Werden Computer die Reporter von morgen?

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Bezahlcontent oder nicht, lieber Web oder hat Print noch eine Chance – Themen die Schreiber interessieren. Der Journalist lebt heute in einer Branche, die in einem Wandlungsprozess steckt. In diesen Prozess reiht sich jetzt noch eine weiterer Aspekt: Im Ressort Sport kommt jetzt der von einer Software erstellte Content.

Hergestellt wird die Software vom amerikanischen Unternehmen StatSheet. Außerdem gibt es das Projekt StatsMonkey. Auch in diesem Projekt geht es um das Erstellen von Sporttexten durch eine Software. Man drückt einen Knopf und wie Zauberei entsteht dann eine Geschichte über ein Baseballspiel. Die Nachrichten werden auf der Basis von Algorithmen erstellt. Die Software verfasst die Sportnews durch die Statistik von Sportspielen und verknüpft diese mit der eingespeisten Historie von beispielsweise einem Team.

Das alles klingt wie ferne Zukunftsmusik, ist aber gar nicht so weit entfernt. Im Sommer sollen die ersten Texte, die auf Algorithmen beruhen, online gehen. Außerdem gibt es schon Versuche, in denen Avatare Nachrichten sprechen. Und was jetzt im Ressort Sport beginnt, weitet sich bestimmt bald auf den Bereich Finanzen oder auch lokale Nachrichten aus.

StatSheets und auch StatsMonkey betonen zwar, dass mit dieser Software keine Menschen ersetzt werden sollen oder das dies nicht die Intention hinter dieser Software ist, aber im Endeffekt kommt doch genau das dabei heraus. Wenn diese automatisierten Texte auch nur mittelmäßig sind, dann reicht es für einen Standardcontent aus. Und Verlagen geht es auch nicht mehr so rosig wie noch einst, von daher zählt hier jeder Cent. Da klingt es sicher verlockend durch eine Software ein paar Mitarbeiter zu ersetzten. Und wenn sich das durchsetzt, entsteht noch einmal eine neue Dimension in der Industrialisierung des Journalismus`. Dann sitzen bald Avatare auf den Reporterstühlen und befragen in einer Talkrunde die Gäste oder sie sprechen die Nachrichten. Fraglich, ob dieses Zeitalter nicht schon längst begonnen hat.

Gänzlich kann eine Software einen Menschen natürlich nicht ersetzten, obwohl einem sogar suggeriert werden soll, dass ein Mensch die Nachricht geschrieben hat – gruselig. Eine Software kann keine Außentermine wahrnehmen oder Interviews führen oder, oder, oder. Auch kann eine Maschine den Text (noch) nicht in einem WordPress Backend stellen. Außerdem muss die Maschine mit den Algorithmen gefüttert werden. Was aber sicher eine sehr stupide Aufgabe ist, bei der man selbst zum Roboter wird. Dann stellt sich die Frage, wer denn nun Roboter und wer der Mensch ist. „Hallo, kann jemand mal mein Akku aufladen – ich fühl mich so müde.“

Die folgenden Videos geben einen Eindruck davon, wie weit die Forschung schon ist, mit der Entwicklung von künstlicher Moderation. Ich muss sagen, dass damit auch der letzte Rest Kontakt zwischen Fernseher und Zuschauer verloren geht.

[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=pd6NgrhNumA&feature=player_embedded[/youtube]
[youtube]https://www.youtube.com/watch?v=dfrEqhGH1jE&feature=player_embedded[/youtube]

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