, welche Folgen durch die Verlagerung auf die Produktion von Smartphones für die Hersteller entstanden sind.

Spulen wir die Zeit zurück als keiner ein Smartphone hatte, weil es sie noch nicht gab. Erinnern wir uns daran, dass aber jeder ein Handy besaß. Es ist doch auffällig, dass bei den Handys damals viel mehr Hersteller präsent waren und oben mitspielten. Nehmen wir Motorola und das Razr. Jeder kannte doch mindestens eine handvoll Leute, die dieses Handy besaßen. Und jetzt das Droid Razr? Ich kenne nicht einen der sich dieses Smartphone gekauft hat.

 

Sony  Ericsson war auch so eine Marke, die einem immer wieder begegnete. Vor allem viele weibliche Bekannte hatten und haben immer noch ein Sony Ericsson Handy und lieben es. Aber kennt man jemanden mit einem Sony Ericsson Smartphone? Oder jetzt wo Sony allein weitermacht mit einem Sony Smartphone? Ich nicht. Woran liegt das? Immerhin hatten alle Firmen einen guten Ruf und haben Geräte gebaut, mit denen die Kunden zufrieden waren.

Schaut man auf Smartphones, dann greifen die Leute zu Apple, Samsung und vielleicht auch noch zu Nexus – wobei Nexus hier natürlich keine Marke ist, sondern eine spezielle Gerätereihe. Samsung verkaufte im vierten Quartal 2011 35 Millionen Smartphones, Apple 37 Millionen iPhones. Bedenkt man, dass die Absatzzahlen im gleichen Quartal im globalen YoY-Vergleich um 50 Prozent gestiegen sind, dann kann man hier durchaus von einem wachsenden Markt sprechen.

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Doch wo sind Sony, Motorola und wie sie noch alle heißen? Natürlich haben sie sich auch auf Smartphones konzentriert, aber sind dort bei weitem nicht so erfolgreich, wie sie es bei den Feature Phones waren und jetzt immer noch gern wären. Motorola konnte seine Verkaufszahlen im vierten Quartal zwar um 5 Prozent steigern, aber machte trotzdem Verluste.  Sony Ericsson hatte 20% Umsatzrückgang und machte 250Millionen Euro Verlust. Das  Problem ist nicht, dass Hersteller “zu spät am Markt” waren, als die Smartphones kamen, denn wenn man gut ist, dann spielt das keine Rolle.

Das Problem liegt eher woanders. Wenn man in ein Marktsegment vorstößt, das von anderen Firmen dominiert wird, dann wird man auch an diesen Firmen gemessen. Dabei ist es egal, ob man Neuling ist. Die Kunden kaufen sich kein Smartphone und sagen “Ach der macht das noch nicht so lange, ist nicht schlimm wenn was nicht funktioniert.” Nein, man wird immer an dem erfolgreichsten Hersteller gemessen und muss sich mit ihm vergleichen lassen, auch wenn er bereits jahrelange Entwicklungen und Erfahrungen in dem Bereich hat.

Asha-303 Während sich einige im Smartphone-Segment schwer tun, verdienen andere Geld mit Feature-Phones Technologie Bringt man nun aber ein Smartphone heraus und unterschätzt den Aufwand, der mit dem Gerät verbunden ist, dann hat man bereits verloren. Damals, als man Feature Phones verkauft hat, interessierten Updates niemanden. Die Dinger funktionierten einfach und wenn sie zu abgerockt ausgesehen haben, kaufte man sich einfach ein Neues. Heutzutage muss man aber seine Smartphones aktiv weiterentwickeln. Es reicht nicht, diese auf den Markt zu bringen und sie sich selbst zu überlassen. Wir können dies bei vielen Firmen sehen, die erfolgreich Feature Phones verkauften und dann umstiegen. Großes Stichwort “Updatepolitik” also. Bei Apple spielt das keine Rolle, da bekommt man eh nur ein Modell, aber bei Android werden Kaufentscheidungen wirklich sehr oft davon abhängig gemacht, wie gut sich eine Firma um die Kunden nach dem Kauf kümmert.

