Weiter Streit zwischen GEMA und YouTube

GEMA Weiter Streit zwischen GEMA und YouTube Web YouTube Videos

Zu Beginn dieses Jahres bekamen wir den Zwist zwischen der Google Tochter YouTube und der Verwertungsgesellschaft für Musik, der GEMA, am eigenen Leib zu spüren. Da sich die beiden Parteien nicht auf einen neuen Vertrag einigen konnten, wurden viele Musikvideos in Deutschland einfach gesperrt. Droht nach der wiederholten Unstimmigkeit nun erneut eine Sperrung?

Im März hatte alles mit dem Scheitern der Verhandlungen zwischen YouTube und der GEMA begonnen. Nachdem sich die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) nur Wochen zuvor mit den Konzertveranstalter angelegt hatte und mit Live-Auftritten mehr Geld machen wollte, verlangte sie nun saftige Abschläge von dem beliebten Internetvideoportal.

Denn nach der sogenannten Lizenzierungsgrundlage für „Musik und Musikvideo-on-demand” „beträgt die Mindestvergütung je entgeltlich oder unentgeltlich genutzten Werks aus dem GEMA-Repertoire mit einer Spieldauer bis zu fünf Minuten 0,1278 Euro “. Tatsächlich deckt dies jedoch nur einen Teil der Kosten ab, nämlich für Texte und Komposition. Für die Rechte an Filmmaterial und an den Aufnahmen muss noch einmal zusätzlich gezahlt werden.

Finanziert wird das Angebot von YouTube über Online-Anzeigen, die jedoch selbst in einem sehr guten, demografisch hoch attraktiven Werbeumfeld nicht mehr als 0,015 Euro einbringen, wie YouTube-Manager Walker verlautbaren lässt. Tatsächlich hatte die GEMA ein entsprechendes Angebot von 0,01 Euro pro abgerufenem Musikvideo an YouTube gerichtet. Dieses war jedoch an der Herausgabe von genaueren Informationen von YouTube gebunden. So äußerte sich die GEMA-Sprecherin Bettina Müller entsprechend: „Die Verhandlungen sind bislang daran gescheitert, dass YouTube nicht bereit war und ist, die Forderungen der GEMA nach mehr Transparenz hinsichtlich des genutzten Musikrepertoires zu erfüllen.”

Eigentlich sollten die Streitigkeiten bis Ende Oktober aus der Welt sein, so war zumindest der Plan nach den ganzen Diskussionen im Frühjahr. Trotz angeblich „konstruktiver und angenehmer Gespräche“ ist es bislang jedoch zu keiner Einigung gekommen. In England wurde im Gegensatz dazu bereits im September ein neues Abkommen zwischen YouTube und der britischen Verwertungsgesellschaft PRS getroffen.

Da es zu den jüngsten Verhandlungen keine detaillierten Informationen gibt, bleibt nun fraglich, ob die PRS vor YouTubes Forderungen eingeknickt ist oder ob die GEMA an ihren zu extremen Forderungen festhält. Im Unklaren bleiben wir auch darüber, ob wir in Zukunft wieder vor schwarzen Monitoren sitzen werden, weil einige Videos aus Vorsicht vor zu hohen Forderungen vorsorglich abgeschaltet werden. Es bleibt in jedem Fall spannend!

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12 Jahre zuvor

Ich kannes ja verstehen, das die GEMA gerne Kosten decken würde. Aber manchmal schießt man einfach über das Ziel hinaus und anstatt sich auf Kostendeckung in diesem Rahmen zu einigen, kurbelt man die illegalen Downloads weiter durch solche Sachen an. Für mich leider nicht ganz verständlich das ganze.

12 Jahre zuvor

Das Zitat von mir stammt von April diesen Jahres – da waren wir mit Youtube noch in einem ganz anderen Verhandlungsstand, daher gilt das für den jetzigen Zeitpunkt nicht mehr!
Auf Wunsch von Youtube haben wir eine Stillschweigevereinbarung unterzeichnet, so dass wir leider nichts zum aktuellen Stand der Dinge bzw. Verhandlungen sagen können. Daher nur so viel: Wir verhandeln weiter und hoffen, dass im Interesse der GEMA Mitglieder und der Youtube-User baldmöglichst ein Vertragsabschluss zu Stande kommt.

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