Während also die Hersteller, die sich mehr und mehr auf Smartphones konzentriert haben, auf ihren Geräten sitzen bleiben, weil sie nicht die gleiche Qualität und Kundenbetreuung wie die großen Firmen bieten können, ist der Markt für Feature Phones kleiner geworden und somit lukrativer für jene, die nicht nur auf Smartphones setzen wollen. Nokia zum Beispiel ist bei den Smartphones ein relativ kleines Licht, aber bei den Feature Phones reicht ihnen niemand das Wasser. Wer auch? Neben Nokia sind nur noch einige asiatische White Label Firmen präsent. Und das ist nicht nur eine Frage, ob man für Schwellenländer produziert. Auch in Europa waren im vergangenen Jahr 50% der Mobiltelefonnutzer keine Smartphonenutzer.

Aber wird es so bleiben? Vermutlich nicht, denn wir können es schon in anderen Regionen sehen, dass die Smartphones an Marktanteilen weiterhin zunehmen und die Feature Phones langsam an Bedeutung verlieren. Laut der Bitkom Studie zur Marktentwicklung 2010-2011 gibt es in Deutschland 2011 20 Millionen Smartphonenutzer. Im Jahr davor waren es 13 Millionen. Solang wie es noch Feature Phones geben wird, haben die Firmen  noch Zeit, sich auf dem Smartphonemarkt zu etablieren. Wer das nicht schafft, wird am Ende verlieren.

Ihr als Kunden, welche Erfahrungen habt ihr mit Smartphoneherstellern gemacht? Was hat euch richtig genervt? Habt ihr Firmen wegen ihres Verhaltens schon einmal den Rücken gekehrt? Auf welche Firma setzt ihr nun? 

– via: Forbes

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Björn W.
10 Jahre zuvor

Erstmal muss ich sagen wirklich n schönes Thema was du da aufgegriffen hast.

Ich muss gestehen habe schon länger n Smartphone am Mann. Hab ewig mein Nokia E90 mit mir rumgeschleppt da es zu der Zeit einfach nix gab was dem das Wasser reichen konnte und habe es erst für das Samsung Galaxy i9000 abgeben und hab es die ersten Wochen auch noch sehr vermisst aber mittlerweile tue ich dies nicht mehr auch gerade durch den Wechsel auf das i9100 was ich aktuell immernoch stark nutze und wirklich glücklich mit bin. Nexus Reihe ist von der Updatepolitik sehr interessant wo sich die Hersteller wirklich mal n Beispiel dran nehmen sollten. Ich für meinen Teil schaue täglich ins Forum um nicht n neues Rom verfügbar ist um es noch mehr auf meinen Bedarf abzustimmen.

Ich glaube kaum das ein Hersteller auf langer Sicht überleben wird ohne anständigen Smartphones im Portfolia.

Thema RZAR ist wirklich fein. Ich selbst finde es auch sehr schön aber aufgrund das es so spät kam es für mich nicht in Frage auch wenn sie da n wirkliches Schmanker rausgebracht haben. Sie haben beim Milestone ja gezeigt das sie ihr Handwerk verstehen.

10 Jahre zuvor

Als ich mir letztes Jahr mein Smartphone gekauft habe, habe ich mich vorher nicht über Updates informiert und habe nun die Malesche, dass mein Desire Z auf 2.3.3 stehen bleibt.
Mein nächstes Smartphone werde ich mir auch unter dem Gesichtspunkt der Updates zulegen.
Ja, ich war von 2000 bis 2011 treuer Nokia-Nutzer, aber das letzte Gerät, das ich hatte (N79) war absoluter Mist, seitdem bin ich von Nokia weg.

Georg S.
10 Jahre zuvor

Ich kenne einige die ein Sony Erricson Smartphone haben (wobei einse noch eines mit Windows Mobile ist und ein anderes läuft noch mit Symbian) und auch ein Besitzer eines Motorola Phones kenne ich aber es sind bei weitem weniger als die Leute die zuvor ein Sony Erricson bzw. Motorola Handy hatten. Der Motorola Smartphone Besitzer ärgert sich mit mäsig funktionierenden Coustom Roms rum weil Motorola das Teil mit Android 2.1 versumpfen lässt und es nicht so verbreitet ist wie das Milestone und viele deren Sony Erricson Handys sich verabshieden kaufen ein “einfaches Handy” bzw. “feature Phone” von Samsung da es ja keine aktuellen Feature Phones von Sony Erricson mehr gibt wobei die Sony Erricson Smartphones mittlerweile ja recht gut sind. Einer der bisher immer Nokia hatte (zulezt das 5800XM) hat jetz ein HTC mit Windows Phone wobei HTC neben Samsung und Apple in meinem Bekanntenkreis sowieso recht weit verbreitet ist, vor dem Smartphone Boom kannte ich vieleicht 2-3 Leute mit einem von HTC Hergestellten Phone (meist 02 Xda) und ich selbst hatte bis vor einem Jahr auch noch so ein Teil mit Windows Mobile aber ansonsten waren die nicht weit verbreitet.

Sebastian
10 Jahre zuvor

Man muss auch bedenken das der sehr große Amerikanische Markt komplett anders aussieht als der Europäische. Ich kenne eine Hand voll Leute in Deutschland die eins der div. Milestones hatten/haben. Das war es dann aber auch an Motorola. In den USA sieht das schon ganz anders aus.
Ich selber habe bisher noch keine schlechten Erfahrungen mit Herstellern gemacht. Ich hatte ganz zu Beginn ein Siemens SX1 mit S60 mit dem ich immer zufrieden war (Das erste Telefon was über einen Stereo-Klinkenausgang verfügte; selbst die Nokia eigenen Geräte verfügten zu dem Zeitpunkt nur über Monoausgänge). Leider war das eben ein Ausnahmegerät, sonst hätte Siemens die Mobilsparte vielleicht nicht verkaufen müssen 😉
Danach gab es nur noch iPhones und ein HTC Desire wo mich einfach Android nicht überzeugen konnte, aber das kann man HTC wohl eher nicht auf die Fahnen schreiben.

10 Jahre zuvor

Wie mein Einstieg in die Mac-Welt war auch der komplette Umstieg auf ein Smartphone mit mehreren Anläufen erst erfolgreich. Angefangen hatte es mit einem HTC TyTN und Windows Mobile, so richtig warm wurde ich jedoch nie mit dem Gerät, später legte ich mir ein Motorola Milestone zu, war auch ganz nett, aber auch noch nicht das Wahre. Insbesondere die jeweiligen Akkulaufzeiten, viel zu großen und unhandlichen Geräte, verhalfen nicht zu einer Dauerlösung. Parallel habe ich etliche Nokia-Telefone gehabt, teilweise geschäftlich und privat auch zwei parallel (meist 6xxx-Reihen in schwarz und silber jeweils, um sie auseinanderhalten zu können). Auch das iPhone war zunächst für mich nur Navi, Blitzerinformant und hier und da unterwegs mal auch Surf-Gelegenheit, später dann auch mobiler Hotspot unterwegs. Erst vor wenigen Monaten, als meine Freundin sich beschwerte, dass zwei Handys doch echt nervig die Taschen ausbeulen, habe ich mich entschlossen, auch mal zu versuchen, komplett, also auch mit Telefonie, SMS usw. auf mein iPhone umzusteigen. Die Akkulaufzeit nervt mich zwar weiterhin, aber mit geplantem täglichem Laden bekomme ich hier schon eine gute Routine hin. Inzwischen habe ich auch dem Nexus i9250 sowie dem Lumia 800 die Change gegeben, mich zu überzeugen, leider aber nicht so wirklich, wenn denn auch gute Ansätze. Derzeit bleib ich wohl erst mal bei meinem iPhone und bin damit recht zufrieden.

hannes
10 Jahre zuvor

Mh… also ich hab nen Moto defy, direkt neben mir im Büro sitzen noch 2 Kollegen mit moto (defy und milestone). Dennoch ist eher die Minderheit. Viele Samsungs, iphones und einige htc. SE kenn ich niemanden mehr der noch eins nutzt.
Aber comment oben: ich ärger mich nicht über mein moto, ganz im Gegenteil. Liegt aber an der nahezu perfekten, speziell aufs defy angepassten custom von miui. Die Stock Rom war einfach nur fuurchtbar. Gleiches bei meinem test-razr.
Hoffe die bekommen noch die kurve und basteln gute Software zukünftig. Denn die Hardware ist wie von früher gewohnt einfach nur Top 🙂
Aber wir werden sehen. Gönnen zu ich jedem Hersteller, weiterhin auf dem Markt zu bleiben. Auch wenn ich wohl nie ein SE bzw. Sony smartphone kaufen werde. Mochte die früher schon nicht :/

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